Lebensdaten
1833 bis 1919
Geburtsort
Krefeld
Sterbeort
Wernigerode
Beruf/Funktion
Archivar ; Bibliothekar
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 100837867 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jacobs, Eduard
  • Jacobs
  • Jacobs, C. E.
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Zitierweise

Jacobs, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100837867.html [17.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Anton (1791–1842), Schlosser, dann Seifenfabr. in K., S d. Joh. Heinrich in K. u. d. Magdalena Bötzeler aus Viersen;
    M Anna Marg. (1792–1872), T d. Georg Küppers u. d. Catharina Berns;
    1866 Helene, T d. Prof. Ludwig Braune u. d. Maria Scheide;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    J. studierte in Halle, seit 1856 in Berlin Geschichte, Geographie, Philologie, anfangs auch Theologie. Nächst Karl Ritter, dessen geographisch-historischer Betrachtungsweise er zeitlebens anhing, war Ranke von bestimmendem Einfluß auf ihn. Nach Promotion und Staatsprüfung (1859) war J. zunächst als Gymnasiallehrer in Neuruppin, Berlin und Cottbus tätig. Von Ranke gefördert, trat er 1864 in den Archivdienst über und begann, am Staatsarchiv in Magdeburg unter G. A. v. Mülverstedts Anregung Arbeiten zur Geschichte des Hzgt. Magdeburg und der Territorien, die 50 Jahre zuvor zur preuß. Provinz Sachsen zusammengefaßt worden waren, zu publizieren. Der wissenschaftliche Ruf, den er sich damit verschaffte, veranlaßte 1866 Otto Gf. zu Stolberg-Wernigerode, J. als Archivrat und Bibliothekar nach Wernigerode zu berufen. Hier hat er als Nachfolger Ernst Wilhelm Förstemanns die Neuordnung der Bibliothek abgeschlossen, das gräfl. Archiv reorganisiert und beide durch eine rege Auskunftstätigkeit der wissenschaftlichen Nutzung zugeführt. Der Bibliotheksbestand verdoppelte sich während seiner bis 1917 währenden Amtszeit auf 124 000 Bände; insbesondere baute J. das Fach Deutsche Geschichte und die hymnologische Abteilung aus. Seine erste Pflicht aber sah er darin, in emsiger Kleinarbeit die ihm anvertrauten Bestände zu durchforschen. So wurden die Geschichte der Grafschaft Wernigerode, die des Harzes und der Provinz Sachsen sein eigentliches Arbeitsgebiet. Den Grafen, seit 1890 Fürsten, Stolberg-Wernigerode eng verbunden, ist er auch mit Publikationen zu deren Familiengeschichte hervorgetreten.

    J. gehörte zu den hervorragenden Vertretern der landesgeschichtlichen Forschung, die sich damals auf der methodologischen Grundlage der historischen Schule in den Geschichtsvereinen organisierte. Bereits 1865 an den Anfängen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde des Erzstifts Magdeburg beteiligt, gründete J. 1868 den Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde, dem er als Schriftführer (bis 1912) sogleich ein eigenes Publikationsorgan schuf. In dieser Zeitschrift des Harz-Vereins hat er 340 eigene Arbeiten veröffentlicht. – Als Historiker verband J. die Lokal- und Regionalgeschichte mit der historischen Landes- und Volkskunde. Bei sorgfältiger, liebevoll im einzelnen verharrender Aufarbeitung immer neuen Quellenstoffes gelangte er jedoch nur selten zu umfassenden Darstellungen. Seine Geschichtsauffassung ist von stolberg-wernigerödisch- und preußisch-dynastischer Bindung wie auch von tiefer, später pietistisch gestimmter Religiosität beeinflußt.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Halle 1909).

  • Werke

    W. Herse, Verz. d. Schrr. v. E. J., in: Zs. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde. 53, 1920, S. IX-XVI. -
    Übersichtl. Gesch. d. Schrifttums u. d. Bücherwesens in d. Gfsch. Wernigerode, ebd. 6, 1873, 7, 1874;
    Zur 50j. Jubelfeier d. Provinz Sachsen, 1865;
    UB d. Klosters Drübeck, 1874;
    UB d. Klosters Ilsenburg, 2 Bde., 1875/77;
    UB d. Deutschordens-Kommende Langeln u. d. Klöster Himmelpforten u. Waterler, 1882;
    Gesch. d. i. d. Preuß. Prov. Sachsen vereinigten Gebiete, 1883;
    Juliana v. Stolberg, Ahnfrau d. Hauses Nassau-Oranien, 1889;
    UB d. Stadt Wernigerode b. 1460, 1891;
    Alt-Wernigerode, 1908;
    Von d. franz. Rev. bis Waterloo, Wernigeröder Erinnerungen a. d. Zeit v. 1790-1815, 1914;
    Wüstungskde. d. Kreises Gfsch. Wernigerode, 1921.

  • Literatur

    W. Friedensburg, in: Korr.bl. d. Gesamtver. d. dt. Gesch. u. Altertumsvereine 67, 1919;
    K. Bürger, in: Zs. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde.Altertumskunde 53, 1920 (P);
    O. Mötefindt, in: Dt. Geschichtsbll. 20, H. 4-6, 1920;
    W. Herse, Die fürstl. Bibl. in Wernigerode, in: Zs. f. Bücherfreunde NF 14, 1922.

  • Portraits

    Phot. (Berlin, Dt. Staatsbibl., Hss.abt. u. Lil.-archiv, P-Slg.).

  • Autor/in

    Hans Lülfing
  • Empfohlene Zitierweise

    Lülfing, Hans, "Jacobs, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 241 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100837867.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA