Lebensdaten
1887 bis 1960
Geburtsort
Forst (Lausitz)
Sterbeort
Wehrda (Kreis Marburg)
Beruf/Funktion
Indologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139017380 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nobel, Julius Adolf Johannes
  • Nobel, Johannes
  • Nobel, Julius Adolf Johannes

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Zitierweise

Nobel, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139017380.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Oskar, Buchhalter;
    M Elisabeth Teichert;
    B Alphons (1895–1972), Journ., Schriftst. (s. Kosch, Biogr. Staatshdb.; Kosch, Lit.-Lex);
    Berlin 1918 Charlotte (Lotte) Schmidt;
    1 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1907 studierte N. in Greifswald Indologie bei L. Heller, Indogermanistik bei E. Zupitza sowie Arabisch und Türkisch bei F. Giese. 1908 ging er nach Berlin und befaßte sich bei H. Lüders, R. Pischel und E. Sieg hauptsächlich mit Sanskrit. Nach der Promotion 1911 bei Lüders und Wilhelm Schulze schlug er die Bibliothekslaufbahn ein. Nach dem Kriegsdienst und einer Tätigkeit als Heeresdolmetscher für Türkisch wurde N. 1920 als Bibliotheksrat an der Preuß. Staatsbibliothek eingestellt. Er erwarb 1921 in Berlin die venia legendi für Indische Philologie, erhielt 1927 den Titel eines apl. Professors und wurde 1928 auf den Marburger Lehrstuhl berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1955 innehatte.

    N.s wissenschaftliches Oeuvre weist zwei unterschiedliche Schwerpunkte auf. Seine Dissertation „Beiträge zur älteren Geschichte des Alamkāraśāstra“ (1911), seine Habilitationsschrift „The Foundations of Indian Poetry and their Historical Development“ (1925) und seine frühen Aufsätze (bis 1927) handeln von der Sanskrit-Kunstdichtung und ihren poetologischen Grundlagen. Seine späteren Arbeiten gelten dagegen vorwiegend dem Mahāyāna- und Hīnayāna-Buddhismus, zu dessen Studium er seit 1923 auch Tibetisch, Chinesisch und Japanisch lernte. Im Zentrum seines Interesses stand fortan das Suvarṇaprabhāsasūtra. Für die Buddhologie bahnbrechend und richtungweisend waren neben N.s Ausgaben des Sanskrit-Textes (1937) sowie der ersten und zweiten tibet. Fassung nebst einem Wörterbuch (1944–50) auch seine Verdeutschung der chines. Version des I-ching und die Herausgabe von deren tibet. Rückübersetzung (1958). Komplementär zur Edition dieses auf dem Standpunkt des Negativismus und teils unter dem Einfluß des Tantrayāṇa-Buddhismus stehenden Sūtras publizierte er ferner die lamaistische|Rezension des legendarischen Udrāya ṇāvadāna mit Übertragung ins Deutsche und Wörterbuch (1955).

    Außer bibliographischen Hilfsmitteln veröffentlichte N. Friedrich Rückerts nachgelassene Versifizierung des Amaruśataka (1925), entzifferte südind. Inschriften (1928), bereitete H. Hackmanns unvollendetes „Erklärendes Wörterbuch zum chines. Buddhismus“ für die Publikation vor (Lfg. 1-6, 1951-54), geleitete K. F. Geldners dreibändige Ṛgveda-Übersetzung durch den Druck (1951) und vervollständigte den Index dazu (1957).|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Internat. Ac. of Indian Culture in Lahore (später in New Delhi) (1937); korr. Mitgl. d. Finno-Ugrischen Ges. in Helsinki (1942).

  • Werke

    Weitere W Ein alter med. Sanskrit-Text u. seine Deutung, 1951;
    Central Asia, the Connecting Link between East and West, and Other Lectures, 1952;
    Über d. Bedeutung d. tibet. Versionen f. d. Verständnis d. ‚buddhist. hybriden Sanskrit', 1953. – Aufss. in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges.;
    Journal of the Royal Asiatic Society;
    Le Muséon;
    GGA;
    DLZ.

  • Literatur

    Jñānamuktāvalī Commemoration Volume in Honour of J. N., hg. v. C. Vogel, 1959, S. 1-16 (W-Verz., P);
    C. Vogel, in: Mitt. d. Univ.bundes Marburg 1960, S. 80-83 (W-Verz.);
    W. Rau, in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 111, 1961, S. 6-12 (W-Verz., P);
    ders., Bilder 135 dt. Indologen, 1982 (P);
    A. Habermann u. a., Lex. dt. wiss. Bibliothekare 1925–80, 1985;
    V. Stache-Rosen, German Indologists, bearb. v. A. Stäche-Weiske, 1990 (P).

  • Autor/in

    Claus Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Claus, "Nobel, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 301-302 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139017380.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA