Lebensdaten
1875 - 1955
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
Kaufmann ; Industrieller ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136440207 | OGND | VIAF: 80782921
Namensvarianten
  • Krages, Louis

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Zitierweise

Krages, Louis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136440207.html [21.10.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Louis (1847–1918), Küpermeister in B., S d. Arbeitsmannes Hans Heinrich Grages, aus Nordbruch Gemeinde Rehren Kr. Gfsch. Schaumburg, der 1843 d. brem. Bürgerrecht erwarb, u. d. Anne Dorothe Wilhelmine Gutkese aus Wildeshausen Kr. Oldenburg;
    M Catharine (1853–1933), T d. Hermann Diedrich Behrens in B.-Woltmershausen u. d. Catharine Malzen;
    1) 1902 Meta Margarethe Ickler (1876–1936), 2) 1937 Charlotte Rost (* 1912) aus Berlin;
    3 S aus 1) Carl Louis (1904–66), Holzkaufm., Hans (* 1906) Kaufm., Inh. d. Harburger Hobelwerks, Hermann D.|(* 1909), Industriekaufm., erwarb durch systemat. Käufe an d. Börse bedeutende industrielle Beteiligungen u. a. an Montanunternehmungen d. Ruhr (GBAG) u. Papierfabriken, die er jedoch später wieder abstieß, 1 S aus 2).

  • Leben

    Der frühe Entschluß des Banklehrlings K., selbständiger Unternehmer zu werden, löste zunächst eine autodidaktische Beschäftigung mit Sprachen, Wirtschaft, Geschichte und Philosophie aus. 1901 gründete er eine Holzimport-Firma. Branchenkenntnisse erwarb er sich durch Besuche der Kunden. 10 Jahre nach Beginn mit kleinem Kapital und hohen Bankkrediten setzte er bereits 4,4 Millionen Mark um und hatte sein Kapital verzehnfacht. Schon nach wenigen Jahren war er der größte Importeur des jahrhundertealten Holzhandelsplatzes Bremen. Seine Schnittholzimporte aus Schweden, Finnland und Rußland ließ er in Lohnarbeit von einem Bremer Hobelwerk herrichten. 1912 errichtete er im neugebauten Industriehafen in Bremen ein eigenes Hobelwerk, welches das größte in Europa wurde. 1918 kaufte er ein Lübecker Unternehmen gleicher Art, das später sein ältester Sohn Carl Louis übernahm. 1921 richtete er ein Werk in Worbis (Eichsfeld) für die Bearbeitung deutschen Holzes aus Bayern, Sachsen, Thüringen und Schlesien ein und verkaufte von dort vornehmlich nach dem Ruhrgebiet. Im selben Jahr gründete er mit dem Bremer Holzkaufmann Diedrich Kriete eine Firma in Königsberg, die ein dortiges Schäl-, Säge- und Furnierwerk übernahm und sich eine Zigarrenkistenfabrik in Leipzig angliederte. 1925 folgte die Gründung einer GmbH in Cuxhaven. 1926 erwarb K. die Aktienmehrheit der Harburger Hobelwerke und übertrug sie später seinem Sohn Hans. Den so gewonnenen Einfluß auf den Markt hat er nie zu Pressionen ausgenutzt, vielmehr schwachgewordene Konkurrenten oft bewußt geschont oder sogar unterstützt. Seine ungewöhnliche Autorität in der Branche gründete sich auf seine Führungsqualitäten und die Entschiedenheit, mit der er die Interessen des deutschen Holzimports gegenüber dem Ausland verteidigte und auf dem deutschen Binnenmarkt für kaufmännische Ordnung eintrat, vornehmlich über den Verein Deutscher Holzeinfuhrhäuser eingetragener Verein, der 1916 auf seine Initiative entstand. Die Kodifizierung der „Handelsgebräuche und Verkaufsbedingungen“ des deutschen Holzimports ging auf ihn zurück. Als Vorsitzender dieser Organisation verhinderte er nach 1933 dirigistische Eingriffe der Regierung. Über die Handelskammer Bremen und unmittelbar wirkte er an Unternehmungen der bremischen und der Gesamtwirtschaft mit, lehnte aber beharrlich repräsentative Ämter ab. Als vor dem 1. Weltkrieg die ersten Lohnverhandlungen begannen, nahm er eine arbeiterfreundliche, vermittelnde Haltung ein und behielt sie als Verhandlungsführer bis an sein Lebensende. K. Wirken liefert eines der wenigen Beispiele dafür, daß es noch in jüngster Vergangenheit gelingen konnte, ein Unternehmen innerhalb nur einer Generation aus kleinem Anfang zu europäischer Geltung zu entwickeln und – das war K. besonderer Stolz – als Personalfirma zu behaupten.

  • Literatur

    K. Löbe, Bremens Holzwirtsch., 1943;
    ders., Holzeinfuhr, 1956 (P);
    ders., in: Brem. Biogr., 1962 (L).

  • Autor/in

    Karl Löbe
  • Empfohlene Zitierweise

    Löbe, Karl, "Krages, Louis" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 656-657 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136440207.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA