Lebensdaten
um 1000 bis zwischen 1075 und 1080
Geburtsort
im Lütticher Sprengel
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Domscholaster in Lüttich und Mainz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100943322 | OGND | VIAF: 28527375
Namensvarianten
  • Gozechin
  • Gozwin
  • Gozechin
  • mehr

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Zitierweise

Gozwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943322.html [06.08.2020].

CC0

  • Leben

    G. studierte vor 1031 in Fulda bei Bardo, dem späteren Erzbischof von Mainz, und wurde unter Bischof Wazo von Lüttich Domscholaster. Um 1058 von EB Luitpold als Domscholaster nach Mainz berufen, wurde er dort auch Propst der Marienkirche. G. verfaßte etwa 1060-62 eine Passio s. Albani, die EB Siegfried von Mainz und Abt Bardo ( 1062) vom Kloster Sankt Alban in Mainz gewidmet ist. Biographisch aufschlußreich ist sein Brief an Walcher, seinen Lütticher Lieblingsschüler und (nach 1058) dortigen Amtsnachfolger. Darin macht er in seiner pessimistischen Zeitschilderung Irrlehrer wie Berengar von Tours für den Niedergang und Verfall der Sitten und der Wissenschaft verantwortlich. Er war ein guter Stilist, unter seinen zahlreichen Klassikerzitaten finden wir besonders Horaz.

  • Werke

    Epistola ad Walcherum, ed. J. Mabillon, in: Vetera analecta, Paris 1723, S. 437 ff.;
    J. P. Migne, Patrologiae cursus completus 143, Sp. 885-908;
    Passio s. Albani, ed. H. Canisius, in: Lectiones antiquae, Ingolstadt 1601–04, V, S. 648-65, 2ed. J. Basnage, Antwerpen 1724 ff., IV, S. 158-66;
    die dort nicht gebrachten Prologe u. einige Textauszüge ed. O. Holder-Egger, in: MGH SS 15, S. 984-990.

  • Literatur

    ADB IX (unter Gozechin);
    O. Holder-Egger, in: NA 13. 1888. S. 11-21, 20, 1895, S. 683 (Nachweis d. Identität beider Vf.);
    S. Balau, Etüde critique des sources de l’histoire du pays de Lièges, Brüssel 1902, S. 172 ff.;
    Manitius II, S. 470-78;
    Wattenbach-Holtzmann I, 4, S. 443 f., 719 f.;
    C. Erdmann, Stud. z. Brieflit. Dtld.s im 11. Jh., 1938, S. 22 u. ö.;
    Hauck III, S. 733, 963 f.

  • Autor/in

    Fritz Weigle
  • Empfohlene Zitierweise

    Weigle, Fritz, "Gozwin" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943322.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gozechin, Vorsteher der damals hochberühmten Lütticher Domschule, wurde von dem Erzbischof Liutpold (1051—59) nach Mainz berufen. Wir wissen von ihm nur durch einen ausführlichen Brief, „Epistola ad Walcherum“, den Mabillon in seinen Analecta vetera (p. 437 ed. II, wiederholt bei Bouquet XI, 500) herausgegeben hat. Darin beklagt sich G. mit vieler Bitterkeit über den Verfall aller Zucht und Wissenschaft und die Nichtachtung der Gelehrten|nach dem Tode Heinrichs III. und des Erzbischofs Liutpold; er sehnt sich fort aus Mainz, zurück nach seinem geliebten Lüttich. Weiter ist nichts über ihn bekannt.

  • Autor/in

    W. Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Gozwin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 530-531 unter Gozechin [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100943322.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA