Lebensdaten
1799 bis 1854
Sterbeort
Merseburg
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118653385 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Basedow, Karl von
  • Basedow, Karl Adolph von
  • Basedow, Karl von
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Zitierweise

Basedow, Karl Adolph von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653385.html [21.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig von Basedow (1774–1835), Regierungspräsident in Dessau;
    M Johanna (1776–1837), T des Forstmeisters Krüger;
    Gvv Johann Bernhard Basedow (s. 1);
    23.4.1823 Friederike Louise (1800–73), T des Notariatsdirektors Carl-Jakob Scheuffelhuth in Halle;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    B. besuchte das Gymnasium in Dessau, studierte in Halle und Paris Medizin und promovierte 1821 in Halle zum Doktor der Medizin und Chirurgie. Er ließ sich bald darauf in Merseburg nieder. Als 1830/31 in Magdeburg eine schwere Cholera-Epidemie herrschte, begab er sich dorthin zu ihrem Studium. Am 11.8.1834 bestand er die Physikatsprüfung in Magdeburg. Er starb 3 Tage nach einer durchgeführten Obduktion wahrscheinlich infolge Infektion bei der Leichenöffnung (Fleckfieber?). B. war nicht nur ein vielgesuchter Arzt, sondern auch als Amtsarzt und medizinischer Schriftsteller bedeutend. Er bediente sich der „Kranken-Meldezettel“ zur raschen Ermittlung der Erkrankungsfälle bei Infektionskrankheiten. Sein Name ist für den deutschen Sprachgebrauch mit der Krankheit verbunden, die mit Glotzauge, Schilddrüsenvergrößerung, Pulsbeschleunigung (sog. Merseburger Trias) u. a. einhergeht und zuerst von ihm 1840, dann mehrfach später beschrieben wurde. Der Ruhm der ersten Beschreibung des Krankheitsbildes wird ihm streitig gemacht von G. Flajani (1741–1808) in Italien und R. J. Graves (1797–1853) in England. Bei B. findet sich außer der Schilderung des Krankheitsbildes der Hinweis auf die Bedeutung der Jodverabreichung bei diesem Leiden. Sein guter ärztlicher Blick verrät sich weiter in der Beschreibung des Tripper-Rheumatismus sowie der Vergiftung durch Ausdünstung.

  • Werke

    In W. L. C. Caspers Wschr. f. d. gesamte Heilkde., 1835–51;
    u. a. Exophthalmus durch Hypertrophie d. Zellgewebes in d. Augenhöhle, 1840;
    Üb. Tripper-Rheumatismus u. Tripper-Gicht, 1847;

    Die Glotzaugen, 1848;

    Fernere Beobachtung üb. d. gesundheitsnachteiligen Ausdünstungen d. Zimmerfarben aus arseniksaurem Kupferoxyd, 1848;

    Üb. Exophthalmus, 1849;
    Tripper-Gicht, 1851.

  • Literatur

    ADB XLVI;
    Münchner Med. Wschr. 57, 1910, S. 749;
    Medizin. Welt 9, 1935, S. 34-36 (P), 70-72;
    BLÄ I, 1929, Erg.-Bd., 1935.

  • Portraits

    Galerie hervorragender Ärzte u. Naturforscher, in: Münchner Med. Wschr., 1909, H. 14, Nr. 264;
    Archiv d. Ciba-Ztschr., Basel.

  • Autor/in

    Leo Norpoth
  • Empfohlene Zitierweise

    Norpoth, Leo, "Basedow, Karl Adolph von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 620 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653385.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Basedow: Karl A. v. B., Arzt, als Sohn eines Präsidenten v. B. in Dessau am 28. März 1799 geboren und als Physikus in Merseburg am 11. April 1854 gestorben, hatte seine medicinischen Studien in Halle gemacht und sich dann 1822 in Merseburg niedergelassen, wo er eine ansehnliche Praxis erlangte und seine Mußezeit zu fleißigen schriftstellerischen Arbeiten benutzte. B., dessen Tod infolge einer bei der Section eines Typhuskranken erlittenen Verletzungsinfection erfolgte, hat in der Geschichte der medicinischen Wissenschaft einen, neuerdings ihm streitig gemachten Ruf dadurch erlangt, daß er zuerst den nach ihm benannten Symptomencomplex 1840 beschrieb. Gemeint ist die sog. „Glotzaugencachexie“, ein eigenthümliches Heraustreten des Augapfels aus seiner Höhle in Verbindung mit Herzpalpitationen und Anschwellung der Schilddrüse am Halse. Die in Betracht kommende Veröffentlichung, ein Artikel in Casper's Wochenschrift, führt die Ueberschrift: „Exophthalmus durch Hypertrophie des Zellgewebes in der Augenhöhle“. In einer vor wenigen Jahren erschienenen, von der Hufelandschen Gesellschaft in Berlin preisgekrönten Arbeit von Mannheim wird der Nachweis geführt, daß die eigentliche Priorität der Beschreibung der sogen. Basedow'schen Krankheit dem Dubliner Kliniker Graves zukommt. Von weiteren wissenschaftlichen Arbeiten Basedow's seien erwähnt seine Dissertation: „Commentationes in novam amputationis cruris panniculatae encheiresin“ und verschiedene kleinere Aufsätze und Abhandlungen in Graefe und Walter's Journal d. Chir. VI—VIII, Hufeland's Journal LXVII und Siebold's Journal f. Geburtsh. VII u. IX.

    • Literatur

      Biogr. Lex. I, 320.

  • Autor/in

    Pagel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagel, Julius Leopold, "Basedow, Karl Adolph von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 230 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118653385.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA