Lebensdaten
1844 bis 1923
Geburtsort
Königsberg (Ostpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Physiologischer Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116765267 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Salkowski, Ernst Leopold
  • Salkowski, E.
  • Salkowski, Ernestus
  • mehr

Verknüpfungen

Visualisieren

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Salkowski, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116765267.html [24.05.2017].

CC0

Salkowski, Ernst Leopold

Mediziner, physiologischer Chemiker, * 11.10.1844 Königsberg (Ostpreußen), 10.3.1923 Berlin. (evangelisch)

  • Genealogie

    V N. N., ev. Pfarrer in K.; M N. N.; 1880 Helene Obrichts (1859–1948); 1 S, 1 T; B Heinrich (1846- 1929), o. Prof. d. Chemie an d. Univ. Münster, Geh. Reg.rat (s. L).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Kneiphöfischen Gymnasiums studierte S. in Königsberg Medizin, wo er 1867 bei Ernst v. Leyden (1832–1910) promoviert wurde (De centro Budgii ciliospinali). Danach bildete er sich in Wien, in Tübingen bei Felix Hoppe-Seyler (1825–95) und in Heidelberg bei Wilhelm Kühne (1837–1900) weiter. 1872 wurde er auf Vorschlag von Rudolf Virchow (1821–1902) nach Berlin als Assistent an das chemische Laboratorium des Pathologischen Instituts der Charite berufen. Der Habilitation 1873 folgte dort 1874 die Ernennung zum ao. Professor für medizinische Chemie. Mit der Umwandlung des chemischen Laboratoriums in eine Abteilung wurde er 1880 zu deren Vorsteher bestellt. 1904 wurde S. zum Geh. Medizinalrat und 1909 zum o. Honorarprofessor ernannt (em. 1921).

    S., der am Beginn der Entwicklung der Biochemie stand, machte wesentliche Entdeckungen von Stoffwechselzwischen- und -endprodukten und entwickelte dabei biochemisch-analytische Methoden, die oft jahrzehntelang angewendet wurden. Er erkannte die grundsätzlichen Unterschiede des Stoffwechsel von Herbivoren und Carnivoren und leistete Beiträge zur Pathologie und Therapie der Säureintoxikationen. In teilweise mit seinem Bruder gemeinsam ausgeführten Arbeiten über Eiweißfäulnis beobachtete er u. a. die pathologische Phenolausscheidung und klärte die Hippursäureentstehung. Ein empirisch begründetes Konstitutionsmodell der Proteine war ein weiteres Ergebnis dieser Untersuchungen. Der Befund, daß enzymatische Spaltung und chemische Hydrolyse zu gleichen Produkten führen, beeinflußte die biochemischen Methoden insofern, als in vitro-Reaktionen denen in vivo analog oder modellhaft an die Seite gestellt wurden. Von seinen vielfältigen Studien zum Harn ist die Erkenntnis, daß die Harnsäure die Quelle des Allantoins ist, besonders erwähnenswert. Große Beachtung fand S.s Entdeckung der Autolyse, d. h. der Auflösung von Organen durch die Wirkung intrazellulärer Fermente, die zeitweise die Krebsforschung anregte. Bemerkenswert ist ferner die Auffindung der Pentosurie, einer nicht-diabetischen Kohlenhydratstoffwechselstörung. Als engagierter und erfolgreicher Lehrer bemühte sich S., die chemisch meist nur gering gebildeten angehenden Ärzte von der Wichtigkeit der pathologischen und klinischen Chemie zu überzeugen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Schwed. Ak. d. Wiss., Upsala, u. d. Ungar|Ak. d. Wiss.; Ehrenmitgl. d. Ital. Med. Ak., Rom.

  • Werke

    ca. 340 Publl. in Fachzss., u. a. Bildung v. Asparaginsäure bei d. Pankreas-Verdauung, in: Berr. d. Dt. chem. Ges. 7, 1874, S. 1030 (mit S. Radzicjewski); Vorkommen v. Allantoin u. Hippursäure im Hundeharn, ebd. 11, 1878, S. 500; Vorgang d. Harnstoffbildung im Thierkörper u. Einfluß d. Ammoniaksalze auf dens., in: Zs. f. physiolog. Chemie 1, 1877, S. 1; Über Autodigestion d. Organe, in: Zs. f. klin. Med. 17, 1890, S. 77; Über Isolierung d. Cholesterins aus d. Fetten, ebd. 57, 1908, S. 515; Über das Invertin (Invertase) der Hefe, ebd. 61, 1909, S. 124; Eine neue, bisher nicht beobachtete Zuckerart im Harn, in: Cbl. f. d. med. Wiss. 30, 1892, S. 337 (mit W. Jastrowitz); Pentaglykosen im Harn, ebd. S. 593; Die Lehre v. Harn, Ein Hdb. für Studirende u. Ärzte, 1882 (mit W. Leube); Über d. Fleisch als Nahrungsmittel, 1874; Practicum d. physiolog. u. patholog. Chemie, 1893, 41912.

  • Literatur

    C. Neuberg, in: Dt. med. Wschr. 40, 1914, S. 1870 f.; ders., in: Berr. d. Dt. chem. Ges. 56 A, 1923, S. 58-69; ders., in: Biochem. Zs. 138, 1923; F. Blumenthal, in: Med. Klinik 19, 1923, S. 521 f.; M. Duckek u. C. Vierus. Die Btrr. v. E. S. u. Peter Rona z. Entwicklung d. klin. Chemie an d. Charité, Dipl.arb. HU Berlin, 1986; BLÄ; Pogg. IV-VI; Wi. 1922; Altpreuß. Biogr. II; – zu Heinrich: S. H. Großmann, in: Berr. d. Dt. chem. Ges. 62 A, 1929, S. 177 f.; Pogg. III-VI; Altpreuß. Biogr. II.

  • Portraits

    Umschau 18, 1914, S. 839.

  • Autor

    Michael Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Michael, "Salkowski, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 377-378 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116765267.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Artikel noch nicht erschlossen.