Lebensdaten
erwähnt um 1019 , gestorben 1047
Beruf/Funktion
Herzog von Bayern ; Graf von Luxemburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133802310 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich von Luxemburg
  • Heinrich VII.
  • Heinrich von Luxemburg

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Zitierweise

Heinrich VII., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133802310.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Luxemburg;
    V Friedrich ( 1019), S d. Siegfried ( 998, s. NDB VIII*), beide Grafen im Moselgau;
    M Ermentrude, T d. Gf Heribert v. d. Wetterau;
    Ov Hzg. Heinrich V. v. B. ( 1026, s. NDB VIII);
    B Gf. Giselbert v. Luxemburg ( 1059), Hzg. Friedrich II. v. Niederlothringen ( 1065, s. NDB V), Gf. Dietrich v. Luxemburg ( 1045), Hermann v. Gleiberg, Bischof Adalbero III. v. Metz ( 1072, s. NDB I);
    Schw Uda, Äbtissin v. Lunéville, Otgiva ( 1030, Gf. Balduin v. Flandern, 1035), Irmentrud ( n. 1055, Hzg. Welf II. v. Kärnten, 1030); - ledig;
    N Hzg. Welf III. v. Kärnten ( 1055).

  • Leben

    Nach dem Tod seines kinderlosen Onkels, des bayerischen Herzogs Heinrich V. 1026, war H. das Haupt der Lützelburger Familie. Er ist als Graf im Moselgau und im Bidgau sowie als Vogt der Klöster Sankt Maximin in Trier und Echternach nachzuweisen. Er war den salischen Herrschern treu ergeben, beteiligte sich im Sommer 1030 am Zug Konrads II. gegen Ungarn und wurde am 21.2.1042 von Heinrich III. in Basel mit dem Herzogtum Bayern belehnt, das der Herrscher wohl wegen der Gefährdung der Ostgrenze durch die Ungarn damals aus der Hand gab. H. war an den Zügen Heinrichs III. von 1042, 1043 und 1044 beteiligt, die mit dem Sieg bei Menfö endeten und zu einer durch mehrere Markengründungen gesicherten, für Bayern sehr günstigen Gestaltung der bayerisch-ungarischen Grenze führten. Anläßlich einer schweren Erkrankung des Kaisers im Oktober 1045 war H. führend beteiligt|an Verhandlungen über einen möglichen Nachfolger, als welchen man Pfalzgraf Heinrich von Lothringen vorgesehen hatte. Als H.s Bruder Friedrich 1046 das Herzogtum Niederlothringen, sein Neffe Welf III. 1047 das Herzogtum Kärnten erhielten, war das Geschlecht der Lützelburger zur mächtigsten Stellung im deutschen Reich aufgestiegen. Im September/Oktober 1047 begleitete H. den Kaiser auf seinem Feldzug gegen Dietrich von Holland. Auf der Rückkehr, im Begriff, seine Braut nach Bayern zu führen, starb er.

  • Literatur

    zu Heinrich V. u. VII.: ADB XI;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Otto III., Heinrich II., Konrad II., Heinrich III.;
    M. Doeberl, Entwickelungsgesch. Bayerns I, 31916;
    S. Riezler, Gesch. Baierns I, 2, 21927;
    R. Holtzmann, Sächs. Kaiserzeit, 31955;
    M. Uhlirz, Das dt. Gefolge Kaiser Ottos III. in Italien, in: Festschr. Heinrich Rr. v. Srbik, 1938;
    B. Homan, Gesch. d. ungar. MA I, 1940;
    H. Renn, Das 1. Luxemburger Grafenhaus (936–1136), in: Rhein. Archiv 39, 1941;
    E. Kimpen, Zur Geneal. d. bayer. Herzöge v. 908-1070, in: Jb. f. fränk. Landesforschung 13, 1953.

  • Autor/in

    Kurt Reindel
  • Empfohlene Zitierweise

    Reindel, Kurt, "Heinrich VII." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 342 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133802310.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich VII., Herzog von Baiern, der zweite Lothringer, der dieses Landes waltete, war der älteste Sohn des Grafen Friedrich von Lützelburg, ein Bruderssohn Herzog Heinrichs V. von Baiern und der Kaiserin Kunigunde. Seine Mutter war eine Tochter der Irmintrud von Geldern. 1025 wird er als Graf im Moselgau, 1035 als Vogt von St. Maximin in Trier genannt; auch stand er, wie einst sein Oheim, in enger Verbindung mit dem Kloster Echternach. Am 5. Juni 1040 begegnet er als Zeuge der Einweihung des Klosters Stablo. Im Februar 1042 übertrug ihm König H. III., zum erstenmale über das alte Wahlrecht des Stammes sich hinwegsetzend, das bairische Herzogthum, das er fast 15 Jahre selbst verwaltet hatte. Ungewöhnlich war auch, daß dies zu Basel, nicht auf bairischem Boden geschah. Die Veranlassung aber zur Aufstellung eines besonderen Baiernherzogs bot dem Könige wol der drohende Krieg mit dem ungarischen Nachbarn Aba. Daß der Herzog dann an der Spitze seines Volkes an den Kriegen gegen diesen in den Jahren 1042, 1043 und 1044 theilgenommen, läßt sich kaum bezweifeln, wiewohl die Quellen seinen Namen nicht erwähnen. Der glänzende Sieg bei Menfö am 5. Juli 1044, der die Unterwerfung Ungarns unter deutsche Oberhoheit und die Einführung bairischen Rechtes in Ungarn zur Folge hatte, ward vornehmlich den bairischen Waffen verdankt. So ruhmvoll aber Heinrichs kurze Regierung für Baiern sich gestaltete, wir erfahren von seinem persönlichen Wesen nichts und von seiner Thätigkeit nur das eine, daß er 1047 dem Kaiser auf dem Feldzuge gegen Dietrich von Holland folgte und dann eine Reise zu seiner Braut antrat, die nicht genannt wird. Auf diesem Wege ereilte ihn der Tod (14. Okt. 1047). Seine Leiche ward zu Trier bestattet.

    • Literatur

      Hirsch, Heinrich II., I., 537. Steindorff, Heinrich III., I., 81, 147, 383 f.

  • Autor/in

    Riezler.
  • Empfohlene Zitierweise

    Riezler, Sigmund Ritter von, "Heinrich VII." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 461 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133802310.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA