Lebensdaten
erwähnt 1224, gestorben 1268
Beruf/Funktion
Dominikaner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11855462X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ripelin, Hugo (eigentlich)
  • Hugo Ripelin (eigentlich)
  • Hugo
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Zitierweise

Hugo von Straßburg, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11855462X.html [06.12.2016].

CC0

Hugo von Straßburg (eigentlich Ripelin, Hugo)

Dominikaner, 1268.

  • Genealogie

    Aus d. angesehenen Straßburger Geschl. Ripelin, dessen Angehörige v. d. 2. Hälfte d. 12. Jh. bis in d. Mitte d. 15. Jh. d. Geschicke d. Stadt als Ratsherren, Bürgermeister u. Schultheißen mitbestimmten; V od. B (?) Rudolf R. (gen. 1225), Schultheiß v. St.

  • Leben

    Schon bald nach der Gründung des Straßburger Dominikanerkonvents, 1224, muß H. in den Orden der Predigerbrüder eingetreten sein, denn bereits 8 Jahre später, 1232, weist ihn erstmals eine Urkunde als Prior des Züricher Dominikanerklosters (gegr. 1229) aus. Die längste Zeit seines rund 30-jährigen Züricher Aufenthaltes diente er dem Kloster als Prior oder Subprior. Wiederholt trat er als Schiedsrichter in weltlichen Streitsachen auf. Spätestens im Frühjahr 1260 kehrte H. in seinen Straßburger Heimatkonvent zurück, dessen Prior er 1261 wurde. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er der Wissenschaft und dem Unterricht. Da bereits das 1. Buch seines „Compendium (Summa) theologicae veritatis“, das „Breviloquium“ Bonaventuras als Quelle verwertet, kann es nicht vor 1257 abgefaßt sein. Dieses theologische Compendium, in seinen Hauptquellen von Albertus Magnus, Bartholomäus Anglicus Bonaventura, Wilhelm von Auxerre, Petrus Lombardus, Petrus von Tarantasia und der Summa Halensis abhängig, hat die praktische Theologie und Seelsorge des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit auf das nachhaltigste beeinflußt. Bereits Ende des 13. Jh. fand es, meist in anonymer Überlieferung oder unter fremden Namen (Albertus Magnus, Bonaventura, Thomas von Aquin u. a.) weite Verbreitung. Noch in der Neuzeit wurde es über 40mal gedruckt. Es diente vor allem als Handbuch für Lektoren an Konventen und als „theologisches Promptuarium für Prediger“ (Scheeben). Neben einer Übersetzung ins Französische und Armenische erfolgten schon früh mehrere deutsche und niederländ. Übertragungen und Bearbeitungen. Die inhaltliche und terminologische Abhängigkeit der spätmittelalterlichen deutschen Predigt-, Katechismus- und Erbauungsliteratur sowie der geistlichen und didaktischen Dichtung, bis jetzt erst in Einzelfällen bekannt, scheint bedeutend zu sein. – Weitere Werke, insbesondere Predigten, die Trithemius H. zuschreibt, sind bisher nicht bekannt geworden.

  • Werke

    Krit. Ausg. d. „Compendium theologicae veritatis“ fehlt, Wiedergabe alter Drucke in: B. Alberti Magni Opera omnia…, hrsg. v. St. C. A. Borgnet, Bd. 34, 1895, S. 1-306; S. Bonaventurae Opera omnia… hrsg. v. A. C. Peltier, Bd. 8, 1866, S. 60-246. - Überlieferung: Von d. lat. Hss. d. 13.-15. Jh., wohl 500, sind nur wenige zusammengetragen b.: P. Glorieux, Répertoire des Maîtres en Théol. de Paris au XIIe siècle, 1933 f., Bd. I, Nr. 6 dq, Nr. 14 fc, Bd. II, Nr. 351 v; F. Stegmüller, Rep. Commentariorum in Sententias Petri Lombardi I, 1947, Nr. 368-71, 1, S. 172 f.; G. Meyer u. M. Burckhardt, Die ma. Hss. d. Univ.bibl. Basel, Abt. B, 1960, S. 663 f. - Frühdr.: Hain Nr. 432-45; Copinger Nr. 160-62; GW I (Albertus Magnus) Nr. 596-611, S. 277-87. - Drucke d. 16.-17. Jh. verz. b. L. Pfleger, in: Zs. f. kath. Theol. 28, 1904, S. 439, Anm. 1; Bibl. Bibliographica Aureliana XI, 1963, S. 251-74 - Zur dt.sprach. Übers.tradition: G. Steer, Scholast. Gnadenlehre in mhdt. Sprache, 1966, S. 80-122; ders., Germanist. Scholastikforschung, in: Theol. u. Philos. 45, 1970, S. 219 f.

  • Literatur

    L. Pfleger, H. v. St. u. d. Compendium theologicae veritatis, in: Zs. f. kath. Theol. 28, 1904; M. Grabmann, Zur Autorfrage d. Compendium theol. veritatis, ebd. 45, 1921; ders., in: Ma. Geistesleben I, 1926, S. 174-85; A. Hauck, Kleinigkeiten, 2. H. Ripilin, in: Zs. f. KG 32, 1911; G. Boner, Über d. Dominikanertheologen H. v. St., in: Archivum Fratrum Praedicatorum 24, 1954; H. Ch. Scheeben, Der Konvent d. Predigerbrüder in Straßburg, in: J. Tauler, Ein dt. Mystiker, Gedenkschr. z. 600. Todestag, 1961, S. 52 f.; Dict. de Théol. Cath. 13, 2, 1937; Vf.-Lex. d. MA III, V (unter Ripelin); LThK; Dict. de Spiritualité VII, 1969.

  • Autor

    Georg Steer
  • Empfohlene Zitierweise

    Steer, Georg, "Hugo von Straßburg" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 24 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11855462X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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