Lebensdaten
1803 bis 1881
Geburtsort
Eichenbarleben (Kreis Wolmirstedt)
Sterbeort
Gernrode
Beruf/Funktion
preußischer General ; Generaladjutant Wilhelms I.
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138118507 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Alvensleben, Gustav von

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Zitierweise

Alvensleben, Gustav von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138118507.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gebhard Johann von Alvensleben, Oberstleutnant;
    M Caroline Friederike Eleonore von Alvensleben; 4 B, u. a. die Generale Constantin von Alvensleben (1809–92) u. Werner von Alvensleben; unverheiratet

  • Leben

    Jahrelang wurde A. als militärischer Erzieher und Begleiter fürstlicher Persönlichkeiten verwendet. 1847-58 gehörte er dem preußischen Generalstab an und nahm in dieser Eigenschaft am badischen Feldzug teil. Nach Beilegung der dortigen Unruhen wurde A. zum Stabschef des in Baden verbleibenden Armeekorps ernannt. 1854 trat er den gleichen Posten beim Militärgouvernement der Rheinlande und Westfalens an, an dessen Spitze der Prinz von Preußen stand. Als der Prinz 1858 die Regentschaft übernahm, wurde A. zum Generalmajor befördert, nach der Thronbesteigung 1861 erfolgte die Ernennung zum Generaladjutanten. Ständig in der Umgebung Wilhelms I., wirkte A., eines der bedeutendsten Mitglieder des Militärkabinetts, im Sinne der Militärpartei, zu deren Häuptern er neben A. von Roon, E. von Manteuffel, den Prinzen Karl und Friedrich Karl zählte. Mit Roon setzte sich A. für die Berufung Bismarcks ein. 1863 schloß er im Sinne Wilhelms I. und Bismarcks die nach ihm benannte Konvention mit Rußland. Die „A.sche Konvention“, der Bismarck ein Kapitel seiner „Gedanken und Erinnerungen“ gewidmet hat, führte zu einer vorübergehenden internationalen Spannung, verhalf aber dazu, eine russisch-preußische Zusammenarbeit auf Jahre hinaus zu begründen. Im gleichen Jahr erfolgte A.s Beförderung zum Generalleutnant. 1866 leitete er die Unterhandlungen mit Georg V. von Hannover, die schließlich zu der Kapitulation der Hannoveraner bei Langensalza führten. Seit 1868 General der Infanterie, stand A. 1870 an der Spitze des IV. (magdeburgischen) Armeekorps, das aber nur in der Feldschlacht von Beaumont sich auszuzeichnen Gelegenheit fand. A. trat 1872 in den Ruhestand, um sich vielseitigen geistigen Interessen zu widmen.

  • Literatur

    ADB XLV; E. L. v. Gerlach, Denkwürdigkeiten, 2 Bde., 1891/92; A. v. Roon, Denkwürdigkeiten, 51905;
    E. Zechlin, Staatsstreichpläne Bismarcks u. Wilhelms I., 1929;
    ders., Bismarck u. d. Grundlegung d. dt. Großmacht, 1930;

    R. Sehmidt-Bückeburg, Das Militärkab. d. preuß. Könige u. dt. Kaiser, 1933;

    H. Scheidt, Konvention A. u. Interventionspolitik d. Mächte in d. poln. Frage 1863, 1937; Priesdorff VII, S. 169-72 (P).

  • Portraits

    Zeichnung v. A. v. Menzel (Berlin, Nal. -Gal.).

  • Empfohlene Zitierweise

    Alvensleben, Udo von, "Alvensleben, Gustav von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 233 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138118507.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Alvensleben: Gustav von A., königlich preußischer General der Infanterie, ein Bruder des Generals Constantin von A. (s. oben), am 30. September 1803 zu Eichenbarleben im Kreise Wollmirstedt in der Provinz Sachsen geboren, kam am 28. Juli 1821 als Secondlieutenant zum Kaiser Alexander Garde-Grenadierregimente Nr. 1 und wurde am 30. März 1835 zum Premierlieutenant befördert. Seit dem Jahre 1832, in welchem er Bataillonsadjutant wurde, hat er bis zu seiner Ernennung zum commandirenden General nur in den Jahren 1842 bis 1847 einige Zeit im Frontdienste gestanden. Während der ganzen übrigen Zeit befand er sich außerhalb desselben. Von 1836 bis 1838 war er Führer des Prinzen Georg von Mecklenburg-Strelitz, des nachmaligen Großherzogs Georg; von 1840 bis 1844 war er in gleicher Stellung dem Erbprinzen Leopold von Lippe-Detmold beigegeben; vom 1. April 1847 bis zum 16. October 1858 gehörte er dem Generalstabe an, nahm als Officier desselben am Feldzuge in Baden theil, war darauf Chef des Generalstabes des nach Beendigung der Feindseligkeiten dort verbleibenden Armeecorps und seit 1854 Chef des Stabes beim Militärgouvernement der Rheinlande und von Westfalen, an dessen Spitze der Prinz von Preußen stand. Als der Prinz die Regentschaft übernahm, behielt er A. bei seiner Person und ernannte ihn, nachdem A. im J. 1858 zum Generalmajor aufgestiegen war, gleich nach seiner Thronbesteigung zum Generaladjutanten. In dieser Eigenschaft begleitete er den König 1866 auf den Kriegsschauplatz in Böhmen. Vorher war er zur Fortsetzung der durch den Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha eingeleiteten Unterhandlungen mit König Georg V. von Hannover nach Thüringen entsendet gewesen. Am 24. Juni abends in Gotha eingetroffen wurde er am 25. morgens durch den Generaladjutanten Oberst Dammers in das königliche Hauptquartier zu Groß-Behringen geleitet. Die dort stattfindenden Unterhandlungen führten zu einem von den beiden Genannten am nämlichen Tage abgeschlossenen Waffenstillstande, welcher bis auf weiteres gelten sollte. A. setzte von dem getroffenen Abkommen den in Eisenach befehligenden General v. Goeben in Kenntniß und reiste über Gotha nach Berlin zurück. General Vogel v. Falckenstein, der Oberbefehlshaber der den Hannoveranern gegenüberstehenden preußischen Streitkräfte, welchen unmittelbar von dem getroffenen Uebereinkommen in Kenntniß zu setzen A. versäumt hatte und der nur durch seinen Untergebenen Goeben davon erfuhr, kehrte sich jedoch an die Abrede nicht und, ehe noch die Frage der Gültigkeit der mit A. geschlossenen Uebereinkunft befriedigend festgestellt war, traf in der Person des Oberst v. Döring ein zweiter Abgesandter aus Berlin in Gotha ein.

    Im J. 1870 führte A. das IV. Armeecorps (Magdeburg) nach Frankreich in das Feld. Nächst dem VI. hat dieses von allen Corps den geringsten Antheil an Kämpfen gehabt. Anfangs zur II. Armee des Prinzen Friedrich Karl von Preußen gehörend, dann der nach Beendigung der Kämpfe bei Metz neugebildeten, dem Kronprinzen Albert von Sachsen unterstellten Maasarmee überwiesen, hat das Corps nur am 30. August bei Beaumont in der Feldschlacht|eine hervorragende Rolle, hier aber auch die bedeutendste, gespielt. Vor Paris, wo ihm sein Platz im Nordwesten der Stadt auf dem rechten Seineufer angewiesen war, richtete sich keiner der von den Belagerten unternommenen Ausfälle gegen die dem Corps anvertraute Stellung. Die von General v. A. trotzdem geleisteten Dienste wurden durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes beider Classen, des Ordens pour le mérite und einer Dotation anerkannt. Am 10. October 1872 trat er in den Ruhestand, zog sich nach Gernrode im Harz zurück und ist dort am 30. Juni 1881 gestorben.

  • Autor/in

    B. v. Poten.
  • Empfohlene Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "Alvensleben, Gustav von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 758-759 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138118507.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA