Lebensdaten
erwähnt 1034, gestorben 1056
Beruf/Funktion
Erzbischof von Köln ; kaiserlicher Kanzler für Italien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137412711 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hermann
  • Hermann II. von Köln
  • Hermann von Köln
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hermann II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137412711.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Ezzonen (s. NDB IV);
    V Pfalzgf. Ezzo in Lothringen ( 1034, s. NDB IV);
    M Mathilde ( 1025), T d. Kaisers Otto II. ( 983);
    B Otto ( 1047), Pfalzgf. u. Hzg. v. Schwaben;
    Schw, u. a. Kgn. Richeza v. Polen ( 1063), Theophanu ( 1060), Äbtissin v. Essen u. Gerresheim (s. ADB 37).

  • Leben

    H., von früher Jugend an für die kirchliche Laufbahn bestimmt, war Kaplan Kaiser Konrads II., Dompropst von Köln und seit 1034 Kanzler für Italien. 1036 wurde er zum Erzbischof von Köln erhoben. Er begleitete Konrad II. auf dessen letztem Italienzug und besaß, wie aus den Interventionen in den Urkunden Kaiser Heinrichs III. hervorgeht, am Hof großen Einfluß. 1042 trat er nachdrücklich für die Bestätigung Wazos als Bischof von Lüttich ein. Im Aufstand Herzog Gottfrieds des Bärtigen von Oberlothringen stand er wie seine Familie treu zum Reich. Er weihte 1051 das von dem Kaiser gegründete Stift S. Simon und Juda in Goslar, taufte im gleichen Jahr Heinrich IV., den er 1054 auch krönte. 1049 empfing er Papst Leo IX. in Köln, von dem er 1052 umfangreiche Vorrechte erhielt. Aus seinem Eigengut gründete und dotierte er das Stift Mariengraden zu Köln. 1051 hatte er in feierlicher Form die Übertragung des von den Eltern gegründeten Klosters Brauweiler an die Kölner Kirche wiederholt.

  • Literatur

    (auch zu Hermann I.) ADB XII;
    F. W. Oediger, Regg. d. EB v. Köln I, 1954-61;
    ders., Gesch. d. EB v. Köln I, 1963.

  • Autor/in

    Erich Wisplinghoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Wisplinghoff, Erich, "Hermann II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 635 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137412711.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hermann II., Erzbischof von Köln (1036—56). H., in den Bischofsverzeichnissen der Ebelgeborene (nobilis) genannt, der Sohn des Pfalzgrafen Ezzo, durch seine Mutter Mathilde Enkel Kaiser Otto's II., Bruder der Königin Richezza von Polen und des schwäbischen Herzogs Otto, mit den Herzogen Konrad von Kärnthen und Konrad von Baiern nahe verwandt, war unter den Saliern Konrad II. und Heinrich III. der erste Mann im Reich. Noch vor Ende des Jahres 1036 begleitete er Konrad nach Italien. Heinrich, dem er ein treuer, aber nicht willenloser Diener war, unterstützte er kräftig in den lothringischen Wirren und begleitete ihn höchst wahrscheinlich (vgl. Annalen des hist. Verein für den Niederrhein, Doppelheft 26 und 27, S. 350) auf dem Römerzuge, nach welchem der abgesetzte Papst Gregor VI. in Begleitung Hildebrands (Gregors VII.) in Köln seinen Wohnsitz nahm. Hier feierte auch am 29. Juli 1049 Papst Leo IX. mit Heinrich und H. das Fest der Apostelfürsten und bestätigte oder ertheilte der Kölner Kirche eine Reihe wichtiger Privilegien. Im Herbst des gleichen Jahres traf H. nochmals mit Leo auf dem deutschen Concil in Mainz zusammen, 1050 weihte er unter großen Feierlichkeiten die Goslarer Marienkirche in Anwesenheit des Kaisers, ertheilte 1051 dem gleichnamigen Sohne desselben, dem unglücklichen Heinrich IV., die Taufe und drei Jahre darauf zu Aachen die Krönung. Ebenso unbegründet, wie die Rolle, welche ihn Benzo von Alba gegenüber der von Hildebrand geführten römischen Gesandtschaft nach Leo's IX. Tode spielen läßt, ist die Vermuthung, Heinrich habe schon in seinen letzten Jahren ängstlich die Hinneigung Hermanns zu den|Männern der cluniacensischen Reform beobachtet und ihn durch Gunstbezeugungen zu fesseln gesucht. Es fehlt jeder Anhaltspunkt für die Annahme, daß auch nur eine Verstimmung eingetreten sei; in den Empörungen seines Neffen Konrad von Baiern (1052 und 1055) stand er treu zum Kaiser, welchem er am 11. Februar 1056 um wenige Monate im Tode voranging. Würdig Männern, wie St. Heribert und Pilgrim, sich anschließend, ist er auf lange Zeit der letzte Erzbischof von Köln, welchem es vergönnt war, seines Amtes in Frieden mit Papst und Kaiser zu walten. — Der hestige Streit über die Echtheit der Privilegienbulle Leo's IX. von 1052 hat zu Anfang der fünfziger Jahre eine Reihe von Monographien veranlaßt, die u. a. bei Ennen, Gesch. der Stadt Köln I, 282 verzeichnet stehen. Die ruhige, gründliche Untersuchung Braun's, „über die geborenen Cardinäle der Kölnischen und Trierischen Kirche“ steht Jahrgang 1851 der Bonner Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie.

  • Autor/in

    Cardauns.
  • Empfohlene Zitierweise

    Cardauns, Hermann, "Hermann II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 130-131 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137412711.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA