Lebensdaten
1837 bis 1906
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Kostümmaler ; Ballettlibrettist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116467231 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gaul, Franz
  • Gaul
  • Gaul, F.
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Gaul, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116467231.html [23.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1807–74), Kaffeesieder, Medailleur, verdient um Vervollkommnung d. Prägetechnik u. Stempelvervielfältigung (s. ADB VIII; Wurzbach V; ThB [L]), S d. Gastgebers Karl u. d. Theresia Zisser;
    M Katharina (* 1802), T d. Seifensieders Joh. Gg. Schmid u. d. Elisabeth Thum;
    B Gustav (1836–88), Porträt- u. Historienmaler (malte u. a. viele Schauspieler in ihren Kostümen) (s. Wurzbach V; ThB); ledig.

  • Leben

    G. studierte ab 1850 an der Wiener Akademie für bildende Künste und begleitete seinen Bruder Gustav auf Auslandsreisen nach Venedig, Dresden, Holland, Paris. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Schlachtenmaler, Porträtist und Karikaturist von Persönlichkeiten des Wiener Theaters und der Politik und als Arrangeur lebender Bilder. Ab 1868 wurde G. als Nachfolger Alb. Deckers als Historienmaler ans Hofburgtheater verpflichtet. In dieser frühen Zeit war er Mitarbeiter am Königsdramenzyklus Dingelstedts, der G.s Kostümentwürfe wegen ihrer Pracht und historischen Treue schätzte. Ab 1879 nur mehr in der Hofoper als Kostümzeichner tätig, war er daselbst auch Vorstand des technischen Ausstattungswesens und erhielt schließlich als Nachfolger K. Brioschis noch die Aufsicht über die Dekorationsmalerei. Er schrieb außerdem mit dem Komponisten Josef Bayer (1852–1913), dem Ballettmeister J. Haßreiter und anderen Libretti zu Balletten, die zum Teil auch außerhalb Wiens Erfolg hatten (unter anderem „Die Puppenfee“, 1888). 1899 trat er in den Ruhestand. - G. war einer der besten Uniform- und Kostümkenner seiner Zeit. Sein Gesamtwerk zeigt den organischen Übergang in der Entwicklung des Wiener Theaterkostüms von der Spätromantik zum Jugendstil, dem er sich nicht mehr anzupassen vermochte. Die Aufgaben des Historizismus auf der Bühne hat er mustergültig gelöst.

  • Werke

    Weitere W u. a. Zahlr. Porträts, Karikaturen u. Szenenbilder (z. T. Wien, Nat.bibl., P-Slg.). Der künstler. Nachlaß enthielt an 100 Aquarelle v. Schlachten u. hist. Szenen, 300 Porträts aus Theaterkreisen, 2500 Kostümstudien, 1000 Figurenskizzen, vgl. Kat. d. Nachlasses, Gilhofer u. Ranschburg, Wien, März 1907. - Ballettlibretti (mit anderen) zu: Wiener Walzer (1885), Die goldene Märchenstadt (1893), Rund um Wien (1894). -Hrsg.: Österr.-ungar. Nat.trachten, 1881-86.

  • Literatur

    L. Eisenberg, Das geistige Wien, 1893;
    L. Hevesi, Oesterr. Künstler d. 19. Jh., 1903, S. 231 ff., 268, 324;
    ders., Altkunst - Neukunst, 1909;
    Der Kunstfreund, 1906, Beil. zu Nr. 7 (Nekr.);
    I. Buchinger, F. G. als Kostümzeichner, phil. Diss. Wien 1951;
    BJ XI (Tl. 1906);
    ThB;
    ÖBL (L; beide
    auch f. V u. B). - Zu J. Bayer: Riemann;
    ÖBL.

  • Portraits

    Phot. (Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Konrad Schrögendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schrögendorfer, Konrad, "Gaul, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 99 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116467231.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA