Lebensdaten
1846 bis 1907
Geburtsort
Proßnitz (Mähren)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Komponist ; Pianist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118660284 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brüll, Ignaz
  • Brüll, Ignatz

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Brüll, Ignaz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118660284.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Brülls Eltern waren hochmusikalisch und haben es im Rahmen der örtlichen und häuslichen Musikpflege zu ansehnlichen Leistungen gebracht, der V ( Sommer 1889), Kaufmann in Proßnitz, später Wien, als Bariton, die M ( 1903) als Pianistin, die dem achtjährigen S auch den ersten Klavierunterricht erteilte; aus demselben Geschlecht: Jakob ben Michael Brüll (1812–89), Talmudist und Rabbiner, und dessen 2 S, die jüdischen Religionswissenschaftler Adolf Brüll (1846–1908) und Nechemia Brüll (1843–91);
    1882 Marie Schostag, T eines Bankiers; 2 T.

  • Leben

    Der junge B., der in der Musik von Julius Epstein (Klavier) und Otto Dessoff (Komposition) unterwiesen wurde und (seit 1850) zeitlebens der Stadt Wien die Treue gehalten hat, begann vor der Öffentlichkeit als glänzender Pianist. Führten ihn seine Konzertreisen auch über Deutschlands Grenzen hinaus, so sehen wir sein Leben dennoch in einer stetigen, vielleicht ein wenig zu glatten Bahn verlaufen. Der Pianist B. trat allmählich mehr und mehr zurück zugunsten des Komponisten B., der nun, ohne sich mit pekuniären Sorgen herumschlagen zu müssen, frei in der Stille wirken konnte. 1872-78 war er als Lehrer an den Horakschen Klavierschulen tätig, deren künstlerischer Mitdirektor er 1881 wurde. Mit Johannes Brahms, der seine feine und bescheidene menschliche Art und seine reichen Musikkenntnisse sehr zu schätzen wußte, war er eng befreundet. - B.s melodisch zumeist gelungene Kompositionen haben die Epoche ihrer Entstehung nicht lange überdauert, am längsten noch seine Oper „Das goldene Kreuz“ (1875, Text von Salomon von Mosenthal), die auf ihre Weise den Ton einer speziell österreichischen Volkstümlichkeit anstrebt und auch glücklich trifft. Durch diesen Erfolg sind allerdings seine übrigen Bühnenwerke etwas unverdient in den Schatten gedrängt worden.

  • Werke

    Weitere W Bühnenwerke: Der Landfriede, Wien 1877;
    Das steinerne Herz, 1888;
    Gringoire, 1892;
    Schach d. König, 1893;
    Orchesterwerke: Sinfonie op. 31;
    3 Serenaden op. 29, 36 u. 67;
    ferner Kammermusik, Klavierwerke u. Vokalmusik, s. a. MGG.

  • Literatur

    E. Hanslick, Die Moderne Oper II, 1880, S. 311 ff., III, 1884, S. 66 f., VI, 1892, S. 208, VII, 1896, S. 56 ff.;
    K. M. Klob, Btrr. z. Gesch. d. dt. kom. Oper, 1903, S. 90;
    E. v. Komorzynski, I. B., in: Die Musik 7, 1907/08, S. 229-30;
    G. R. Kruse, Einl. z. Reclam-Operntextb. „Das goldene Kreuz“, 1909 (ausführl. W-Verz.);
    H. Schwarz, I. B. u. sein Freundeskreis, Wien 1922 (P);
    R. Specht, Johs. Brahms, 1928, S. 202 f.;
    ders., in: BJ XII, S. 221-26 (u. Totenliste 1907, L);
    H. Wirth, in: MGG (W, L);
    Enc. Jud. IV (auch f. Adolf u. Nechemia). - Zu Jak. u. Nechemia: ADB XLVII.

  • Portraits

    Holzschnitte in: LIZ 71, 1878, S. 250, Daheim, 1892, Beil. Nr. 1;
    Medaille v. K. Waschmann (Wien, Münzslg.).

  • Autor/in

    Werner Bollert
  • Empfohlene Zitierweise

    Bollert, Werner, "Brüll, Ignaz" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 664 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118660284.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA