Lebensdaten
1813 – 1885
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Zehdenick
Beruf/Funktion
Prinz von Württemberg ; preußischer General ; Generaloberst
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 117375772 | OGND | VIAF: 22917719
Namensvarianten
  • Friedrich August Eberhard
  • August
  • Friedrich August Eberhard
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117375772.html [02.10.2022].

CC0

  • Biographie

    August: Friedrich August Eberhard Prinz von Württemberg, königl. preußischer Generaloberst von der Cavallerie, ein Sohn des am 16. April 1852 gestorbenen Prinzen Paul, eines Bruders König Wilhelm's I., am 24. Januar 1813 zu Stuttgart geboren, trat mit 16 Jahren in den Heeresdienst seines Heimathlandes, verließ diesen als Rittmeister im 1. Reiter-Regimente, um am 23. April 1831 mit dem gleichen Grade in den preußischen überzutreten und wurde hier in seiner Laufbahn so gefördert, daß er bereits 1840 Oberst und Commandeur des Garde-Kürassierregiments war. Mit einer Unterbrechung von zwei Jahren, während deren er von 1854—1856 die 7. Division in Magdeburg befehligte, verblieb er, meist der Cavallerie angehörend, im Gardecorps, bis er am 19. September 1857 commandirender General des III. Armeecorps wurde, aber schon am 3. Juni 1858 vertauschte er die Stellung mit der gleichen an der Spitze des Gardecorps und dieses hat er sowol 1866, wo er, durch vielfache Banden an Preußen, seine zweite Heimath, gefesselt und auf seine württembergische Apanage Verzicht leistend, in seinem Dienstverhältnisse blieb, wie auch 1870 in das Feld geführt. Auf dem Kriegsschauplatze in Böhmen trug es unter seiner Führung — im Verbande der I. Armee unter dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen —, nachdem es am 28. Juni bei Soor und bei Burkersdorf, am 29. bei Königinhof glückliche Einmarschkämpfe bestanden hatte, am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz durch die ausschlaggebende Wegnahme von Chlum sehr wesentlich zur Entscheidung des Tages bei; das nämliche glückliche Loos fiel dem Prinzen und seinem Corps im J. 1870 am 18. August in der Schlacht bei Gravelotte-Saint Privat zu. Dieses Mal freilich unter schweren Verlusten, welche zum großen Theile hätten vermieden werden können, wenn Prinz A. in richtiger Würdigung der Verhältnisse seinen Angriff auf Saint Privat la Montagne durch Artilleriefeuer genügend vorbereitet und mit dem Vorgehen über die kahle Ebene gegen das hochgelegene, das Vorfeld beherrschende Dorf gewartet hätte, bis die Umfassung des rechten feindlichen Flügels durch die auf seiner Linken im Marsche befindlichen Sachsen wirksam geworden wäre. Auch bei der Entscheidung des Kampfes von Sedan fiel dem Gardecorps eine wichtige Rolle zu. Es gehörte in letzterer Schlacht zur Maasarmee unter dem Kronprinzen von Sachsen, während es bei Gravelotte-Saint Privat im Verbande der II. Armee unter Prinz Friedrich Karl von Preußen gefochten hatte. Mit jener Armee nahm das Corps alsdann an der Belagerung von Paris theil, wo ihm sein Platz im Norden der Stadt angewiesen war und es namentlich um den Besitz des Dorfes Le Bourget am 28. und am 30. October sowie am 21. December heftige Kämpfe zu bestehen hatte. In beiden Kriegen war dem Prinzen als Chef des Generalstabes der Oberst|bezw. General von Dannenberg (s. d.) beigegeben, welcher auf seine Entschließungen und Anordnungen einen maßgebenden Einfluß äußerte. Nach der Rückkehr in die Heimath wurde dem Prinzen, als Generalfeldmarschall Graf Wrangel gestorben war, im Juni 1878 neben seinen übrigen Dienstgeschäften das Obercommando in den Marken, ein in ruhigen Zeiten freilich bedeutungsloser Posten, übertragen. In diesen Stellungen verblieb er, bis er am 24. August 1882 auf seinen Wunsch derselben enthoben wurde. Er behielt seinen Wohnsitz in Berlin und starb am 12. Januar 1885 auf einem Jagdausfluge zu Zehdenick. Aus dem böhmischen Feldzuge hatte er den Orden pour le mérite zurückgebracht, für seine 1870/71 geleisteten Dienste wurden ihm beide Classen des Eisernen Kreuzes und das Eichenlaub zu jenem Orden verliehen; am 1. September 1873 erhielt das frühere Fort Saint Privat bei Metz seinen Namen, und am 27. Januar 1889 ward dieser für alle Zeiten dem Posenschen Ulanenregimente Nr. 10 beigelegt, dessen Chef er seit 1866 gewesen war; am 2. September 1873 hatte er die höchste für ihn erreichbare Würde erlangt, indem er zum Generaloberst von der Cavallerie mit dem Range eines General-Feldmarschalls ernannt worden war. Prinz A. starb unvermählt, hinterließ aber eine Adoptivtochter, welche den Namen Katharina von Wardenberg führte und sich mit einem Hauptmann v. Schenck vom Kaiser Franz-Garde-Grenadierregimente Nr. 2 vermählte.

    In der „Geschichte des Krieges von 1866“ von Oberst v. Lettow-Vorbeck (Berlin 1899, 2. Band, S. 296) wird der Prinz folgendermaßen geschildert: „Der commandirende General des Gardecorps, Prinz August v. Württemberg, war eine schöne, stattliche Erscheinung, von trefflichen Eigenschaften des Charakters, zuverlässig, anhänglich und ohne Falsch, von vornehmer, namentlich gut preußischer Gesinnung und dem König Wilhelm von Herzen zugethan. Er war geistig nicht hervorragend und als Soldat ohne Bedeutung. Mit höheren als tactischen Verhältnissen hatte er sich nie beschäftigt und mußte sich daher im Kriege der Leitung seines Generalstabschefs, des Obersten von Dannenberg, anvertrauen.“

    • Literatur

      Militär-Wochenblatt Nr. 7, Berlin 1885.

  • Autor/in

    B. v. Poten.
  • Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 88-89 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117375772.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA