Lebensdaten
erwähnt 907, gestorben 926
Beruf/Funktion
Bischof von Freising
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 131351729 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Drakolf von Freising
  • Drakolf
  • Drakolf von Freising
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Zitierweise

Drakolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131351729.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Vielleicht der im fränkischen Iffgau beheimateten Fam. der Mattonen angehörend;
    V Markward (?).

  • Leben

    D. folgte dem in der Schlacht von Preßburg (4.7.907) gefallenen Bischof Udo als Bischof von Freising. Das ungünstige Urteil über ihn geht vor allem auf die in der Freisinger Bischofschronik des Conradus Sacrista (Ende 12. Jahrhundert) überlieferte Nachricht zurück, D. habe Besitzungen der Klöster Moosburg, Isen und Schäftlarn entfremdet. Mit dieser Maßnahme schloß sich D. jedoch nur dem Vorgehen Herzog Arnulfs von Bayern und anderer bayerischer Bischöfe gegen die reichen bayerischen Eigenklöster zur Zeit der Ungarnkämpfe, unter denen auch Freising 909 zu leiden hatte, an und machte andererseits, wie wir im Falle Moosburgs bestimmt wissen, tatsächliche bischöfliche Rechte geltend. Für das ihm vielleicht als Kommendatarabt seit dem Tode Ebbos ( 912?) unterstellte, von Megingaud gegründete Kloster Münsterschwarzach sorgte er dagegen durch eine reiche Schenkung und durch die Erwirkung königlicher Privilegien. Ebenso zeigen ihn im Freisinger Traditionsbuch überlieferte Tauschurkunden als sorgsamen Verwalter bischöflichen Besitzes. Er scheint am politischen Leben regen Anteil genommen zu haben, und stand unter König Ludwig ebenso in Gunst wie bei König Konrad I. und bei Herzog Arnulf von Bayern.

  • Literatur

    H. Strzewitzek, Die persönl. Verhältnisse d. Bischöfe v. Freising im MA, Diss. München 1938, S. 203 f. (auch u. d. T.: Sippenbeziehungen d. Freisinger Bischöfe im MA, = Btrr. z. altbayer. KG 16, 1938, S. 203 f., ältere L); M. Beck, Würzburg, in: Stud. u. Vorarbb. z. Germania Pontificia 3, 1937, S. 74-76;
    C. Wolff, Zur Gründung u. Gesch. d. Abtei Schwarzach am Main im Za. d. Karolinger, in: Festschr. Abtei Münsteschwarzach 1938, S. 221; K. Reindel, in: Fränk. Bll., Beil. z. Fränk. Tag, Bamberg, 9. Jg., Nr. 20 v. 3.10.1957 (L).

  • Autor/in

    Kurt Reindel
  • Empfohlene Zitierweise

    Reindel, Kurt, "Drakolf" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 101 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131351729.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA