Lebensdaten
1876 – 1953
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Entomologe ; Zoologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117510149 | OGND | VIAF: 2855954
Namensvarianten
  • Heikertinger, Franz

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Heikertinger, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117510149.html [13.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Anton, Postbeamter;
    M stammte aus Mistelbach;
    1902 Christine Elsner;
    1 S.

  • Biographie

    Nach Ablegung der Reifeprüfung 1895 wurde H. Beamter der Postsparkasse in Wien. Als Zentralinspektor mit dem Titel Regierungsrat ausgezeichnet, trat er 1936 in den Ruhestand. – Auf Spaziergängen mit dem Vater wurde in H. früh die Liebe zur Natur und der Hang zum Sammeln geweckt. Sammelobjekte waren Blumen, dann Schmetterlinge und später Käfer. Von K. Skalitzky 1904 in die wissenschaftliche Entomologie eingeführt, wollte sich H. ursprünglich den Dytisciden widmen, wandte sich aber auf L. Ganglbauers Rat den Halticinen (Erdflöhen) zu und wurde der beste Fachmann für diese schwierige Gruppe, der die meisten seiner systematischen und viele seiner biologischen Arbeiten gewidmet sind.

    Arbeiten über die Ernährung der Halticinen und deren Geschmacksspezialisation führten ihn auch zu seinem zweiten großen Arbeitsgebiet, dem Mimikryproblem und den Schutzeinrichtungen der Pflanzen und Tiere überhaupt. Seine von neuen Blickpunkten ausgehende Betrachtungsweise dieses Problems und die daraus gezogenen Folgerungen blieben nicht ohne Widerspruch. Entgegen der selektionistischen Auffassung von der Ausbildung der Schutzmittel im Kampfe gegen eine Vielfalt von Feinden betont H. die weitgehende Nahrungsspezialisation aller Tiere und stellt den Satz vom „erschwinglichen Tribut“ der Pflanze an ihre Feinde und der „ausreichenden Überproduktion“ in den Mittelpunkt seiner Erklärungsversuche. – Mit vollem kämpferischem Einsatz in zahlreichen Veröffentlichungen widmete sich H. auch der Frage der Nomenklatur. Hier wandte er sich energisch gegen ein Festhalten am starren Prioritätsprinzip und setzte sich für das Kontinuitätsprinzip ein. Von seinen zahlreichen Vorschlägen zur Nomenklatur-Praxis seien nur erwähnt die Kennzeichnung der systematischen Stellung einer Gattung durch die Form des Gattungsnamens und die Angabe des geographischen Vorkommens einer Art durch einen Zusatz zum Artnamen.

    Als Schriftleiter der von ihm zu großem Ansehen gebrachten „Koleopterologischen Rundschau“ ab Band 6 (1918) bis an sein Lebensende und zusammen mit Reitter der Bände 38-49 (1921-32) der „Wiener Entomologischen Zeitung“ legte H. vor allem Wert auf Artikel, die nicht bloß dem Spezialisten, sondern einem größeren Kreis von Sammlern dienen. Anfänger in der Entomologie versuchte er durch Arbeitshinweise zu fördern, die vor allem in den 2 Aufsatzreihen „Aus der Praxis des Käfersammlers“ und „Die Schule des Spezialisten“ festgehalten sind.

  • Werke

    Halticinae, in: E. Reitter, Fauna Germanica 4, 1913, S. 143-212;
    Monogr. d. Koleopterengattung Derocrepis Weise, in: Münchener Koleopt. Zs. 4, 1915, S. 271-343 (nur separat ersch., d. Bd. wurde nicht ausgegeben, auch 1922 im Selbstverlag);
    Die metöke Myrmekoidie, in: Biolog. Zbl. 39, 1919, S. 65-102;
    Die Frage d. Schutzanpassungen im Tierreich, mit bes. Berücksichtigung der Färbungsanpassungen, 1929;
    Chrysomelidae: Halticinae (mit E. Csiki), in: W. Junk u. S. Schenkling, Coleopterorum Catalogus 25, T. 166, 1939, S. 1-336, T. 169, 1940, S. 337-635;
    Die Tragikomödie d. zoolog. Nomenklatur, in: Verhh. d. zoolog.-botan. Ges. in Wien 93, 1953, S. 5-45;
    Das Rätsel d. Mimikry u. s. Lösung, 1954.

  • Literatur

    K. Mandl, in: Koleopterol. Rdsch. 32, 1951/54 (1954), S. 86 f.;
    G. Schmidt, in: Entomolog. Bll. 50, 1954, S. 122 f.;
    H. Strouhal, in: Ann. d. Naturhist. Mus. in Wien 60, 1954/55(1955), S. 20-35 (W, L, P).

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Heikertinger, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 256-257 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117510149.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA