Lebensdaten
1833 bis 1901
Geburtsort
Ronsdorf bei Elberfeld
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11699648X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Liebermeister, Carl
  • Liebermeister, C.
  • Liebermeister, Carl
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Zitierweise

Liebermeister, Carl von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11699648X.html [21.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Conrad L. (1804-85), Kaufm. (Bandgeschäft) in R., seit 1845 in Dortmund, S d. Kaufm. Carl Johannes in Unna u. d. Anna Christina Joh. Fuhrmann; M Anna Gertrud (1804–82), T d. Kaufm. Joh. Mühlinghaus in Lennep u. d. Anna Catharina Corthaus; 1) Heidenheim 1864 Fanny, 2) ebd. 1867 Marie, beide T d. Dr. med. Ernst Philipp Heinrich Spaeth, Arzt in Esslingen, u. d. Rosine Elisabeth Boley; 1 S aus 1), 3 S, 1 T aus 2).

  • Leben

    L. studierte in Bonn, Würzburg (unter Virchow) und Greifswald Medizin. Am stärksten geprägt wurde er von seinem Lehrer Felix Niemeyer, bei dem er in Greifswald als Assistenzarzt arbeitete und sich 1859 habilitierte. Ihm folgte er 1860 als Assistent nach Tübingen, wo er sich 1862 umhabilitierte und 1864 zum Extraordinarius für Pathologische Anatomie ernannt wurde. 1865 wurde er als Professor für Pathologie und Medizinische Klinik an die neugeschaffene medizinische Universitätsklinik in Basel berufen. In seiner Basler Zeit (1865–71) erwarb er sich hohes Ansehen nicht nur durch seine experimentellen Studien über die Wärmeregulation, sondern auch durch die erfolgreiche Bekämpfung einer Typhusepidemie. 1871 wurde er als Nachfolger Niemeyers nach Tübingen berufen und wirkte dort bis zu seinem Tode.

    Einen ersten Schwerpunkt wissenschaftlicher Arbeit markieren L.s „Beiträge zur pathologischen Anatomie und Klinik der Leberkrankheiten“ (1864), sein Hauptarbeitsgebiet aber wurde die Erforschung von Physiologie und Pathologie des Wärmehaushalts beim Menschen (Handbuch der Pathologie und Therapie des Fiebers, 1875). Bei der Bekämpfung fieberhafter Erkrankungen wurde er zu einem Verfechter der von Th. Jürgensen propagierten Kaltwasserbehandlung (Beobachtungen und Versuche über die Anwendung des kalten Wassers bei fieberhaften Erkrankungen, 1868), differenzierte diese aber und verband sie mit der Therapie durch antipyretische Medikamente. Mit seiner Definition des Fiebers als „Einstellung der Wärmeregulirung auf einen höheren Temperaturgrad“ fand er allgemeine Anerkennung. Die Summe seiner klinischen Erfahrungen zog er in seinen fünfbändigen „Vorlesungen über Spezielle Pathologie und Therapie“ (1885-94) und in knapper Form nochmals in seinem „Grundriß der inneren Medicin“ (1900).

  • Werke

    Weitere W u. a. Antipyret. Heilmethoden, 1880; Über Hysterie u. deren Behandlungen, 1883; Ges. Abhh., 1889; Diagnose u. Prognose d. Abdominaltyphus, 1898.

  • Literatur

    Zur Erinnerung an Prof. C. v. L., 1901; E. Reinert, Zum Andenken an C. v. L., 1902 (W, P); Reinert, Enthüllung d. Büste von K. v. L. in Tübingen am 30. Okt., in: Med. Corr.-Bl. d. württ. ärztl. Landesver. 74, 1904, S. 955-60 (P); M. Abegg-Liebermeister, C. L., 1919 (P); Th. Buder, in: Lb. Schwaben V, 1950, S. 424-39 (W, L, P); H. M. Koelbing, C. L. (1833-1901), d. erste Chefarzt d. Basler med. Univ.klinik, in: Gesnerus 26, 1969, S. 233-48; H. R. Baumberger, C. L. 1833-1901, 1980 (W, P); Pagel (P); BJ VI; BLÄ (P).

  • Portraits

    Ölgem. (Tübingen, Univ.), Abb. b. R. Scholl, Die Bildnissig, d. Univ. Tübingen, 1927; Phot. (ebd., Inst. f. Gesch. d. Med.); Büste v. H. Lang (ebd., Med. Klinik), Abb. b. Reinert, 1904, s. L.

  • Autor

    Gerhard Fichtner
  • Empfohlene Zitierweise

    Fichtner, Gerhard, "Liebermeister, Carl von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 486 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11699648X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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