Lebensdaten
1818 bis 1893
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Feldzeugmeister
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 135828112 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Auersperg, Gottfried Leopold Graf von und zu

Zitierweise

Auersperg, Gottfried Leopold Graf von und zu, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135828112.html [19.08.2018].

CC0

  • Leben

    Auersperg: Gottfried Leopold Graf von A., Freiherr auf Schönberg und Seisenberg, k. u. k. Feldzeugmeister, geboren am 19. Decbr. 1818 zu Judenburg in Obersteiermark, trat am 2. November 1833 aus der Grazer Cadettencompagnie als Cadett in das 8. Jägerbataillon in Mailand und wurde zur Belohnung für seine in den Gefechten gegen die Montenegriner bethätigte Tapferkeit am 18. November 1838 zum Lieutenant befördert. Am 30. September 1847 rückte A. zum Oberlieutenant vor und wurde zum 12. Jägerbataillon übersetzt. Während der Kämpfe um das Fort Malghera bei Venedig, 1848/49, zeichnete sich A. derart aus, daß ihm, der noch in jenem Kriegsjahre zum Capitänlieutenant und dann zum Hauptmann befördert worden war, im Februar 1850 das Ritterkreuz des Leopoldsordens verliehen wurde. Vom 2. steierischen Schützenbataillon, in welches A. bereits am 30. September 1847 übersetzt worden war, kam er im April 1850 zum 48., dann zum 13. Infanterieregiment und commandirte während der Aufstellung der III. Armee in Galizien und Siebenbürgen 1854 ein Bataillon des Infanterieregiments „Hoch- und Deutschmeister Nr. 4“. Im Mai jenes Jahres zum Major befördert, wurde A. am 8. Mai 1859 Commandant des 2. Wiener Freiwilligenbataillons bei gleichzeitiger Beförderung zum Oberstlieutenant und am 13. September zum 23. Infanterieregiment übersetzt. Ende desselben Jahres trat A. an die Spitze des 80. Infanterieregiments und wurde am 30. April 1860 zum Obersten befördert. Für seine hervorragenden Leistungen in dem Feldzuge gegen Dänemark 1864, namentlich während der Beschießung von Fridericia wurde dem Grafen die allerhöchste belobende Anerkennung zu theil und die Annahme und das Tragen des königl. preußischen Kronenordens 2. Classe mit den Schwertern gestattet. In dem Feldzuge in Böhmen 1866 kämpfte A. an der Spitze desselben Regiments und erwarb sich auch hier die allerhöchste belobende Anerkennung. Nach dem Feldzuge für kurze Zeit dem Generalstabe zugetheilt, wurde A. am 11. Mai 1867 zum Generalmajor befördert und erhielt das Commando einer Brigade bei der 3. Infanterie-Truppendivision. Am 7. November 1869 übernahm A. während des Aufstandes in Süd-Dalmatien unter schwierigen Verhältnissen das Commando über die dortigen Truppen von FMlt. Wagner, und es gelang ihm während seines zweimonatlichen Wirkens nicht nur die arg gefährdeten Forts von Dragaly und Cerkvice zu verproviantiren, sondern auch die Unterwerfung der Aufständischen einzuleiten. Nachdem FMlt. Freiherr v. Rodich in Süd-Dalmatien eingetroffen war, um das Werk der Pacification zu beenden, verblieb A., für seine Thätigkeit mit dem Commandeurkreuz des Leopoldordens|ausgezeichnet, weiterhin Truppencommandant und wurde später Commandant der von ihm ins Leben gerufenen Armee-Schützenschule in Bruck a. d. Leitha. Für seine Verdienste in dieser Stellung erhielt A. im März 1873 das Militärverdienstkreuz und wurde im April desselben Jahres zum Feldmarschalllieutenant befördert. Bis zum Jahre 1879 führte A. das Commando über eine Division, wurde 1877 mit dem Orden der eisernen Krone 2. Classe ausgezeichnet und 1878 zum Inhaber des Infanterieregiments Nr. 40 ernannt. Am 1. October 1879 trat A. mit dem Titel eines Feldzeugmeisters in den Ruhestand. A., welcher auch Erbkämmerer und Erbmarschall in Krain, dann Geheimer Rath war und am 17. April 1893 in Baden bei Wien starb, war seit 29. September 1850 mit Anna Maria v. Neuwald vermählt,

    • Literatur

      Acten des k. u. k. Kriegs-Archivs. — Oesterr.-ung. Wehrzeitung „Der Kamerad“, Jahrg. 1869, Nr. 10—14. — Die „Reichswehr“, Nr. 470 vom 19. April 1893.

  • Autor/in

    Oscar Criste.
  • Empfohlene Zitierweise

    Criste, Oscar, "Auersperg, Gottfried Leopold Graf von und zu" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 87-88 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135828112.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA