• Leben

    Sifrid: S. v. Ballhausen, d. i. Pfarrer in Groß-Ballhausen (Balnhusin), unweit Weißensee in Thüringen, ist uns nur durch seine Weltchronik bekannt, die er unter dem Titel „Historia universalis“ bis 1304, und dann in neuer Bearbeitung bis 1306 als „Compendium Historiarum“ führte. Für ihn fiel das Hauptgewicht auf die biblische und Legendengeschichte, die er zum Gebrauch für seine Zeitgenossen aus den bekanntesten Quellen oberflächlich zusammenstellte. Für die neuere Geschichte ist seine Hauptquelle die Chronica minor, daneben benutzte er Erfurter Quellen, die uns nicht vollständig erhalten sind. Zuletzt schreibt er aus eigener Kenntniß und theilt neben läppischen Fabeln doch auch Brauchbares aus seiner thüringischen Heimath mit, aus der schweren Heimsuchung durch König Adolf, und über König Albrecht, den er sehr verehrt. Lange nur in entstellter Form unter dem falschen Namen eines Sifridus presb. Misnensis bekannt, ist das Werk jetzt nach dem für jede der beiden Bearbeitungen erhaltenen Autograph musterhaft herausgegeben, doch mit Beschränkung auf den letzten Abschnitt, von O. Holder-Egger, Mon. Germ. Scriptt. 25, S. 679—718.

  • Autor/in

    W. Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Sigfrid von Ballhausen" in: Allgemeine Deutsche Biographie 34 (1892), S. 262 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100960634.html#adbcontent

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