Lebensdaten
1804 – 1879
Geburtsort
Olvenstedt bei Magdeburg
Sterbeort
Buffalo (New York, USA)
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Kirchenführer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136053157 | OGND | VIAF: 56236373
Namensvarianten
  • Grabau, Johannes Andreas August
  • Grabau, Johannes
  • Grabau, Johannes Andreas August

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Zitierweise

Grabau, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136053157.html [26.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Andreas ( 1822), Bauer;
    M Anna Dor. Jericho;
    1834 Christiane Sophie, T d. Präfekturkanzlisten Joh. Andreas Burggraf u. d. Frieder. Louise Elis. Beulke;
    2 S, 1 T, u. a. Johs. Andreas (1842–1914), Nachf. G.s.

  • Biographie

    G. absolvierte das Domgymnasium in Magdeburg und studierte 1825-30 in Halle Theologie. Er war Lehrer in Magdeburg und Sachsa, bis er 1834 als Pfarrer an Sankt Andreas in Erfurt berufen wurde. Als strikt lutherisch weigerte er sich 1836, die unierte Liturgie weiter zu benutzen, und wurde abgesetzt,|kam wegen des verbotenen Abhaltens von Gottesdiensten in Privathäusern mehrfach ins Gefängnis, entkam aber mit Hilfe des Hauptmanns Heinrich von Rohr (1797–1874), der wegen seines Widerstandes gegen die Union entlassen worden war. Schließlich wurde ihm, von Rohr und etwa 1000 Gesinnungsgenossen erlaubt, nach Amerika auszuwandern. Fünf Schiffe brachten G. und Anhänger nach Amerika, wo sie sich im Oktober 1839 in und bei Buffalo niederließen und die Dreifaltigkeitsgemeinde gründeten. G. blieb ihr Pfarrer bis an sein Lebensende. Er war ein begabter Kanzelredner und treuer Seelsorger, war aber oft taktlos und eigenwillig. Sein Plan, eine alle lutherischen Gemeinden Nordamerikas umfassende strikt lutherische Synode zu gründen, scheiterte an seiner Unfähigkeit, Andersdenkende zu verstehen. Am 15.7.1845 gründete er mit 4 Pastoren „die aus Preußen ausgewanderte lutherische Kirche“, später kurz Buffalo-Synode genannt. Bis 1866 lag die kleine Synode in zähem theologischen Streit gegen die viel mächtigere Missouri-Synode und ihren hervorragenden Führer C. F. W. Walther. 1866 zerbrach die inzwischen auf etwa 30 Gemeinden gewachsene Buffalo-Synode in 3 Teile; auch von Rohr sagte sich von G. los. Bis zu seinem Tode führte G. mit den ihm treugebliebenen Gemeinden das 1840 gegründete theologische „Luther Seminar“ in Buffalo weiter, gab das Kirchenblatt „Die wachende Kirche“ heraus, ebenfalls ein Gesangbuch und eine Agende, und war „Senior Ministerii“. Seine letzten Lebens- und Dienstjahre waren friedlich und ungestört. Im theologischen Streit war er jähzornig und eigensinnig, in allen anderen Hinsichten ein Muster der Milde und Freundlichkeit.

  • Literatur

    J. A. Grabau [S], Lebenslauf d. Ehrwuerdigen J. A. A. G., Buffalo 1879;
    E. Denef, Gesch. d. Buffalo-Synode, 1929;
    W. A. Grabau, Die Gesch. d. Fam. Grabau, 1929;
    G. H. Genzmer, in: DAB VII (L)

  • Autor/in

    Julius Bodensieck
  • Zitierweise

    Bodensieck, Julius, "Grabau, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 693-694 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136053157.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA