Lebensdaten
1846 bis 1935
Geburtsort
Zweibrücken
Sterbeort
Aschaffenburg
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116137576 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dingler, Hermann

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Zitierweise

Dingler, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116137576.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gottfr. (1803–75), Appellationsgerichtsrat, S des Joh. Christian s. Genealogie (1);
    M Elis. (1817–64), T des Glockengießers Joh. Peter Lindemann;
    Ov Christian s. (1);
    1880 Marie (1859–1941), T des Emil Erlenmeyer ( 1909), Chemiker;
    1 S Hugo s. (3), 2 T;
    N Max (* 1883), Zoologe.

  • Leben

    D., dessen Neigung von Anfang an der Botanik gehörte, studierte zunächst auf Wunsch des Vaters Medizin in Zürich, Erlangen, München (Promotion 1870), Wien und wieder München (Staatsexamen 1872). Anschließend machte er eine botanische Studienreise durch Palästina und Kleinasien und verbrachte die nächsten Jahre als Militär- oder Bahnarzt in türkischen Diensten in Bithynien, Acco beziehungsweise Adrianopel. 1875 ging er wieder nach München, um sich bei K. Nägeli zu habilitieren (1883, Promotion in Leipzig 1882), 1889 wurde er an die Forstliche Hochschule in Aschaffenburg berufen, wo er bis zu ihrer Aufhebung 1910 Botanik lehrte, unterbrochen nur durch längere Forschungsreisen nach Kleinasien (1892), Ceylon (1909), Sizilien (1912) und dem Kaukasus (1914). Im Ruhestand baute er die Sammlungen der Hochschule zu einem naturwissenschaftlichen Museum aus. Daneben wirkte er als Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins, gründete 1907 den Kreisausschuß für Naturschutz im westlichen Unterfranken und trat für die Bildung von Eichenreservaten im Spessart ein. Seine wissenschaftlich bedeutendste Arbeit (Die Bewegung der pflanzlichen Flugorgane, 1889) ist in der physikalischen Behandlung noch heute unübertroffen. Weitere von ihm geförderte Probleme sind das Scheitelwachstum der Gymnospermen (1882), die Flachsprosse der Phanerogamen (1885), der Aufbau des Weinstocks (1885), Zwangsdehnung an einem Bambussproß (1896/97), die Ursache des Laubfalls (1902 und öfters). Nach seiner Emeritierung beschäftigten ihn vor allem Systematik, Geographie und Biologie der Rosaceen.

  • Literatur

    M. Möbius, in: Berr. d. dt. botan. Ges. 54, 1936, S. 122-39 (W, P).

  • Autor/in

    Claus Nissen
  • Empfohlene Zitierweise

    Nissen, Claus, "Dingler, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 729 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116137576.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA