Lebensdaten
1884 bis 1959
Geburtsort
Akropong (Goldküste)
Sterbeort
Leonberg (Württemberg)
Beruf/Funktion
Tropenmediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117070548 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Huppenbauer, Carl
  • Huppenbauer, H.

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Huppenbauer, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117070548.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V David Friedrich (1855–1926), 1879-84 Missionar d. Basler Mission a. d. Goldküste, 1884-95 Heimatmissionar in d. Schweiz, seit 1895 Leiter d. Kurhauses Palmenwald in Freudenstadt, S d. Bartholomäus, aus e. seit d. MA in Untertürkheim ansässigen Weingärtnerfam., u. d. Dor. Barbara Strauß;
    M Lydia (1860–1939), T d. Fabr. Johs. Plüß (aus Hugenottenfam.) u. d. Rosina Payer;
    B Hans (* 1888), Missionsinsp., übersetzte d. Weihnachtsgesch. in d. togoles. Eingeborenensprache Dagbane;
    - 1) Aburi 1917 Bertha ( 1946), Missions-Krankenschwester, T d. Lehrers Johs. Oechssler aus Wain, 2) Stuttgart 1947 Gertrud Meßner ( 1961), Mitarbeiterin H.s in Hohoe, T d. Christoph Schrempf (1860–1944), Theol., Philosoph;
    3 T aus 1).

  • Leben

    H. studierte Medizin in Tübingen und Kiel. 1909 fand er als erster Aufnahme im Studentenheim des neugegründeten Deutschen Instituts für ärztliche Mission in Tübingen. 1910 legte er das Staatsexamen ab, 1912 die Doktorprüfung als Assistent an der Tübinger Augenklinik. 1913 als Vertragsarzt der Basler Mission vorgesehen, setzte er eine chirurgische Ausbildung nicht weiter fort, sondern rundete seine tropenmedizinischen Kenntnisse in London ab. Im März 1914 traf er in Aburi, dem ältesten Goldküstenspital, ein. Seiner ärztlichen Tätigkeit, die sich auch auf ein weites Hinterland erstreckte, setzte Verhaftung durch die brit. Behörden im Dez. 1917 ein Ende. Er verlor sein Forschungsmaterial, wurde in England als Kriegsgefangener eingestuft, durfte aber wegen schlechten Gesundheitszustandes im Frühjahr 1918 die Heimreise antreten. Bis zum Frühjahr 1919 tat H. Dienst als Militärarzt. Danach verbrachte er beim Deutschen Institut für ärztliche Mission in Tübingen als Oberarzt und als ärztlicher Leiter des Tropengenesungsheimes (1919–31) eine wissenschaftlich fruchtbare Zeit, in der er seine Erfahrungen in klinischer Tätigkeit, für Demonstrationen auf ärztlichen Vereinsabenden, vor Kongressen und als Lehrer der Tübinger Tropenkurse verwertete. Seine technischen Verbesserungen am Gerät des subaqualen Darmbades trugen erheblich zu dessen Verbreitung bei. 1931 übernahm H. die Neugründung Agogo (Goldküste). 1935 ließ er sich nach einem Europaaufenthalt in freier ärztlicher Praxis in Hohoe (Chochoe) im brit. Togo nieder. Seit 1940 wirkte er als medical officer am Regierungshospital Korle Bu in Akkra und richtete hier und 3 Jahre später in Kumasi die ersten Augenkliniken des Landes ein. Nach kurzem Urlaub in Deutschland bald nach 1945 ging er nochmals für 10 Jahre nach Kumasi zurück. 1957 tropendienstuntauglich geworden, fühlte er sich in der Heimat nicht mehr so recht zu Hause. Sein riesiges ophthalmologische Material hat er nicht mehr ausgewertet, in dem „Buschdoktor“ (1937) aber bleibt ein wahres „collegium Africanum“ überliefert.

  • Werke

    Weitere W u. a. Klin.-statist. Mitt. üb. Augen-Verletzungen bei Kindern, Diss. Tübingen 1912;
    Taschenmikroskop, in: Die ärztl. Mission 11, 1920;
    Drei empfehlenswerte Mittel, ebd.,;
    Fortschritte d. Tropenmed., in: Die dt. ev. ärztl. Mission n. d. Stande v. 1928, NF, 1928. -
    Verz. in: H. Soeder, Der Anteil d. dt. ärztl. Mission in d. Entwicklung d. Tropenheilkde., Diss. Tübingen 1937, S. 69 f.

  • Literatur

    W. Schlatter, Gesch. d. Basler Mission 1815-1915, Bd. 1-3, 1916;
    G. Olpp, Werden u. Wert d. Su-Da-Bades, in: Verhh. d. Dt. Tropenmed. Ges., 9. Tagung, 1929, = Beihh. z. Archiv f. Schiffs- u. Tropenhygiene 33, 1929, Beih. 3, 1929 (P);
    ders., Hervorragende Tropenärzte in Wort u. Bild, 1932 (W, P);
    ders., Das subaquale Darmbad u. s. Verwendung, 1954;
    C. Forster u. M. Kiener, Vom Missionsspital in Agogo (Goldküste), in: Die Tat d. Barmherzigkeit, 1934, S. 61-64 (P);
    R. Wald, Dt. Ärzte, wie sie denken u. dichten, Auch e. Lit.gesch., in: Zs. f. ärztl. Fortbildung 36, 1939 (P);
    E. Gminder, Arzt in Busch u. Steppe, 21941;
    Fischer. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Horst Zoske
  • Empfohlene Zitierweise

    Zoske, Horst, "Huppenbauer, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 75 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117070548.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA