Lebensdaten
1775 bis 1837
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Maler
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 115747745 | OGND | VIAF: 93578536
Namensvarianten
  • Kollmann, Ignaz
  • Kollmann
  • Kollmann, I.
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kollmann, Ignaz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115747745.html [10.08.2020].

CC0

  • Leben

    Kollmann: Ignaz K. Schriftsteller und Maler, wurde am 16. Januar 1775 zu Graz geboren. Er studirte in seiner Vaterstadt und wurde sodann Beamter auf der steiermärkischen Herrschaft Gutenberg und auf mehreren anderen Herrschaften. Später kam er als Secretär zu dem Fürsten Seraphin Porcia in Italien, dann als Secretär des Magistrats nach Triest und endlich stellte ihn Erzherzog Johann, der im Jahre 1811 zu Graz die nach ihm Joanneum benannte Gelehrten-Anstalt begründete, als Scriptor in der Bibliothek daselbst an. In dieser Eigenschaft war K. eifrig thätig. Zugleich aber redigirte er eine Zeit lang die damalige „Grätzer Zeitung“ und begründete unter der Aegide des Erzherzogs Johann das literarisch-ökonomische Beiblatt dieser Zeitung: „Der Aufmerksame“, welches von 1812 bis zu Kollmann's Tode von diesem redigirt wurde. K. wandte sich auch der Malerei zu und brachte in späterer Zeit wirklich eine Zahl von Bildern zu Wege, welche weit über die Arbeiten des gewöhnlichen Dilettantismus hinausragen; zumeist waren es religiöse Stoffe, die er behandelte; mehrere Kirchen in Graz besitzen noch einige seiner Bilder als Altargemälde u. dgl. Auch Vorwürfe aus der Geschichte seiner Heimath Pflegte sich K. zu seinen Bildern zu wählen. Während der Redaktionsführung des „Aufmerksamen“ veröffentlichte K. auch eine große Zahl von Gedichten, insbesondere Balladen, Romanzen, Legenden und versifizirte Sagen aus der Heimathsgeschichte in diesem Blatte, ohne daß diese jedoch jemals gesammelt erschienen wären. Besser als diese rasch und in großer Anzahl produzirten dichterischen Versuche Kollmann's sind mehrere von ihm verfaßte dramatische Arbeiten, unter denen besonders das Stück: „Erzherzog Karl von Steiermark oder der Wundertag im Erzgebirge. Ein|vaterl. Schauspiel in 4 Akten“ (1833) sowol in Graz als auch insbesondere in Wien bei der Aufführung großen Beifall errang. Von Kollmann's dramatischen Arbeiten sind noch zu nennen: „Maximilian. Ein Trauerspiel“ (1818) und „Dante. Drama“ (1832). Außerdem hat er ein topographisches Werkchen: „Triest und seine Umgebungen“ (1808) sowie eine Reihe schätzenswerther Abhandlungen in Hormayr's Archiv, in der Wiener Theaterzeitung und in anderen Blättern abgefaßt. K. war auch ein sehr gewandter Improvisator und eine in ganz Steiermark überaus beliebte und hochgeachtete Persönlichkeit, weshalb ihn auch die Städte Graz. Marburg und Cilli zum Ehrenbürger ernannten. — Ein Hauptverdienst Kollmann's ist die Begründung des „Aufmerksamen“ im Jahre 1812, also zu einer Zeit, da von einem literarischen Blatte in Steiermark noch keine Rede war. K. hat dieses Blatt in ganz Oesterreich und selbst außerhalb desselben zu Ansehen gebracht und man konnte bald nach seiner Gründung den „Aufmerksamen“ zu den gelesensten Blättern des Reiches zählen. Auf dem Gebiete der Geschichte, Topographie, Ethnographie, Statistik und Geographie der österr. Alpenländer bietet die lange Reihe der Jahrgänge des Aufmerksamen eine reiche und gediegene Ausbeute. K. starb am 16. März 1837 in Graz. Der „Aufmerksame“ bestand in der von ihm begründeten Art bis 1843, von welchem Jahre an er unter dem Namen „Stiria“ fortgesetzt wurde.

    • Literatur

      Vgl. Steiermark. Zeitschrift red. v. Schreiner, Muchar etc. (Grätz 1840) N. f. VI. 1. Heft. — Wurzbach. Biogr. Lex. Bd. XII. — Schlossar, Erzh. Johann und sein Einfluß auf das Kulturleben der Steiermark. (Wien 1878.)

  • Autor/in

    Anton Schlossar.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schlossar, Anton, "Kollmann, Ignaz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 480-481 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115747745.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA