Lebensdaten
1833 bis 1906
Geburtsort
Sülzbach bei Heilbronn
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116571020 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hegelmaier, Christoph Friedrich
  • Hegelmaier, Friedrich
  • Hegelmaier, Christoph Friedrich
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Zitierweise

Hegelmaier, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116571020.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus württ. Beamten- u. Pfarrerfam.;
    V Karl (1804–65), Dr. phil., Pfarrer in S., 1843 Dekan in Sulz, 1857 in Weinsberg, S d. Pfarrers Christoph Frdr. in Mähringen b. Tübingen u. d. Heinericke Cath. Müller;
    M Luise (* 1812), T d. Aug. Chrstn. Gottlieb Binder, Dekan u. Pfarrer in Ludwigsburg, u. d. Friederike Wilh. Majer;
    Ur-Gvv Tobias Gottfr. (1730–97), Prof. d. Theol. in Tübingen;
    Tante-v Friederike ( Chrstn. v. Knapp, 1800–61, württ. Finanzmin.);
    - 1860 Emilie, T d. Albert Veiel ( 1898), Oberamtsarzt in Cannstatt;
    3 S (2 jung †), 3 T (1 jung †).

  • Leben

    H. besuchte das Seminar in Urach. Die artenreiche Flora der Schwäbischen Alb weckte sein Interesse für die Botanik, so daß er sich entschloß, in Tübingen Medizin statt Theologie zu studieren. Nach seiner Promotion zum doctor medicinae (1857) war H. als Militärarzt in Ulm tätig, ging aber 1862 zum Studium der Botanik nach Berlin zu Alexander Braun. 1864 habilitierte er sich in Tübingen und wurde 1867 zum außerordentlichen Professor, 1902 zum ordentlichen Honorarprofessor ernannt. Hier vertrat er neben den Institutsleitern Mohl, Hofmeister, Schwendener, Pfeffer und Vöchting systematische und angewandte Botanik, später speziell Forstbotanik.

    H. hat sich in Berlin Brauns vergleichend-morphologischer Forschungsrichtung angeschlossen, diese aber später durch entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen ergänzt. In seiner „Monographie der Gattung Callitriche“ (1864) hat er nicht nur die Systematik der durch einen stark reduzierten Blütenbau gekennzeichneten „Wassersterne“ gefördert, sondern vor allem hinsichtlich der Histologie, Entwicklungsgeschichte und Lebensweise wichtige Beiträge geliefert. Ihm gelang unter anderem der Nachweis der terminalen Entstehung des einzigen Staubblattes der männlichen Blüten. Die große Monographie über die Wasserlinsen, „Die Lemnaceen“ (1868), in der er auch theoretische Auffassungen über diese Pflanzengattungen niederlegte, wurden Anlaß lebhafter Diskussionen. Doch sind die Kenntnisse von Bau und Entwicklung der Lemnaceen wie auch der Callitrichaceen seit H. nicht mehr wesentlich erweitert worden.

    Grundlegend waren H.s Untersuchungen zur Entwicklung des Embryos der Monokotylen und Dikotylen sowie zum Bau und zur Entwicklungsgeschichte des Endosperms (partielle Abschnürung und Obliteration des Embryosackes, konvolutive Kotyledonen, Polyembryonie und andere). Die „Vergleichenden Untersuchungen über Entwicklung dikotyledoner Keime“ (1878) gehören – nach Englers Urteil – neben Strasburgers Arbeiten zu den wesentlichsten Bereicherungen, welche der Embryologie damals zuteil wurden.

    Noch in heutigen Lehr- und Handbüchern trifft man auf manche der vorzüglichen Abbildungen aus H.s Abhandlungen. Sein Herbar, welches neben dem Belegmaterial zu seinen Veröffentlichungen vor allem Laubmoose, Lebermoose und Pflanzen des von ihm wiederholt bereisten Mittelmeergebietes enthält, bildet einen wertvollen Bestandteil des Museums für Naturkunde in Stuttgart.

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Moosvegetation d. Schwäb. Jura, in: J.hh. d. Ver. f. vaterländ. Naturkde, in Württemberg 29, 1873;
    Unterss. üb. d. Morphol. d. Dikotyledonen-Endosperms, in: Nova Acta Lopoldina 49, 1885.

  • Literatur

    K. Goebel, in: Berr. d. dt. botan. Ges. 25, 1907, S. (32)-(40) (W-Verz.);
    J. Eichler, in: J.hh. d. Ver. f. vaterländ. Naturkde. in Württemberg 63, 1907, S. XXXV-XLI (W-Verz., P);
    BJ XI (Tl. 1906).

  • Autor/in

    Karl Mägdefrau
  • Empfohlene Zitierweise

    Mägdefrau, Karl, "Hegelmaier, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 223 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116571020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA