Lebensdaten
vor 1111 bis 1174
Geburtsort
Lodi
Beruf/Funktion
Geschichtsschreiber
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100954111 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Morena, Otto
  • Otto Morena
  • Morena, Otto
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Zitierweise

Otto Morena, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100954111.html [22.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus angesehener, im 12. Jh. mit mehreren Mitgliedern in L. nachweisbarer Fam.;
    V N. N., bekleidete höchste städt. Ämter in L.;
    2 S, Manfred, Teilnehmer an d. Kämpfen gegen d. Mailänder, Acerbus ( 1167), Richter unter Konrad III., setzte d. Werk d. Vaters fort (s. Lex. MA).

  • Leben

    O. erlebte die Zerstörung der Vaterstadt durch die Mailänder und den Verlust ihrer Selbständigkeit durch Ansiedlung in Borghi (1111). Kaiser Lothar III. ernannte ihn zum „iudex ac missus“; 1143 und 1174 war er Konsul von Lodi, das eine Mal, als sich der Druck Mailands gelockert hatte, das zweite Mal, als Kaiser Friedrich I., der 1153 in Konstanz mit Bürgern aus Lodi zusammengetroffen war, die Stadt schon längst neugegründet hatte. Daneben stand er zeit seines Lebens als Notar im Dienst der Bischöfe von Lodi. Ob er zeitweilig Bürgerrecht in Mailand besaß, wie F. Güterbock aus einmaliger Nennung schließen wollte („de civitate Mediolani“), ist nicht sicher, da mit „civitas“ auch der Contado gemeint sein kann, zu dem Lodi als unselbständiger Ort gehörte.

    Um 1160 begann O. den „Libellus de rebus a Frederico gestis“ und führte ihn von 1153 an bis zum Winter 1161/62. Dann unterbrach er seine Arbeit, um sie seinem Sohn Acerbus zu überlassen; ein anderer Sohn wird von O. bei den Kämpfen mit Mailand erwähnt. Acerbus war schon unter Konrad III. ebenfalls „iudex ac missus“ geworden; 1162 spätestens wurde er Podestà von Lodi. Da er selbst an der Belagerung von Mailand teilnahm, im Auftrag des Kaisers Eide der Bewohner der Porta Nova entgegennahm und danach noch einige Zeit den Kaiser begleitete, übernahm er diesen Teil des Berichtes. Mit dem Sommer 1164 beginnt der dritte Teil der Erzählung, nach Güterbocks Meinung von einem Anonymus verfaßt, der aber durchaus wieder mit O. zu identifizieren sein könnte. Er schildert den Romzug des Kaisers von 1167, an dem auch|Acerbus teilnahm, dessen Tod durch die Seuche am 18.10.1167 sowie den fluchtartigen Rückzug des Kaisers und endet mit der Wahl eines alexandrinischen Bischofs für Lodi auf Bemühungen und Druck des Lombardenbundes.

    Die Sprache des „Libellus“ ist schmucklos – der Anteil des Acerbus etwas geringer als der der anderen – und zeigt eine starke Vernachlässigung der klassischen Regeln des Lateins; die Schilderungen jedoch sind von penibler Genauigkeit, vor allem in den Lodi betreffenden Teilen, und reichen bis zum Schicksal einzelner Bewohner mit genauer Namensnennung. Das Werk ist in zwei Fassungen überliefert; die in schlechterem Latein (zwei Hss. d. 15./16. Jh.; zwei Fragmente) ist die ursprünglichere, die in korrekterem Latein repräsentiert verschiedene Stufen einer späteren Bearbeitung.

  • Werke

    Das Gesch.werk d. O. M. u. seiner Fortsetzer, neu hg. v. F. Güterbock, VII, 1930 (Nachdr. 1964);
    Ottonis Morenae eiusdemque continuatorum Libellus de rebus a Frederico imperatore gestis, hg. u. übers. v. F.-J. Schmale, Frhr. vom Stein-Gedächtnisausg. 17 a, 1986, S. 6-13, 34-239.

  • Literatur

    F. Güterbock, Zur Ed. d. Gesch.werkes O. M.s u. seiner Fortsetzer, in: NA 48, 1930, S. 116-47;
    ders., Zur Ed. O. M.s II, Das Lodeser u. d. Mailänder Werk, ebd. 49, 1932, S. 126-49;
    F.-J. Schmale, Überlieferung u. Text d. „Libellus“ d. O. M. u. seiner Fortsetzer, in: DA 41, 1985, S. 438-59;
    Lex. MA.

  • Autor/in

    Franz-Josef Schmale
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmale, Franz-Josef, "Otto Morena" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 698 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100954111.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA