Lebensdaten
1846 bis 1903
Geburtsort
Büren a. d. Aare (Kanton Bern)
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Ophthalmologe
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 140243755 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pflüger, Ernst

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Pflüger, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140243755.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Sekundarlehrer, 1841 aus Ulm eingewandert: M Emilie Aberegg;
    1871 Berta Pfister (* 1844), aus Schaffhausen;
    1 S Ernst (1879–1954), Augenarzt in Bern.

  • Leben

    P. studierte in Bern Medizin und promovierte 1870 mit einer Dissertation über Tonometrie (Druckmessung) des Auges. Von Henri Dor (1835–1912) zum Augenarzt ausgebildet, erweiterte er sein fachliches Wissen auf einer Studienreise nach Utrecht (F. C. Donders), London (W. Bowman) und Wien; hier konnte er neben den Ophthalmologen C. F. Arlt und E. Jaeger auch den hervorragenden Otologen Adam Politzer (1835–1920) hören. 1871 ließ sich P. als Augen- und Ohrenarzt in Luzern nieder. 1876 wurde er als Nachfolger seines Lehrers Dor ao. Professor für Augenheilkunde an der Univ. Bern, 1879 Ordinarius.

    P. war ein vielseitiger, stets auch wissenschaftlich tätiger Kliniker, vertraut mit den Fortschritten der deutschen wie der franz. Ophthalmologie. Er bereicherte die augenärztliche Diagnostik durch einen Augenspiegel mit Korrekturlinsen Refraktions-Optthalmoskop, durch Sehproben zur Bestimmung der Sehschärfe und durch „Tafeln zur Bestimmung der Farbenblindheit“ (1880). Diese beruhten auf dem Prinzip des „Florcontrastes“: Schwarze und graue Zeichen (Buchstaben u. Zahlen) erschienen beim Betrachten durch den „Flor“ farbiger Seidenpapiere in den Kontrastfarben, was von Farbenblinden nicht oder nur mangelhaft wahrgenommen werden konnte. P. praktizierte und propagierte die operative Entfernung der klaren Augenlinse zur Korrektur hochgradiger Kurzsichtigkeit und erzielte dabei zumindest kurzfristig gute Erfolge.

  • Werke

    ca. 100 Veröff. (Aufss. in Zss. u. Bücher), u. a. Kurzsichtigkeit u. Erziehung, 1886;
    Operazioni moderne di glaucoma, 1894;
    Behandlung höchstgradiger Kurzsichtigkeit mittels Entfernung d. Linse, 1895;
    Suppression du cristallin transparent, 1899.

  • Literatur

    A. Siegrist, Gesch. d. Augenheilkde. speziell d. Augenklinik u. deren Direktoren in Bern, 1910 (W-Verz., P);
    H. Buess, in: Schweiz, med. Wschr. 76, 1946, S. 32 f.

  • Autor/in

    Huldrych M. Koelbing
  • Empfohlene Zitierweise

    Koelbing, Huldrych M., "Pflüger, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 356 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140243755.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA