Lebensdaten
1755 bis 1833
Geburtsort
Olten (Kanton Solothurn)
Sterbeort
Sankt Gallen
Beruf/Funktion
Benediktiner ; Historiker ; Archivar
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116353740 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Arx, Urs Josef Nikolaus von
  • Arx, Ars Joseph Nicolaus von (ursprünglich)
  • Arx, Ildefons von
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Zitierweise

Arx, Ildefons von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116353740.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Urs Nikolaus von Arx (* 1726), Metzger in Olten;
    M Anna Maria von Rohr, aus Kestenholz (Kanton Solothurn);
    Gvv Nikolaus von Arx, Metzger und Gerichtsseß in Olten.

  • Leben

    A. legte 1774 in St. Gallen Profeß ab und wandte sich früh historischen Studien und Bibliothek und Archiv des Stiftes zu; seit 1786|war er Stiftsarchivar. Zunächst als Mitarbeiter des Abtes Beda Angehrn für die Einführung der Normalschule J. I. von Felbigers tätig, wurde er wegen seines Widerstandes gegen Angehrns Wirtschaftsführung 1788 als Pfarrer nach Hemberg, 1789 nach Ebringen (Breisgau) versetzt und erst 1796 von Abt Pankratius Vorsteher, dem Führer der Opposition gegen Abt Beda, an das Archiv zurückberufen. 1797 Mitglied der Interimsregierung, dann in verschiedenen Stellungen, war er nach der Aufhebung des Stiftes 1805 wieder im Archiv tätig, wurde 1813 Regens des Priesterseminars, 1817 Mitglied der katholischen Erziehungskommission, 1824 Stiftsbibliothekar und geistlicher Rat, 1825 Domherr. A. betrieb gründliche Studien vor allem zur Territorialgeschichte und gehörte auch zu den ältesten Mitarbeitern der Monumenta Germaniae Historica.

  • Werke

    u. a. Gesch. d. Herrschaft Ebringen, Freiburg i. Br. 1800;
    Die Ursachen d. Aufhebung d. Stiftes St. Gallen, 1805 (anonym); Gesch. d. Kantons St. Gallen, 3 Bde., St. Gallen 1810–13;

    Berichtigungen, 1830;
    Gesch. d. Landgfsch. Buchsgau, 1819;

    Erlebnisse d. P. I. v. A. als Pfarrer v. Ebringen … 1789-1796, in: Freiburger Diözesan-Archiv 28, 1900, S. 102-30;

    Tagebuch d. P. I. v. A. 1790-96, in: Hist. Mitt., = Monatsbeil. z. „Oltener Tagebl.“, 1911;
    Hrsg.: Reimchronik d. Appenzellerkrieges, St. Gallen 1825;
    Scriptores rerum Sangallensium, in: I, S. 63-65, II, S. 1-183; Catalogus codicum mss. bibliothecae S. Gallensis, 1827 (hs.).

  • Literatur

    ADB I, II;
    C. Wegelin, Ein Wort d. Andenkens an … I.v. A., St. Gallen 1834;
    G. Meyer v. Knonau, P. I. v. A., in: Neujahrsbl. f. d. St. Gallische Jugend, ebenda 1874 (P);
    G. J. Baumgartner, Gesch. d. Kantons St. Gallen IV, 1890;
    R. Henggeler, Profeßbuch d. fürstl. Benediktinerabtei … z. St. Gallen, Zug 1929, S. 420 ff. (P);
    A. Rutz, Biographisches üb. d. St. Gallischen Gesch.forscher P. I. v. A., in: Toggenburger Chronik, Bazenheid 1930, S. 73-76;
    HBLS I, 1921 (P);
    LThK.

  • Autor/in

    Jürgen Sydow
  • Empfohlene Zitierweise

    Sydow, Jürgen, "Arx, Ildefons von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 404 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116353740.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Arx: Urs Joseph Nicolaus v. A., nach Ablegung des Ordensgelübdes (1774) Ildefons, geb. zu Olten (Kt. Solothurn) 1755, zu St. Gallen 1833. Von Jugend auf für den geistlichen Stand bestimmt, trat v. A. zu St. Gallen in den Orden der Benedictiner ein, lebte aber mehrmals längere Zeit außerhalb des Klosters, indem er an auswärtige Pfründen des Stiftes als Pfarrgeistlicher versetzt wurde. Von 1796 an besorgte er das Stiftsarchiv, wurde jedoch nach Beginn der helvetischen Staatsumwälzung von den Schicksalen des sich auflösenden Conventes mitbetroffen. Dem letzten Fürstabte, Pankratius, persönlich befreundet, theilte er theilweise dessen Exil und kehrte erst 1805, nach der völligen Aufhebung des Stiftes, nach St. Gallen zurück, wo ihm die Regierung des inzwischen entstandenen Kantons St. Gallen das ehemalige Stiftsarchiv übertrug. 1824 übernahm er die Stiftsbibliothekarstelle, bekleidete aber daneben noch verschiedene andere Aemter, sowol seelsorgerischer Art, als besonders, seinen alten Neigungen entsprechend, auf dem Gebiete des Erziehungswesens. Seit 1813 leitete er als Regens das St. gallische Priesterseminar. Die Organisation des Bisthums St. Gallen 1824 brachte ihm die Würde eines Domherren. Die allgemeine Achtung der neuen Mitbürger wurde dem in so vielfacher Weise bis vier Jahre vor seinem Tode in edelster Weise thätigen Mitgliede des säcularisirten Stiftes zu Theil, das in seinem ganzen Auftreten die besten Eigenschaften des Priesters darstellte. Allein die bleibende Bedeutung der Persönlichkeit des Pater Ildefons liegt darin, daß er die in den letzten Zeiten des Klosters St. Gallen wieder höchst erfreulich hervorgetretene Pflege der litterarischen Bestrebungen eifrig fortsetzte. Schon als junger Mönch durch den gelehrten Bibliothekar Pater Magnus Hungerbühler historischen Studien nahe gebracht und mit den reichen handschriftlichen Schätzen bekannt gemacht, hatte er als Archivar den Entschluß gefaßt, die Geschichte des Klosters zu schreiben, ein Plan, der sich durch die politischen Ereignisse erweiterte. Die aus diesen Studien entstandene „Geschichte des Klosters St. Gallen“ (3 Bde. 1810, 11, 13. — Berichtigungen und Zusätze 1830) darf noch jetzt, obschon in Manchem überholt, als eine der gediegensten Leistungen auf dem Boden der deutschen Specialgeschichte betrachtet werden. Ein Muster, wie gemeinfaßlich und wissenschaftlich zugleich die Geschichte einer einzelnen Ortschaft zu schreiben sei, ist|"Die Geschichte der Herrschaft Ebringen“ (erst 1860 in Freiburg im Breisgau erschienen), einer St. Gallischen Besitzung im Breisgau, wo v. A. seit 1789 als Pfarrer seine sieben ruhigsten und glücklichsten Lebensjahre in milder Verbannung als Gegner des Abtes Beda (s. d. Art.) verlebt hatte. Dagegen erlitt „Die Geschichte der zwischen der Aar und dem Jura gelegenen Landgrafschaft Buchsgau mit Hinsicht auf den Hauptort Olten“ (1819) mit Recht einige Anfechtung durch den solothurnischen Geschichtsforscher Lüthy in dessen „Wochenblatt“. In sehr objectiver Weise ist die kleine Schrift: „Die Ursachen der Aufhebung des Stiftes St. Gallen“ (1805) gehalten. Als Bibliothekar setzte sich v. A. durch den Handschriftenkatalog 1827 ein bleibendes Denkmal und unterstützte weiter in gewinnbringendster Weise die Arbeiten der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde. Als Mitarbeiter an den „Monumenta Germaniae historica“ gab v. A. die Geschichtsquellen St. Gallens heraus, wobei besonders als von ihm entdeckt das Leben des heil. Gallus in der ältesten Redaction zu nennen ist. 1825 erschien die Edition der „Reimchronik des Appenzellerkrieges von einem Augenzeugen verfaßt und bis 1405 fortgesetzt“. — „Ein Wort des Andenkens an den verewigten Herrn Ildefons von Arx“ (1834 von dem Geschichtsforscher Stiftsarchivar Wegelin). Franz Weidmann: „Geschichte der Bibliothek von St. Gallen seit ihrer Gründung“ (1846).

    • Literatur

      Ildefons von Arx, P. (der Geschichtsschreiber des Kantons St. Gallen. Ein Lebensbild aus der Zeit der Umwälzung. St. Gallen 1874.)

  • Autor/in

    Meyer, von Knonau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer von Knonau, "Arx, Ildefons von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 615-616 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116353740.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA