Lebensdaten
1862 bis 1927
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Komponist ; Musikpädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116270888 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koch, Friedrich
  • Koch, Friedrich E.
  • Coch, Friedrich
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Zitierweise

Koch, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116270888.html [26.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1827–1905), Maler, Zeichner, Illustrator (s. ThB), S d. Lackierers Carl David u. d. Joh. Carolina Elis. Koch;
    M Pauline Viering (1834–1913);
    B Georg (1857–1927), Maler, Holzschneider u. Lithograph, Max (1859–1930), Maler u. Kunstgewerbler (beide s. ThB);
    - ⚭ Anna Fürchow (1869–1960);
    2 S;
    N Reinhold K.-Zeuthen (* 1889), Maler u. Graphiker (s. ThB; Vollmer).

  • Leben

    K. hat sich vor allem als Musikpädagoge, speziell als Kompositionslehrer ausgezeichnet. Er begann seine musikalische Ausbildung mit 16 Jahren an der Hochschule für Musik in Berlin, wo er Violoncello bei R. Hausmann studierte und in den folgenden Jahren außerdem Komposition bei W. Bargiel. Er setzte seine Studien bei R. Radecke fort. 1882-91 spielte er als Cellist in der Königlich Kapelle. Anschließend war K. kurze Zeit Kapellmeister in Baden-Baden, doch bewog ihn seine ausgeprägte pädagogische Begabung, 1892 als Gesangslehrer an das Lessing-Gymnasium in Berlin zu gehen, an dem er bis 1918 tätig war (1900 Professor). Gleichzeitig rückte auch sein kompositorisches Schaffen in den Vordergrund. Seine den überkommenen ästhetischen Vorstellungen huldigenden klassizistischen Werke fanden wegen ihrer handwerklichen Meisterschaft schnell Anerkennung. Schon 1891 hatte er seinen ersten Kompositionsabend mit dem Berliner Philharmonischen Orchester in der Sing-Akademie gegeben und für sein Streichtrio op. 9 den Mendelssohn-Preis erhalten. Außerdem war K. an verschiedenen Konservatorien als Kompositionslehrer und Leiter von Orchester-, Kammermusik- und Chorklassen tätig, leitete mehrere Chorvereine und war seit 1911 Mitglied offizieller Prüfungskommissionen. 1917 erfolgte seine Berufung zum ordentlichen Lehrer der Theorie- und Kompositionsabteilung der Berliner Musikhochschule, und bereits 1 Monat später übertrug man ihm die Vertretung Humperdincks als Abteilungsvorsteher, dessen Nachfolger er 1920 wurde. Durch seine pädagogischen und menschlichen Qualitäten war er hier außerordentlich erfolgreich. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörten B. Blacher, J. Dahlke, W. Jacobi, P. Kletzki und W. Wolff. Innerhalb von K.s kompositorischem Schaffen, das heute vergessen ist, nimmt die Vokalmusik den gewichtigsten Platz ein, und schon zu seinen Lebzeiten fanden seine großen Chorwerke mehr Anklang als seine 3 Opern. Als typischer Vertreter der bürgerlichen Musikkultur trug er das von Mendelssohn und Schumann inspirierte Erbe seiner Lehrer weiter, wobei ihn seine Vorliebe für volkstümliche melodische Formen in Verbindung mit einer ausgeprägten handwerklichen Sachlichkeit als Berliner Akademiker kennzeichnet|

  • Auszeichnungen

    O. Mitgl. d. Ak. d. Künste Berlin (1901), Mitgl. d. Senats d. Sektion Musik (1902, seit 1916 öfters Vorsitzender).

  • Werke

    Chorwerke mit Orch.;
    3 Opern;
    Orch.kompp.;
    Konzerte;
    Kammermusik;
    a cappella-Chöre;
    Lieder. - Schrr.:
    Der Aufbau der Kadenz u. a., Ein Btr. z. Harmonielehre, 1920.

  • Literatur

    A. Schering, Von d. Tageszeiten, Erl., 1905;
    ders., Gesch. d. Oratoriums, 1911;
    K. Kämpf, in: Monogrr. moderner Musiker II, 1907;
    H. Kretzschmar, Führer durch d. Konzertsaal, 1. Abt., 2. Bd., 1916, 2. Abt., 1. Bd., 1916, 2. Abt., 2. Bd., 1915;
    W. Niemann, Die Musik d. Gegenwart, 1921;
    MGG VII (ausführl. W-Verz., L);
    Riemann (W). - Qu.: Hs. Ll. im Archiv d. Ak. d. Künste Berlin;
    Personalakten im Archiv d. Hochschule d. Künste.

  • Autor/in

    Thomas-M. Langner
  • Empfohlene Zitierweise

    Langner, Thomas-M., "Koch, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 262 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116270888.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA