Lebensdaten
1725 bis 1796
Geburtsort
Hagenwil (Thurgau)
Sterbeort
Sankt Gallen
Beruf/Funktion
Fürstabt von St. Gallen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135718430 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Angehrn, Johann Konrad (Taufname)
  • Beda Angehrn
  • Angehrn, Beda
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Angehrn, Beda, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135718430.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Conrad Angehrn (1697–1747), Chirurg und Gerichtsammann in Hagenwil;
    M Maria Cath. Willi

  • Leben

    A. war seit 1743 in St. Gallen, machte 1744 Benediktinerprofess und wurde 1749 zum Priester geweiht. Seine Lehrtätigkeit begann er 1751. Er wurde 1761 Prior und St. Gallischer Statthalter in Neu-St. Johann (Toggenburg) und 1767 zum Fürstabt gewählt. Er begann sofort mit umfassender Bautätigkeit in Stadt und Herrschaft (Abtspfalz, Vollendung der Stiftskirche, 19 andere Kirchen), sorgte energisch für sein Volk durch Bau zahlreicher Straßen und Schulen, besonders auch bei der Hungersnot von 1770. Für die Stiftsbibliothek erwarb er u. a. die Nibelungen- und die Parzivalhandschrift. Die Stiftsfinanzen ruinierte er völlig; die deshalb entstandene scharfe Opposition des Konvents konnte er aber nach jahrelangen Kämpfen überwinden. Den revolutionären Strömungen in den Stiftslanden seit 1794 kam er durch ein großzügiges Verfassungsstatut, den „Gütlichen Vertrag“ vom Oktober 1795, entgegen. Er war ein prachtliebender und wohlwollender Fürst des Barock, im Volk höchst populär bis zu seinem Tod.

  • Werke

    Umfangreiche handschriftl. Tagebücher im Stiftsarchiv St. Gallen, daraus kleine Auszüge hrsg. v. A. Oberholzer, in: St. Galler Bll. f. Unterhaltung, Belehrung u. Literar. Mitt. 1912, S. 62-64.

  • Literatur

    ADB I; J. Müller, B. A., Gossau 1920 (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. J. F. Roth, Stiftsbibl. St. Gallen; Ölgem. v. unbek. Künstler, Stiftsarchiv ebenda.

  • Autor/in

    Otto Feger
  • Empfohlene Zitierweise

    Feger, Otto, "Angehrn, Beda" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135718430.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Angehrn: Beda A., Fürstabt des Klosters St.-Gallen, geb. 7. December 1725 zu Hagenwil, einem St.-Gallischen Dorfe an der Grenze des Kantons Thurgau, 19. Mai 1796 zu St.-Gallen. Sohn eines angesehenen Wundarztes, besuchte er zuerst die Jesuitenschule in Constanz und dann die Klosterschule St.-Gallen. 1744 legte er hier das Klostergelübde ab und wirkte nach Empfang der Priesterweihe (1749) selbst als Lehrer an der Klosterschule, bis er zum Statthalter und Prior des von St.-Gallen abhängigen Klosters St.-Johann im Thurthale ernannt wurde. Seine Kenntnisse und sein freundliches heiteres Wesen erwarben ihm allgemeine Achtung und Liebe, so daß ihn das Capitel 1767 zum Abte wählte. Sein mildes Regiment trug im Grunde doch auch den Charakter seines Zeitalters, desjenigen des aufgeklärten Despotismus an sich: einerseits eifrige Sorge für das allgemeine Beste durch Verbesserungen in der Schule und Kirche, im Militärwesen, durch Anlage neuer Straßen und großer anderer Bauten, durch Förderung der wissenschaftlichen Anstalten des Klosters; andererseits nicht gehörige Bemessung der dem guten Willen zu Gebote stehenden Mittel, daher Zerrüttung der Finanzen, und Mißachtung der dem Capitel zustehenden, die selbstherrliche Verwaltung seiner Aemter störenden Rechte. Ein Theil der jüngern, kräftigern Ordensgeistlichen traten bald mit förmlichen Klagen gegen Beda bis vor den Papst, vermochten aber nicht durchzudringen. Bei Ausbruch der revolutionären Bewegungen unter den Gotteshausleuten im Jahre 1794 zeigte sich Fürstabt Beda außerordentlich nachgiebig und ließ sich von seinen bisherigen Unterthanen trotz des Widerstandes seines Capitels nach kurzem Sträuben ohne ernstlichen Widerstand die wichtigsten Regierungsbefugnisse den schwachen Händen entwinden.

    • Literatur

      Weidmann, Geschichte des ehemaligen Stifts und der Landschaft St.-Gallen unter den zween letzten Fürstäbten.

  • Autor/in

    Wartmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wartmann, Hermann, "Angehrn, Beda" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 452 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135718430.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA