Lebensdaten
1854 bis 1917
Geburtsort
Prag
Sterbeort
Stockerau (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Erfinder ; Offizier
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 127824081 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Odkolek von Augezd, Adolf
  • Odkolek von Aujezd, Adolf
  • Odkolek von Újezd, Adolf
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Orte

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Zitierweise

Odkolek von Újezd, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127824081.html [10.07.2020].

CC0

  • Leben

    Nach Beendigung seiner Gymnasialausbildung trat O. 1873 als Einjährig-Freiwilliger|in das österr.-ungar. Ulanen-Regiment Nr. 6 ein und avancierte dort 1874 zum Kadetten. Im Truppendienst verwendet, durchlief er eine normale Karriere als Reiteroffizier (1875 Leutnant, 1880 Oberleutnant). Danach wurde er in den überzähligen Stand versetzt und seit 1882 aus gesundheitlichen Gründen fast ständig beurlaubt. Sein Tauglichkeitsgrad wurde seit 1888 als für den Truppendienst nicht mehr geeignet beschrieben, 1896 wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt (1888 Rittmeister 2. Kl.). In den Jahren der Beurlaubung entwickelte O. neben einem Repetiergewehrprojekt auch ein vollkommen neuartiges Maschinengewehrsystem. Bei Kriegsbeginn 1914 wieder reaktiviert, fand O. vorerst beim Lehrpersonal der Kavallerie-Reserveoffiziersschule in Holitsch (Böhmen) Verwendung. 1915/16 wurde er dem k. u. k. Technischen Militärkomitee zugeteilt, um bei der Erprobung eines von ihm entwickelten Minenwerfers teilzunehmen. Nachdem dieses Projekt seitens des Komitees abgelehnt worden war, erfolgte seine Versetzung als Ausbildungsoffizier zum k. u. k. Ulanen-Regiment Nr. 11 (1916 Major d. Reserve).

    Mit der Konstruktion seines Maschinengewehrs, welches erstmalig das Konzept eines Gasdruckladers mit Luftkühlung aufwies, gelang O. der entscheidende Beitrag zur Entwicklung eines modernen und leistungsfähigen Maschinengewehrs. In Österreich-Ungarn blieb seinem System jedoch die Anerkennung versagt, da zum Vorlagezeitpunkt bereits etablierte Systeme (Nordenfelt, Hotchkiss und Motigny) in Verwendung standen, die dem internationalen Standard entsprachen. Nachdem zum selben Zeitpunkt gerade fieberhaft an der Umrüstung der Armee auf moderne Repetiergewehre gearbeitet wurde, erschien dem Militärkomitee eine gewissenhafte Auseinandersetzung mit der neuen „Mitrailleuse“ offensichtlich nicht vorrangig. O. verkaufte sein Patent an den multinationalen Waffenkonzern Hotchkiss & Company, der 1897 nach zahlreichen Abänderungen und Modifikationen das erste serienmäßige Maschinengewehr dieses Systems herstellte. Die Besonderheit seiner Konstruktion bestand in der effizienten Kühlung durch die Anbringung eines rippenförmigen „Ausstrahlers“ am rückwärtigen Ende des Laufes. Daher konnte auf die zu diesem Zeitpunkt bei automatischen Waffen übliche Wasserjacke verzichtet werden. Das daraus resultierende geringere Gesamtgewicht (ca. 24 kg) und das moderne Prinzip des Gasdruckladers veranlaßte Frankreich, das System Odkolek 1899 einzuführen. Das Hotchkiss/Odkolek-Maschinengewehr erfuhr im Laufe der Jahre mehrfache Verbesserungen, wobei insbesondere das Modell 1914 hervorzuheben ist. Neben Frankreich verwendeten u. a. auch die Armeen Belgiens, Polens, Rumäniens, Jugoslawiens, Griechenlands und Japans derartige Maschinengewehre bis in den 2. Weltkrieg.

  • Literatur

    J. Lugs. Handfeuerwaffen, Systemat. Überblick üb. die Handfeuerwaffen u. ihre Gesch., I, 1956, S. 310 ff., 586;
    A. Korzen, Waffenlehre, H. VIII, Maschinenlehre, 1908, S. 71 ff.;
    ÖBL;
    Biogr. Lex. Böhmen.

  • Autor/in

    Ortner M. Christian
  • Empfohlene Zitierweise

    Ortner, Christian M., "Odkolek von Újezd, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 419 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127824081.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA