Lebensdaten
um 1170 bis 1238
Sterbeort
Eisenach
Beruf/Funktion
Landgräfin von Thüringen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13227308X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sophie von Bayern
  • Sophia von Bayern
  • Sophia von Wittelsbach
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Zitierweise

Sophie von Wittelsbach, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13227308X.html [19.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Wittelsbacher;
    V Otto I., Hzg. v. Bayern ( 1183, s. NDB 19);
    M Agnes ( 1190/92), T d. Ludwig I., Gf. v. Loon ( 1171, s. NDB 15, Fam.art. Looz-Corswarem);
    Ov Konrad ( 1200), 1161–65 u. seit 1183 Ebf. v. Mainz, 1177–83 Ebf. v. Salzburg (s. NDB XII);
    B Ludwig I., Hzg. v. Bayern (um 1173–1231, s. NDB 15), Schw Heilika (I.) ( 1200, ⚭ Dietrich III., Gf. v. Wasserburg, 1206), Agnes (⚭ Heinrich I., Gf. v. Plain, um 1196), Elisabeth ( 1189/90, ⚭ Berthold III., Mgf. v. Vohburg, 1204), Heilika (II.) ( Adalbert III., Gf. v. Dillingen, 1214), Richardis ( 1232, ⚭ Otto I., Gf. v. Geldern, 1207, s. ADB 24);
    1189 Hermann I., Lgf. v. Thüringen, Pfalzgf. v. Sachsen (um 1155–1217, s. NDB VIII);
    4 S u. a. Ludwig IV., Lgf. v. Thü- ringen (1200–27, s. NDB 15), Heinrich Raspe, Lgf. v. Thüringen, dt. Gegenkg. (um 1204–47, s. NDB VIII), Konrad (1206/07–40, Hochmeister d. Dt. Ordens (s. NDB XII), 2 T Irmengard (⚭ Heinrich I.,|Fürst v. Anhalt, 1251/52, s. ADB XI), Agnes ( 1] Heinrich, Hzg. v. Österreich, 1228, 2] Albrecht I., Hzg. v. Sachsen, 1261, s. NDB I).

  • Leben

    S.s rasche Verehelichung mit Hermann I. 1189 – noch im Todesjahr seiner ersten gleichnamigen Frau – dürfte von S.s Onkel Konrad von Wittelsbach betrieben worden sein, der sich eine Beruhigung des angespannten Verhältnisses zwischen seinem Erzbistum und dem thür. Nachbarn erhofft haben mag. Das Landgrafenpaar pflegte eine aufwendige Hofhaltung; besonders die Wartburg entwickelte sich zu einem Zentrum der höfischen Dichtung. Darüber hinaus förderten Hermann und S. wohl eine „thür.-sächs. Malerschule“. Das sog. „Psalterium der hl. Elisabeth“ und der „Landgrafenpsalter“ – letzterer gehörte vermutlich S. – enthalten Abbildungen des Paares.

    S. bestimmte nach dem Tod ihres Mannes das von diesem gegründete Katharinenkloster in Eisenach zu seiner Grablege. Dorthin scheint auch sie sich zurückgezogen zu haben. Dem Papst teilte sie vermutlich Anfang 1221 ihre Entscheidung mit, Witwe bleiben zu wollen und das Gelübde abgelegt zu haben. Sie behielt jedoch ihre Eigengüter und entsagte der Welt keineswegs. So urkundete sie in familiären – z. B. bürgte sie wohl 1222 für ihren Sohn Ludwig IV. mit ihrem Heiratsgut – wie in ihren eigenen vermögensrechtlichen Angelegenheiten und wirkte als Petentin und Zeugin für verschiedene Konvente. Immer wieder agierte sie an der Seite ihrer Söhne, auch nach dem Tod Ludwigs IV. 1227, als Heinrich Raspe die Vormundschaft über dessen Kinder und Witwe Elisabeth ( 1231) ausübte. Da Elisabeth den Hof verließ, um nach ihren christl. Idealen zu leben, nahm S. weiterhin die Aufgaben der Landesfürstin wahr, was ihrer aktiven Natur durchaus entsprochen haben dürfte.

  • Quellen

    Qu Cronica S. Petri Erfordensis moderna, bearb. v. O. Holder-Egger, , 1899, S. 214 f. u. 234; Cronica Reinhardsbrunnensis, bearb. v. dems., 30/1, 1896, S. 588 u. 613; O. Posse, Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Urkk. d. Mgf. v. Meißen u. Lgf. v. Thüringen 1196–1234, 1/3, 1898; O. Dobenecker, Regg. diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae 2, 1900, S. 543; ebd., 3, 1925, S. 658.

  • Literatur

    J. Bumke, Mäzene im MA, 1979, S. 161–65 (P);
    G. Schlütter-Schindler, Die Heiratsverbindungen d. frühen Wittelsbacher Herzöge, in: ZBLG 67, 2004, S. 581–640.

  • Portraits

    Stifterbilder v. S. u. Hermann I. im „Elisabethpsalter“, fol. 167v (Verehrung d. Trinität) u. fol. 171r (Anbetung d. Agnus Dei) (Cividale, Museo Archeologico Nazionale), Abb. in: H. Wolter-v. dem Knesebeck, Der Elisabethpsalter in Cividale del Friuli, 2001, Abb. 1 n. S. 19 u. Abb. 4 n. S. 44, u. Salterio di Santa Elisabetta, Facsimile del ms. CXXXVII del Museo Archeologico Nazionale di Cividale del Friuli, hg. v. Cl. Barberi, 2002;
    Stifterbilder v. S. u. Hermann I. im „Landgrafenpsalter“, fol. 172v (Stuttgart, Württ. Landesbibl.), Abb. in: Bumke (s. L), Tafel 4, n. S. 160.

  • Autor/in

    Gabriele Schlütter-Schindler
  • Empfohlene Zitierweise

    Schlütter-Schindler, Gabriele, "Sophie von Wittelsbach" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 595-596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13227308X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA