Lebensdaten
1875 bis 1945
Geburtsort
Köln
Sterbeort
auf d. Weg von Hofgastein nach Röttgen
Beruf/Funktion
Parfümeriefabrikant
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 137683936 | OGND | VIAF: 239287309
Namensvarianten
  • Mülhens, Peter Paul
  • Mülhens, Peter Paul
  • Mülhens, Pether Paul
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Mülhens, Peter Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137683936.html [21.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (s. 3);
    Deutsch-Wilmersdorf 1909 Maria Walburga (1881–1959), T d. Kaufm. Julius Emil Stockhausen u. d. Agathe Bermbach aus Krefeld ( 1] Ferdinand van der Zypen, 1875–1914, Kaufm., Mitinh. d. Fa. van der Zypen & Charlier in K.);
    2 S ( v. 1945), 2 T, u. a. Maria (1912–85, Rudi Mehl, 1902–80, Versicherungsunternehmer, s. Wi. 1973), Leiterin d. Gestüts Röttgen (s. Gorzny);
    E Ferdinand (* 1937), Nachf. in d. Unternehmensleitung 1962–90.

  • Leben

    M. absolvierte seine Lehrzeit im väterlichen Unternehmen und bei einem Lieferanten von Duftpflanzen und Essenzen in Grasse. Anschließend wurde er auf Reisen geschickt, wobei ein erfahrener Handlungsreisender des Unternehmens ihn begleitete. An einen längeren Aufenthalt in Grasse schloß sich eine Lehrzeit in New York an. 1900 wurde M. vom Vater als Teilhaber aufgenommen, wobei die Geschäftsführung ihm gänzlich übertragen wurde.

    Aus Amerika brachte er neben zwei dampfgetriebenen Automobilen eine Vorliebe für Technik mit. Neben der Einführung neuer Bürotechnik bemühte er sich um die Verbesserung der Produktionsabläufe. Er schuf eine Absatzorganisation unter Ausschaltung des Großhandels, die die Endverkäufer direkt ab Werk belieferte. Während im 19. Jh. besonders Blumennamen für Parfüms gewählt wurden, ging M. nun zu Phantasiebezeichnungen über. Teilweise haben diese Produkte über Jahrzehnte hohe Marktanteile erreichen können, wie z. B. die Matt-Creme oder Sparta. 1921 führte M. als neue Marke „Tosca“ ein, 1935 folgte mit „Sir“ eine erfolgreiche Herrenpflegeserie. Nach dem 1. Weltkrieg mußte M. die ausländischen Kunden- und Lieferantenbeziehungen erneut aufbauen. Für das stark exportabhängige Geschäft war dies der Lebensnerv. M. konnte schon nach wenigen Jahren wieder den Vorkriegsstand erreichen. Während der Besatzungszeit mußte ein Teil der Produktion nach Berlin ausgelagert werden. Die zunehmende Konsumbereitschaft der Massen brachte auch Änderungen in der Werbung mit sich. M. baute eine eigene Werbeabteilung mit Grafikern und Textern auf. Mit Künstlern verhandelte er persönlich über die Gestaltung von Anzeigen und Plakaten. Als weiteres Werbemittel wurden schon früh Stummfilme eingesetzt.

    1909 pachtete M. den Herrensitz Röttgen in der Bürgermeisterei Heumar, den er zehn Jahre später erwarb. Als Beigeordneter, Gemeinderats- und Kreistagsmitglied nahm er für die Gemeinde öffentliche Aufgaben wahr. Die Familie förderte verschiedene soziale und öffentliche Einrichtungen. 1924 errichtete M. auf Röttgen ein Gestüt, das in der Vollblutzucht und im Rennsport bald erfolgreich war (1932 Sieg beim Deutschen Derby). 1933 stiftete M. den „Preis von 4711“ auf der Kölner Rennbahn.

    Die Familie stand dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber. Jüdische Angestellte im Ausland wurden nicht, wie verlangt, entlassen, und Maria Mülhens hielt die Beziehungen zu einer jüdischen Schwägerin aufrecht. Um den Druck auf das Unternehmen bzgl. der Personal- und Absatzpolitik zu mindern, trat M. 1937 in die NSDAP ein. Im 2. Weltkrieg wurden das Geschäftshaus in der Glockengasse und die Ehrenfelder Produktionsanlagen vollständig zerstört. Der Betrieb wurde teilweise in Not- und Ausweichquartieren aufrecht erhalten. Da M. seine beiden|Söhne überlebte, übernahm 1945 seine Witwe, unterstützt von zwei langjährigen Direktoren, die Leitung der Geschäfte. Erfolgreich konnte sie das seit der Firmengründung nur den Inhabern bekannte Geheimrezept des Kölnisch Wassers gegenüber brit. Übernahmeversuchen verteidigen. Nach der Wiederaufbauphase konnte die marktbeherrschende Position im Kölnisch Wasser-Geschäft weiter ausgebaut werden. 1962-90 leitete M.s Enkel Ferdinand das Unternehmen, das seinen Namen 1990 in „Muelhens KG“ änderte und sich heute mehrheitlich im Besitz der Wella AG, Darmstadt, befindet.

  • Literatur

    s. Einl.;
    J. Huck, Röttgen u. Fam. Mülhens, in: Rechtsrhein. Köln, II, S. 159-74.

  • Autor/in

    Ulrich S. Soénius
  • Empfohlene Zitierweise

    Soénius, Ulrich S., "Mülhens, Peter Paul" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 302 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137683936.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA