Lebensdaten
erwähnt 1008, gestorben 1015
Sterbeort
Koblenz
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137111878 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meingaudus
  • Meingoz
  • Megingaud
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Zitierweise

Megingaud, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137111878.html [04.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmer Fam., d. wohl im Mayenfeldgau (zw. Ahr u. Mosel) begütert war.

  • Leben

    M. wurde wohl im Mai 1008 (in Mainz?) von Kg. Heinrich II. gegen den in Trier „mehr aus|Furcht vor dem König, als aus Liebe zur Religion“ (Thietmar) gewählten Adalbero von Luxemburg, Bruder der Kgn. Kunigunde und Propst von St. Paulin in Trier, als Nachfolger des am 7. April verstorbenen Erzbischofs Ludolf (994–1008) eingesetzt. Zuvor war er Dompropst und Kämmerer des Erzbischofs Willigis von Mainz. Nach den Hildesheimer Annalen war er primiscrinius regis, gehörte also der Hofkapelle an. Seine Bischofsweihe empfing er wohl im September, als Heinrich II. mit Heeresmacht nach Trier gekommen war, um seine Anerkennung zu erzwingen, und Adalbero exkommunizieren ließ. Bereits im Oktober 1008 erhielt M. von Papst Johannes XVIII. das Pallium. Die Lützelburger nahmen jedoch die Entscheidung des Königs, der vielleicht zu Lebzeiten des Erzbischofs Ludolf seinem Schwager die Nachfolge versprochen, seinen Entschluß dann jedoch offenbar angesichts der ausgreifenden Erwerbspolitik der Familie seiner Gemahlin geändert hatte, nicht hin und versuchten, ihr Ziel in offener Rebellion (Moselfehde) zu erreichen. Adalbero wurde unterstützt von seinen Brüdern, Bischof Dietrich II. von Metz, Hzg. Heinrich V. von Bayern und Gf. Friedrich im Moselgau, und behauptete sich in Trier in der bischöfl. Pfalz (Palatium) trotz mehrmonatiger Belagerung durch den König. M. war daher gezwungen, in Koblenz zu residieren. Am 6.5.1012 nahm er an der Weihe des Bamberger Domes teil. Dem Martinsstift von Münstermaifeld machte er eine Schenkung. Von seiner Regierungstätigkeit ist im übrigen nichts bekannt. Auch als es 1012 zu Friedensverhandlungen zwischen Heinrich II. und den Lützelburgern kam, verharrte Adalbero in der Opposition. Er unterwarf sich erst im April 1015 und verzichtete auf seine Ansprüche in Trier, behielt aber das Palatium in seiner Hand. M. war es nicht mehr vergönnt, in seine Bischofsstadt zurückzukehren. Nach seinem Tod schien sich für Adalbero noch einmal die Gelegenheit zu ergeben, den Trierer Erzstuhl zu besteigen. Aber der Kaiser handelte sofort, begab sich selbst in die Moselmetropole und konnte hier schon am 1.1.1016 die Erhebung des Bamberger Dompropstes Poppo ( 1047) aus der Familie der Babenberger zum Nachfolger M.s durchsetzen.

  • Literatur

    ADB 21;
    Gesta Treverorum c. 30, in: MGH SS VIII, S. 171 f.;
    Thietmari Merseburgensis ep. Chronicon l. V. c. 35; l. VII c. 26, ed. R. Holtzmann, in: MGH SS rer. Germ. NS IX, 1935, S. 316 f., 431;
    Gallia Christiana XIII, Sp. 404 ff.;
    A. Goerz, Regg. d. Erzbischöfe v. Trier, 1861, Neudr. 1984, S. 7 f.;
    ders., Mittelrhein. Regg. I, 1876, S. 333-36;
    K. Löhnert, Personal- u. Amtsdaten d. Trierer Erzbischöfe d. 10.-15. Jh., Diss. Greifswald 1908, S. 19 f.;
    R. Martini, Die Trierer Bischofswahlen vom Beginn d. 10. b. z. Ausgang d. 12. Jh., 1909, S. 17-23;
    J. Fleckenstein, Die Hofkapelle d. dt. Könige II. 1966, S. 185, 200, 211;
    F. Pauly, Aus d. Gesch. d. Bistums Trier II, 1969, S. 61 f.;
    F.-J. Heyen, Adalbero v. Luxemburg, Propst v. St. Paulin/Trier vor 993 b. n. 1037, in: Archiv f. mittelrhein. KG 21, 1969, S. 9-19;
    E. Boshof, in: Rhein. Gesch. I, 3, 1983, S. 21 ff.: G. Althoff, Adels- u. Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung, 1984, S. 340 B 189.

  • Autor/in

    Egon Boshof
  • Empfohlene Zitierweise

    Boshof, Egon, "Megingaud" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 613 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137111878.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Megingaud (Meingoz), Erzbischof von Trier, wurde 1008 (vor October) durch Kaiser Heinrich II. zum Nachfolger Ludolfs eingesetzt. Er war von vornehmer Abkunft (nach Thietmar), doch wird nicht gesagt, von welcher Familie, und bekleidete vor seiner Berufung nach Trier die Stellung eines Mainzer Dompropsts und Kämmerers des Erzbischofs Willigis. In Trier hatte man andererseits die Wahl Adalbero's, Propstes von St. Paulin, eines Bruders der Königin aus dem Luxemburger Hause und eines sehr mächtigen und streitlustigen Herrn erzwungen. Um Adalbero's Widerstand zu beseitigen, mußte Heinrich II. gen Trier ziehen und den erzbischöflichen Palast, d. i. die als Castell befestigte Basilika, jetzige Kirche zum Erlöser, belagern. Schon im October d. J. empfing M. das Pallium von Rom; im November 1012 wohnte er wahrscheinlich der durch den König in Koblenz gehaltenen Synode in Angelegenheit des Bischofs Theoderich von Metz und anderer Rebellen bei. Außer einer Schenkung, welche M. dem St. Martinsstift in Münstermaifeld zuwandte (zwischen 1008—1015), sind kaum nennenswerthe Facten aus seiner Regierung urkundlich gemeldet. M. starb 1015 in Koblenz, seine Leiche wurde in Trier beigesetzt. Als Todestag|gibt Görz, Regesten des Erzbischofs, S. 8 den 15., Mittelrheinische Regesten I. 336 den 25. December an; letztere Angabe bestätigt jetzt das von Jaffé, Mon. Mog. 21, 724 herausgegebene Mainzer Nekrologium (8 kal. ian. Megingoz archiep.).

    • Literatur

      Vgl. Thietmar. MG. SS. III. 844. Hirsch. Jahrb., III. 27. Brower, Annal. Trev. I. 502. Görz, Reg. d. Erzb. v. Trier, S. 8. Ders., Mittelrh. Reg. I. 336, wo die übrigen Quellennachweise verzeichnet sind.

  • Autor/in

    F. X. Kraus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraus, Franz Xaver, "Megingaud" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 181-182 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137111878.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA