Lebensdaten
1851 bis 1924
Geburtsort
Oelinghoven (Siegkreis)
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Oberbürgermeister von Düsseldorf
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137394934 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Marx, Wilhelm

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Zitierweise

Marx, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137394934.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Petrus (Peter) (1809–90), Gutsbes., S d. Joh. Wenzeslaus (1780–1847) u. d. Maria Katharina Keller (1780–1825);
    M Helena (1829–1905), T d. Gutsbes. Joh. Caspar Kühbacher (1799–1847) u. d. Maria Josepha Pohl (1809–92);
    Olpe/Westfalen 1885 Elise (1864–1938), T d. Joseph Hesse (1822–95), Stadtverordneter v. Olpe, Kreisdeputierter, Mitgl. d. Provinziallandtages, Mitbegr. u. Teilhaber d. Kupferfirma „F. A. Hesse, Söhne“ in Olpe u. Heddesheim b. Frankfurt/M., u. d. Bertha Regina Loeser;
    S Paul (s. 2).

  • Leben

    Nachdem M. zunächst Unterricht von Hauslehrern erhalten hatte, besuchte er das Gymnasium in Münstereifel und Düren. Seit 1872 studierte er in Bonn und Leipzig Rechtswissenschaft; 1875 bestand er die erste juristische Staatsprüfung. Nach seiner Assessor- und Referendarzeit wurde er 1884 Amtsrichter in Barmen, ein Jahr später Landrichter in Elberfeld. 1888 wurde M. zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Düsseldorf gewählt. Seine besondere Aufmerksamkeit widmete er der Förderung der städtischen Infrastruktur, um Düsseldorfs Attraktivität für Unternehmen und wirtschaftliche Verbände zu erhöhen. Zu dieser Politik gehörten einerseits der Ausbau städtischer Versorgungsbetriebe wie Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, andererseits eine deutliche Verbesserung des Verkehrswesens. Entscheidenden Anteil hatte M. am Neubau des Rheinhafens (1896) sowie – zusammen mit dem Industriellen Heinrich Lueg – an der Gründung der Rheinischen Bahn-Gesellschaft (1896), die innerhalb von zwei Jahren eine neue Rheinbrücke baute und eine Kleinbahnstrecke nach Krefeld in Betrieb nahm. Dem Eifer der Beigeordneten M. und Feistel ist allerdings auch die verkehrsplanerisch unsinnige und historisch bedauerliche Niederlegung des Berger Tores zuzuschreiben.

    Nach dem Rücktritt des eher bedächtigen Oberbürgermeisters Ernst Lindemann wurde M. am 11.11.1898 von der Stadtverordnetenversammlung zu dessen Nachfolger gewählt. In seiner zwölfjährigen Amtszeit entwickelte sich Düsseldorf zu einer modernen Großstadt. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1898 und 1910 von 190 000 auf 360 000; die Fläche nahm von 4869 ha auf das Doppelte zu. Mit persönlichem Einsatz betrieb M. den Ankauf des Grafenberger Waldes durch die Stadt, die Durchführung der Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung 1902, die Niederlassung des neugegründeten Stahlwerksverbandes in Düsseldorf (1904), den Bau des Schauspielhauses Gustav Lindemanns, die Schaffung des Oberlandesgerichtes Düsseldorf (1906) sowie die Eingemeindungen der Jahre 1908/09. Einen erheblichen Aufschwung nahm in der Amtszeit M.s das Schulwesen; insgesamt stiegen die Ausgaben des Schuletats von 1,6 Mill. auf 5,5 Mill. Mark. Überregionale Bedeutung erlangte M. durch den Vorsitz der ersten beiden Rhein. Städtetage 1908 und 1910.

    Aus gesundheitlichen Gründen legte M. sein Amt 1910 nieder. Wegen seiner Verdienste um die Stadt Düsseldorf wurde ihm von den Stadtverordneten einstimmig das Ehrenbürgerrecht verliehen; zwei Jahre später erhielt er die Ernennung zum Mitglied des Preuß. Herrenhauses auf Lebenszeit. M. übte zahlreiche Funktionen in Kreisen der Wirtschaft|aus, so war er erster Vorsitzender des 1913 gegründeten Industrie-Clubs in Düsseldorf. Darüber hinaus hatte er zwölf Aufsichtsratssitze inne, u. a. bei der Deutschen Luftschiffahrts-AG, bei der AG Düsseldorfer Eisenbahnbedarf vorm. Carl Weyer &Co. sowie den Vorsitz beim Barmer Bank-Verein. Nach dem 1. Weltkrieg nahm er als wirtschaftlicher Sachverständiger des Auswärtigen Amtes an den Waffenstillstandsverhandlungen mit den Alliierten in Spa teil. – M. galt als ein engagierter und energischer Oberbürgermeister, der geschickt repräsentatives und volkstümliches Auftreten miteinander verband. Politisch stand er der von Industriellen gegründeten nationalliberalen, staatstreuen Mittelpartei nahe.

  • Literatur

    Zs. f. Kommunalwirtsch. u. Kommunalpol. 1, 1910 (P);
    H. Weidenhaupt, in: Beil. zu d. Mitt. f. d. Stadtverwaltung Düsseldorf, Nr. 1 v. 1.1.1965 (P);
    R. Brozio, in: Düsseldorfer Jb. 55, 1975, S. 73-104 (P);
    Ch.-M. Zimmermann, Der Jubiläumsbrunnen, in: Das Tor, Düsseldorfer Heimatbll. 48 v. März 1982, S. 63-70 (P);
    H. Stöcker, OB W. M. u. d. Ausst. 1902, ebd., S. 174 f. (P);
    P. Hüttenberger, Die Entwicklung z. Großstadt b. z. Jh.wende (1856–1900), in: Düsseldorf, Bd. 2, 1988;
    eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Detlef Krause
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, Detlef, "Marx, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 320 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137394934.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA