Lebensdaten
1701 bis 1763
Geburtsort
Aachen
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118677160 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Couven, Johann Joseph

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Zitierweise

Couven, Johann Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118677160.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. C. stammt aus der Gemeinde Clermont b. Herve, Prov. Lüttich;
    V Joh. Jakob (1656 [?] bis 1740), Architekt in Aachen;
    M Maria Agnes (1672–1732), T des kaiserlichen Notars u. Advokaten Joh. Wilh. v. Baexen ( 1710) u. der Anna Cath. Pertzweid;
    1731 Maria Dorothea Gertr. Mesters (1705–79) aus Maastricht;
    6 K, u. a. Jakob (1735–1812), Architekt in Aachen, führte in seinen hiesigen Bauten und Inneneinrichtungen das genre rocaille zum Louis XVI. und dieses endlich zum napoleonischen Empire hinüber (s. ThB).

  • Leben

    Über C.s Jugend, Erziehung und Ausbildung ist wenig bekannt. 1724 war er schon als Planzeichner für die Stadt Aachen tätig. Als Ingenieur-Architekt entwarf und zeichnete er zahlreiche Instrumente, Apparate und Maschinen, unter anderem für den Bergbau. Er war auch als Straßenbaumeister, Kupferstecher und künstlerischer Leiter reichsstädtischer Empfänge, Feste und Illuminationen tätig und als Sekretär der Stadt. Am Beginn seiner Tätigkeit als Architekt steht die großzügige Umgestaltung des Aachener Rathauses, Fassade, Freitreppe und Inneneinrichtung. Von da ab war C. gleichermaßen als Erbauer von Palästen und Bürgerhäusern, Kirchen, Klöstern und zierlichen kleinen Pavillons wie als Entwerfer der Innenausstattung dieser Bauten tätig, ein Universalkünstler vom Größten bis zum Kleinsten. Seine Bedeutung liegt darin, daß er in Aachen, an der Grenze des Reiches, die aus Frankreich einströmenden Stile der Régence und des Rokoko auffing und selbständig abwandelte. Den überladenen höfischen Stil verwandelte C. in einen maßvollen, bürgerlichen. Namentlich in der Möbelkunst leistete er so Hervorragendes und Eigenartiges, daß man in Aachen und darüber hinaus in dem ganzen Raum zwischen Maas und Rhein von einem „Couvenstil“ und dem „Aachener Rokoko“ sprechen kann.

    Musterbeispiele seiner Gesamtkunst in Aachen waren das Wespienhaus (vollendet 1737), dessen schönste Zimmer zu Anfang des 20. Jahrhunderts nach Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum), London (South Kensington-Museum) und nach San Francisco, USA (Museum of Fine Arts) kamen, und das C.-Museum (ehemals Haus Fey), Seilgraben 34. Beide Bauten wurden Opfer des Krieges (1939/44). Neuschaffung des C.-Museums in dem Hause Monheim (1956/57).

  • Werke

    Weitere W Umbau d. Marktbrunnens, 1734;
    Pfarrkirche zu Eys b. Simpelfeld;
    Kirche zu Wittem b. Wylre;
    Abteikirche u. St. Michael zu Burtscheid;
    Kapelle zu Nispert b. Eupen, 1748;
    Ungar. Kapelle am Münster zu Aachen, 1750;
    Entw. Haus Mantels, 1737;
    Gerichtshaus d. Schöffen, 1748;
    Komödienhaus, 1748/51;
    Hotel z. Kaiserl. Krone, 1749;
    Haus Vercken in Eupen, 1752;
    Schloß Jägerhof zu Düsseldorf, voll. 1755;
    Schloß Breill b. Geilenkirchen, 1754;
    Schloß Wickrath, nach 1760;
    Jagdschloß d. Fürstbischofs Joh. Theodor v. Lüttich zu Maeseyck, 1752;
    Andere Bauten in Lüttich, Münsterbilsen und Houthem;
    Kalender f. d. Stiftskapitel, 1748.

  • Literatur

    K. Rhoen, Die Stadtbaumeister C. (V u. S), 1885;
    R. Pick, Zur Gesch. d. Aachener Architektenfam. C., 1885;
    J. Buchkremer, Die Architekten Joh. Jos. u. Jakob C., 1896;
    Max Schmidt, Ein Aachener Patrizierhaus d. 18. Jh.s, 1900;
    P. Schoenen, Bürgerl. Wohnkultur d. 18. Jh.s in Aachen u. Monschau, 1937;
    F. Kuetgens, Das C.-Haus, d. gute Stube d. Stadt Aachen, 1939;
    ThB (auch z. V Joh. Jak. u. S Jak.).

  • Portraits

    Ölgem.: Architekt J. J. C. zeigt d. Gf. W. Otto v. Quadt d. Plan v. Schloß Wickrath (Figuren in Lebensgröße), (Schloß Isny [Württ. Allgäu], Copie im Couven-Mus. d. Stadt Aachen).

  • Autor/in

    Felix Kuetgens
  • Empfohlene Zitierweise

    Kuetgens, Felix, "Couven, Johann Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 385 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118677160.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA