Lebensdaten
erwähnt 1100 oder 1101 , gestorben 1126
Beruf/Funktion
Bischof von Regensburg ; Graf von Sponheim
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104108096 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartwig
  • Hartwig I.
  • Hartwig
  • mehr

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Zitierweise

Hartwig I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104108096.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause Sponheim;
    V Gf. Engelbert I. ( 1096), Vogt d. EB Gebhard v. Salzburg, vielleicht auch bereits d. EB Thietmar u. Balduin;
    M Hedwig ( etwa 1112), T d. Gf. Marquard v. Eppenstein ( 1076, s. NDB IV);
    Ov EB Hartwig v. Magdeburg ( 1102, s. NDB VIII), Gf. Hermann v. Plotzkau ( 1118), Burggf. v. Magdeburg;
    Om Heinrich III. ( 1122), Hzg. v. Kärnten (s. NDB VIII);
    B Heinrich IV. ( 1123), Hzg. v. Kärnten, Siegfried (gen. 1104, vor 1139, Adelheid), Gf. Bernhard v. Trixen ( 1147), Engelbert ( 1141), Mgf. v. Kraiburg, 1108-23 Mgf. v. Istrien, 1124-35|Hzg. v. Kärnten;
    Schw Richardis ( Mgf. Poppo II. v. Istrien, vor 1101);
    Vt Gf. Zeizolf v. Hochosterwitz ( um 1130);
    N Gf. Siegfried v. Lebenau ( 1164), Hzg. Ulrich v. Kärnten ( 1144), Engelbert ( 1173), Mgf. v. Istrien, 1135-37 Mgf. v. Tuscien, Hartwig II. ( 1164), Bischof v. R. (seit 1155), EB Hartwig I. v. Bremen ( 1168, s. NDB VIII), Gf. Rapato I. v. Ortenberg ( 1186 ?), Heinrich ( 1169), Abt v. Weiler-Bettnach 1133-45, seit 1145 Bischof v. Troyes, Adelheid ( 1178), Äbtissin v. Göß, Sophia ( Gf. Berthold II. v. Andechs, 1151), Luitgard (⚭ Gf. Berthold I. v. Bogen, 1168).

  • Leben

    H. war einer der treuesten Parteigänger Heinrichs V. Er war zunächst Dompropst von Salzburg gewesen und ist seit 1100/01 bei seinem Onkel, dem EB Hartwig von Magdeburg, als Dompropst von Magdeburg nachweisbar. Anstelle des papsttreuen EB Heinrich war er von Heinrich IV. als Erzbischof von Magdeburg vorgesehen, wurde jedoch zusammen mit seinem Onkel, Burggraf Hermann, und Eisilo, dem Propst des Sankt Sebastian-Klosters in Magdeburg, auf dem Weg zu Heinrich IV. von Graf Dietrich III. von Katlenburg festgesetzt. Bereits am 20.5.1105 ist H. in der Umgebung Heinrichs V. auf der Versammlung in Nordhausen bezeugt, er war seitdem bei der Auseinandersetzung zwischen Heinrich IV. und Heinrich V. stets auf der Seite des letzteren zu finden und wurde noch 1105 von Heinrich V. anstelle des vertriebenen Kandidaten Heinrichs IV., Ulrich, als Bischof von Regensburg eingesetzt, aber erst 1106 durch EB Ruthard von Mainz geweiht. Doch schon am 1.11.1105 war er an der Aufstellung EB Gebehards von Salzburg durch Heinrich V. beteiligt. Auch weiterhin war H. beim König anzutreffen, unter anderem 1107 in Lüttich beim Zug gegen Robert von Flandern, 1108 bei der Expedition gegen die Ungarn und beim 1. Romzug Heinrichs V. 1111. Trotz päpstlichen Banns hielt er Heinrich V. die Treue und war auch auf dessen Hochzeit 1114 in Mainz zu finden. 1115 versuchte er zwischen Heinrich V. und den abgefallenen Sachsen zu vermitteln. Am 2. Romzug Heinrichs V. nahm H. zwar als Mitglied der Reichsregentschaft nicht teil, stand aber als Vertrauter des Kaisers mit ihm in stetem Briefwechsel; auch lehnte er die Teilnahme an der vom flüchtigen Salzburger EB Konrad für den 6.7.1117 nach Mainz einberufenen Synode ab. H. gehörte zu den Unterzeichnern des Wormser Konkordats vom 23.9.1122 und ist auch auf dem 1. lateranischen Konzil März 1123 nachzuweisen, auf dem die Beschlüsse von Worms bestätigt wurden. Seine wichtige Stellung im Reich zeigte sein Einfluß auf die Wahl Lothars von Supplinburg zum deutschen König am 30.8.1125 in Mainz, aber auch die Tatsache, daß gerade er der Gesandtschaft angehörte, die den Gegenkandidaten Friedrich von Schwaben zum Einlenken bewegen sollte. Bereits am 20.11.1125 war Lothar III. in Regensburg zu finden, der damit den langjährigen Streiter für die kaiserliche Sache besonders auszeichnete.

    Über seine Stellung als Reichspolitiker vernachlässigte H. seine Diözese nicht. Sein erster Rechtsakt als Bischof betraf 1107 eine Restitution an das Kloster Mondsee. H.s Hauptverdienst lag jedoch in der Förderung des klösterlichen Lebens. Er errichtete das Benediktinerkloster Prüll 1100 neu und ließ dort die 1. romanische Hallenkirche im Regensburger Raum bauen. Auch fällt der Neubau des Schottenklosters Sankt Jakob in Regensburg (1110– etwa 1120) unter seine Regierungszeit. Auf H. geht die zeitweise Umwandlung Weltenburgs in ein Augustinerchorherrnstift zurück, das er 1123 dotierte. 1118 wurde das Benediktinerkloster Reichenbach durch Markgraf Diepold von Vohburg gegründet; 1122 wurden die Rechte des Regensburger Bischofs daran durch Calixtus II. genau geregelt. Wichtiger war jedoch die Beteiligung H.s an der Gründung von Eigenklöstern des Bischofs Otto I. von Bamberg in der Diözese Regensburg. Prüfening, 1109 durch Otto errichtet und mit Hirsauer Mönchen besetzt, wurde am 12.5.1119 von Otto von Bamberg und H. gemeinsam geweiht. H. setzte sich bereits 1117 für die Abtsweihe Erminolds ein, nahm dessen Beisetzung vor und weihte selbst am 21.7.1121 Erbo zum neuen Abt. Auch bei der Gründung von Mallersdorf war nicht nur Otto, der dort eine Stiftung des Grafen Heinrich von Kirchberg übernahm, sondern auch H. beteiligt; er selbst weihte die Kirche am 5.9.1109. Das Benediktinerkloster Ensdorf, 1121 gemeinsam mit Pfalzgraf Otto IV. von Wittelsbach von Otto von Bamberg gegründet, wurde von Otto von Bamberg mit Zustimmung H.s am 25.7.1123 geweiht. Gerade diese bamberger Eigenklöster waren Mittelpunkt der kirchlichen Erneuerungsbewegung des 12. Jahrhunderts H. zeigte durch seine Bereitschaft an der Mitwirkung bei der Errichtung dieser Klöster seine Übereinstimmung mit der Kirchenpolitik Ottos von Bamberg; er stand damit aber auch in der Tradition seiner eigenen Familie, denn sein Vater hatte die Benediktinerabtei Sankt Paul im Lavanttal 1091 gegründet und mit Hirsauer Mönchen besiedelt.

  • Literatur

    ADB X;
    F. Janner, Gesch. d. Bischöfe v. Regensburg I, 1883, S. 585-635;
    Hauck III, S. 892, 908, 1004 f., 1007, 1037 f.;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Heinrich IV., V., Lothar III.;
    S. Riezler, Gesch. Baierns|I, 2, 21927, S. 189 f., 200, 208-11, 214, 227;
    A. Brackmann, Germania pontificia I, 1911, S. 270 f., 285 f., 290, 293, 295-305, 309 f., 320 f.;
    E. Klebel, Stud. u. Vorarbb. z. Germania pontificia I, 1912, S. 41-44;
    ders., Probleme d. bayr. Vfg.gesch., 1957, S. 273-76, 305, 322;
    A. Jaksch, Gesch. Kärntens bis 1335, 1928/29;
    G. Zirngibl, 950 J. Karthaus-Prüll in Regensburg, 1947;
    J. Hemmerle, Die Benediktinerklöster in Bayern, 1951, S. 43-45, 66-68, 100-04, 107-09, 110-12, 137-39;
    M. Thiel, Die Traditionen, Urkk. u. Urbare d. Klosters Weltenburg, 1958, S. 41*, 104. - Zur Geneal.: E. Klebel, Die Ahnen d. Herzoge v. Kärnten a. d. Hause d. Spanheimer, in: Archiv f. vaterländ. Gesch. u. Topogr. 24/25, 1936, S. 47-74;
    G. Baader, Die Spanheimer in Süddtld. u. Österreich (in Vorbereitung).

  • Autor/in

    Gerhard Baader
  • Empfohlene Zitierweise

    Baader, Gerhard, "Hartwig I." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 12-14 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104108096.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hartwich I., 1106—26 Bischof von Regensburg, aus dem Hause der Grafen von Sponheim, Bruder des Markgrafen Engelbert von Istrien. Er war Dompropst in Salzburg, als ihn Heinrich V. an Stelle des kaiserlichen Bischofs Udalrich in Regensburg einsetzte, und starb am 3. März 1126. Es ist sehr wenig von ihm bekannt; vielleicht aber ist er der Bischof H., welcher auf den Wunsch des Königs Coloman das Leben des hl. Stephan, des ersten christlichen Königs von Ungarn beschrieben hat, und in Ungarn unter dem Namen Chartuitius bekannt ist, den er in jüngeren Handschriften führt. Er hat nur zwei ältere Legenden mit einander ganz mechanisch verbunden, mit sehr wenigen Zusätzen. Doch wäre es möglich, daß er selbst der Verfasser der größeren von diesen beiden Legenden gewesen wäre; die kleinere war gleich nach der Erhebung der Gebeine Stephans 1083 verfaßt und ist die wichtigere.

    • Literatur

      Ausgaben von Stilting, Acta SS. Sept. I. und von Podhradczky 1836. Erste kritische von Wattenbach, Mon. Germ. SS. XI.

  • Autor/in

    Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Hartwig I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 720 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104108096.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA