Lebensdaten
1265 bis 1325
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Graf von Württemberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135899591 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eberhard I.
  • Eberhard der Erlauchte
  • Eberhard II.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Eberhard von Württemberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135899591.html [17.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gf. Ulrich I. mit dem Daumen, der Stifter, v. Württemberg (um 1226-65, regierte seit 1241);
    M Agnes (1245–65), T des Hzg. Boleslaw II. v. Liegnitz ( 1278, s. NDB II); Halbbruder Ulrich II. (1253/54-79), folgt 1265;
    vor 1291 Irmingard ( n. 1297), T des Mgf. Rudolf I. v. Baden;
    3 S, 3 T, u. a. Ulrich III. ( 1344), folgt 1325.

  • Leben

    Geboren nach dem Tod seines Vaters, durch den das Haus Württemberg erstmals Bedeutung erlangt hatte, kam E. schon mit 14 Jahren zur Regierung, als sein Bruder Ulrich starb. Mit erstaunlicher Frühreife und politischem Weitblick begegnete er der bedrohlichen Lage, die durch Rudolf von Habsburgs Bestreben entstand, den staufischen Besitz an sich zu ziehen und das Herzogtum Schwaben neu erstehen zu lassen. Seine Regierung ist gekennzeichnet durch eine fast ununterbrochene Reihe von Kriegen und Fehden, von ständigem Wechsel der Parteinahme mit dem einen Ziel, jeder Macht entgegenzutreten, die dem werdenden württembergischen Territorium gefährlich werden konnte. Ohne Rücksicht auf die Stärke des Gegners, mit unglaublichem Selbstgefühl und unter Anwendung aller Mittel hat der kühne und kriegerische Graf trotz schwerster Rückschläge sein Ziel erreicht: er konnte seinen Besitz nicht nur erhalten, sondern sogar beträchtlich vergrößern und damit seine Stellung sichern. – 1286 belagerte Rudolf von Habsburg Stuttgart und schleifte seine Mauern, 1287 zerstörte er alle festen Plätze in der Umgebung. Dennoch kam E. im Frieden glimpflich davon. Von Adolf von Nassau, der gleichfalls Besitzungen in Schwaben zu erwerben trachtete, schwenkte er zu Albrecht von Österreich über, der E. nach seinem Sieg mit der Landvogtei Niederschwaben belehnte, die dieser als Mittel zu Macht und Einkünften ausnützte und wodurch er in Zwistigkeiten mit den Städten geriet. Auch mit Albrecht, für den er Kriege gegen Pfalzgraf Rudolf und König Wenzel von Böhmen führte, kam es zum Bruch, als sie in ihrer beiderseitigen Erwerbspolitik in Schwaben aufeinanderstießen. Den ergebnislosen Krieg beendete 1304 ein Vertrag zu Ulm, der die Interessengebiete abgrenzte, aber nur kurze Zeit eingehalten wurde. 1305 trat E. in die Dienste Böhmens, dann in die des Herzog Heinrich von Kärnten, Königs von Böhmen, des Gegners Albrechts. – Auf die Klage der Reichsstädte verhängte Heinrich VII. die Reichsacht über E. und ließ den Reichskrieg gegen ihn eröffnen (1310-12). Unter Konrad von Weinsberg wurde fast sein ganzes Land besetzt, das Erbbegräbnis in Stift Beutelsbach zerstört (in der Folge nach Stuttgart verlegt), E. mußte fliehen. Der Tod des Kaisers und die Doppelwahl von 1314 wurden seine Rettung. Als Parteigänger Friedrichs des Schönen gewann er sein Land zurück und schloß 1316 mit Eßlingen, seiner erbittertsten Gegnerin, Frieden. 1323 söhnte er sich mit Ludwig dem Bayern aus, der ihn in seinen Rechten und Besitzungen bestätigte. – E. hat als kluger Rechner sein Land, dessen Unteilbarkeit er, wie es scheint, bereits verankern wollte, mit großer Sparsamkeit verwaltet und die Gelder dazu verwendet, neue Besitzungen zu erwerben oder Rechte und Ansprüche Fremder in seinem Gebiet abzulösen. Zielbewußt arbeitete er am Auf- und Ausbau seines Besitzes, der unter ihm zu einer politischen Einheit zusammenzuwachsen begann.

  • Literatur

    s. Eberhard d. J.

  • Portraits

    Standbild im Chor d. Stiftskirche Stuttgart.

  • Autor/in

    Robert Uhland
  • Empfohlene Zitierweise

    Uhland, Robert, "Eberhard von Württemberg" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 233 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135899591.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eberhard, später der Erlauchte zubenannt, Graf von Würtemberg, geb. den 13. März 1265, gest. den 5. Juni 1325, Sohn des Grafen Ulrich von Würtemberg mit dem Daumen, des Hauptbegründers der würtembergischen Hausmacht, und der Agnes, geb. Herzogin von Liegnitz. Durch den schon vor seiner Geburt erfolgten Tod seines Vaters am 25. Februar 1265 und das frühe Hinscheiden seines älteren Bruders Ulrich II. am 18. September 1279 wurde er jung alleiniger regierender Graf des Landes. Kühn und tapfer, voll Selbstgefühl und unbeugsam, klug und praktisch-verständig, erwerblustig und zugreifend, daher auch mit seinen Nachbarn häufig in Hader und Fehde liegend, kam er verschiedene Male selbst mit dem Reichsoberhaupt in Conflict, so zuerst zweimal mit König Rudolf, welchem er allerdings beide Male unterlag, ohne jedoch vollständig gedemüthigt zu werden. In dem Kriege des Herbstes 1286 wurde Stuttgart, wohin sich der Graf geworfen hatte, sieben Wochen lang, vom 23. September bis 10. November, vom Könige belagert und ergab sich erst nach muthiger Gegenwehr, und im Sommer 1287 wurden dem Grafen von Rudolf sieben Burgen um Stuttgart weggenommen und zum Theil zerstört. Von König Albrecht I., auf dessen Seite E. sich bald geschlagen und mit dem er anfangs friedlich lebte, wurde er zum Landvogt in Niederschwaben — ein sehr einträgliches Amt — bestellt und für mancherlei Dienste reichlich, z. B. durch die Verpfändung Markgröningens, mit welchem Reichsgute das Reichssturmfahnlehen verbunden war, belohnt, allein die Vergrößerungssucht Beider mußte nothwendig Collisionen herbeiführen. Im Herbste 1305 kam es zum Kriege, namentlich weil E. die Reichspflegeämter, womit er als Landvogt betraut war, zu sehr zu seinem Vortheil ausnützte; vom König an mehreren Orten belagert, blieb|er jedoch unbesiegt und schloß später noch mit dem zum Könige von Böhmen erhobenen Herzog Heinrich von Kärnthen ein Bündniß gegen Albrecht ab. Schlimmer erging es ihm unter Kaiser Heinrich VII.: wiederholt von den bittersten Klagen über den Grafen, insbesondere Seitens der schwäbischen Reichsstädte, die E. gern zu Landstädten herabgedrückt hätte, bestürmt, eröffnete derselbe im September 1310 gegen ihn einen Reichskrieg (1310—1312), bei welchem sich insbesondere obige Städte hervorthaten. Geächtet und fast ganz ohne bedeutendere Genossen sah der Graf seine Stammburg Würtemberg, sowie das Erbbegräbniß seiner Ahnen in dem sofort nach Stuttgart versetzten Stifte zu Beutelsbach zertrümmern, mußte sich in den Thürmen des damals noch badischen Besigheim verstecken und ging fast seines ganzen Landes verlustig. Allein in den folgenden Jahren (1313—1316) wußte er, begünstigt durch den Tod des Kaisers im August 1313 und die darauf folgende kaiserlose Zeit, sich allmählich wieder in dessen Besitz zu setzen und hinterließ es bei seinem Tode beinahe um die Hälfte vergrößert. — E. heirathete 1) Irmengard, Tochter des Markgrafen Rudolf von Baden; 2) Mathilde, Tochter des Grafen Albert von Hohenberg; 3) eine sonst nicht bekannte Irmengard.

    • Literatur

      Vgl. Sattler, Geschichte des Herzogthums Würtemberg unter der Regierung der Graven, Th. 1. (2. Aufl. Tübingen 1773), S. 1 ff. — Uebelen, Eberhard der Erlauchte, Graf von Würtemberg. Stuttgart 1839. — Chr. Fr. v. Stälin, Wirtembergische Geschichte. III. (Stuttgart 1856), 46 ff.

  • Autor/in

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Eberhard von Württemberg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 554-555 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135899591.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA