Lebensdaten
1834 bis 1873
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Dublin
Beruf/Funktion
Sprachwissenschaftler
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 141748419 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lottner, Carl Friedrich

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Zitierweise

Lottner, Carl Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd141748419.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Heinrich (s. 1); - ledig.

  • Leben

    L. studierte 1851-54 in Berlin Philologie und Vergleichende Sprachwissenschaft beiJacob Grimmund Franz Bopp. In den Jahren danach war er Gymnasiallehrer und bereitete sich gleichzeitig auf die Universitätslaufbahn vor. Seit 1858 lehrte er in Edinburgh, ein Jahr später in London und schließlich von 1860 bis zu seinem Lebensende am Trinity College in Dublin, wo er die durch den Tod seines Landsmannes Rudolph Thomas Siegfried vakant gewordene Professur für Sanskrit übernahm und gleichzeitig halbtags als Bibliothekar arbeitete. Er führte ein einsames Leben und widmete sich zumindest in den letzten Lebensjahren nahezu ausschließlich seiner wissenschaftlichen Arbeit. Seine Zeitgenossen rühmten an ihm die Weite und Vielseitigkeit seines Forschungsinteresses. Enge Spezialisierung auf ein separates Fachgebiet innerhalb der vergleichenden Sprachwissenschaft war ihm fremd. Er besaß umfangreiche Kenntnisse in zahlreichen indogerman. Sprachen und widmete sich intensiv auch dem außer-indogerman. Bereich, wie seine Studien zu Keilinschriften, zu afrikan. und asiat. Sprachen bezeugen.

    L.s Gesamtwerk ist schmal. Es besteht aus 27 meist kurzen Artikeln, die in drei deutschen und zwei engl. Zeitschriften erschienen. Dennoch haben seine Arbeiten wesentliche Beiträge zu epochemachenden Entwicklungen geleistet. So waren z. B. L.s Untersuchungen zur altägypt. und kopt. Grammatik und deren Vergleich mit Schwesterdialekten in Arabien und Abessinien Ausgangspunkt für die nachfolgenden ergebnisreichen Forschungen von Friedrich Müller (1834–98). Noch weitreichender war der Einfluß seines Artikels über die „Ausnahmen der ersten Lautverschiebung“ (Zs. f. Vgl. Sprachforschung 11, 1862, S. 161-205). Friedrich Max Müller (1823–1900) verdankte ihm|die grundlegenden Materialien für das Kapitel „Grimm's Law“ in seinem Werk „Lectures on the Science of Language“ (II, 1864), das zu den populärsten und erfolgreichsten sprachwissenschaftlichen Büchern der 2. Hälfte des 19. Jh. gehört. Ferner schuf L.s kritische Zusammenstellung der Ausnahmen zu Grimms erster oder german. Lautverschiebung die unabdingbaren Voraussetzungen für die weiterführenden Arbeiten von Hermann Grassmann und Karl Verner, wodurch der Weg bereitet wurde für die von den Junggrammatikern erstmalig formulierte strenge Hypothese von der ausnahmslosen Wirkung der Lautgesetze.

  • Werke

    W-Verz.: E. F. K. Koerner, in: Historiographia Linguistica 1, 1974, S. 289-90. -
    Ergänzungen: Traces of the Italic imperfect in the Keltic languages, in: Transactions of the Philological Society, 1859, S. 31-34;
    Die altir. Verbalclassen, Btrr. z. Vgl. Sprachforschung 2, 1860/61, S. 322-29;
    On the Gaulish inscription of Poitiers [kommentierte Ausg. v. Notizen R. Th. Siegfrieds], in: Proceedings of the Royal Irish Academy 8, 1864, S. 308-24;
    Biographical Notice of August Schleicher, ebd. 10, 1869, S. 415-21.

  • Literatur

    The Irish Times (Dublin), 18. April 1873;
    H. Gaidoz, in: Bull, de la Societé de Linguistique de Paris II, 8, 1873, S. LXXIV-LXXVI.

  • Autor/in

    Kurt R. Jankowsky
  • Empfohlene Zitierweise

    Jankowsky, Kurt R., "Lottner, Carl Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 250 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd141748419.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA