Lebensdaten
1834 bis 1903
Geburtsort
Vorland bei Grimmen
Sterbeort
Greifswald
Beruf/Funktion
Ornithologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116975482 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Homeyer, Alexander von

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Homeyer, Alexander von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116975482.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Peter Wilhelm (1790–1857), Pächter v. V., preuß. Hauplm., S d. Ernst, Pächter v. V., u. d. Kath. Dorothea Braun;
    M Luise, T d. Gg. Phil. Karl v. Kahlden, auf Daskow u. Grönevitz, u. d. Wilh. Dorothea v. Schwartzer; ledig.

  • Leben

    H. gehörte zu den europäischen Privatforschern und Sammlern, die sich jahrzehntelang um die Klassifizierung der Vogelformen bemühten. Sein literarischer Fleiß hatte die greifbarsten Erfolge auf faunistischem Gebiete. Dem rührigen Feldornithologen, Publizisten und Vortragsredner verdankten mehrere deutsche Landschaften vorher nicht bekannte Aufhellung. Dieser Aufgabe kam der mit der militärischen Laufbahn verbundene Ortswechsel entgegen. Schon als Fähnrich eines schlesischen Füsilier-Regiments lernte er seit 1852 westliche Garnisonen wie Mainz, Trier, Frankfurt, Rastatt kennen. 1854-60 verwaltete er gleichzeitig die Vogelsammlung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, und seit 1861 trug er von Glogau und Schweidnitz aus einen frischen Zug in die Vogelforschung von Schlesien. Von Natur aus reisefreudig, war er 1861 im Mittelmeerraum, 1874 in Angola, später in Dänemark, Ungarn, Rumänien, Serbien, Bosnien, Herzegowina – überall beobachtend und sammelnd. Als Major 1878 krankheitshalber aus|dem Dienst geschieden, wohnte er bis 1882 in Wiesbaden, dann in Anklam und seit 1889 in Greifswald. – H. schrieb der Eierkunde eine entscheidende Bedeutung zu. Er brachte eine der größten Privatsammlungen seiner Zeit zustande. 14 000 Stücke kamen 1906 in den Besitz der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Als Forscher strebte er nach einer selbständigen Klärung von umstrittenen Begriffen wie Art, Unterart, Lokalform, klimatische Varietät und so weiter, freilich ohne über die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen zu verfügen. Er griff damit Probleme auf, denen der ältere, aber weiterblickende J. F. Naumann durch die Beschränkung auf die reine Formenbeschreibung aus dem Wege gegangen war. Zudem standen für ihn veraltete Auffassungen von der Unveränderlichkeit der Arten fest, und für die Evolutionsthesen Darwins mangelte seinem konservativen Denken das Aufnahmeorgan. Der Trieb zum Sammeln machte ihn auch zum Entomologen. 50 000 Schmetterlinge dienten ihm hauptsächlich 1875-84 für systematische Studien. In der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft erfreute er sich im Gegensatz zu seinem Namensvetter Eugen Homeyer allgemeiner Beliebtheit.

  • Werke

    Zahlr. Publ. in: Journal f. Ornithol., Ornitholog. Mschr., Zs. f. Ornithol. u. Geflügelzucht, Ornitholog. Monatsberr. u. b. P. Kollibay, Die Vögel d. Preuß. Prov. Schlesien, 1906.

  • Literatur

    R. Blasius, in: Ornitholog. Mschr. d. Dt. Ver. z. Schutze d. Vogelwelt 28, 1903 (W-Verz., P);
    J. Steinbacher, in: Pomm. Lb. I, 1934 (W, L, P);
    L., Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964.

  • Autor/in

    Ludwig Gebhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Gebhardt, Ludwig, "Homeyer, Alexander von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 588 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116975482.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA