Lebensdaten
1885 bis 1948
Geburtsort
Boxberg (Nordbaden)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Manager
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126384002 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reichert, Jakob Wilhelm
  • Reichert, J.
  • Reichert, J. W.
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Zitierweise

Reichert, Jakob Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126384002.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Gastwirt in Boxberg;
    M Christine M. Martin;
    10 Geschw;
    1920 Margarete R. Tosse, aus Duisburg-Ruhrort;
    2 S (1 ⚔), 1 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1903 in Mannheim studierte R. 1904-08 in Berlin, München, Rostock und Heidelberg Rechtswissenschaft und Nationalökonomie. Auf Empfehlung seines Heidelberger Lehrers Eberhard Gothein (1853–1923) arbeitete er, 1908 mit einer Arbeit über „Das Sparwesen der Stadt Mannheim“ zum Dr. phil. promoviert, 1908-12 als „wiss. Hilfsarbeiter“ und später als „zweiter Syndikus“ bei der Handelskammer Duisburg-Ruhrort. 1912 wurde er auf Empfehlung des Stahl-Industriellen Paul Reusch (1868–1956) Geschäftsführer, später geschäftsführendes Vorstandsmitglied des „Vereins Dt. Eisen- und Stahl-Industrieller“ in Berlin. Themen seiner über 1000 Veröffentlichungen waren zunächst die Arbeitsverhältnisse und Handelsfragen. 1918 erschien die Schrift „Was sind uns die Erzbecken von Briey und Longwy“, die sich mit den dt. Kriegszielen befaßte. Seine Veröffentlichungen galten nach dem Krieg schwerpunktmäßig der wirtschaftlich kritischen Lage der dt. Stahlindustrie und der franz. Ruhrbesetzung. 1924-45 war er Schriftleiter von „Stahl und Eisen“.

    1920-30 gehörte R. für die DNVP dem Reichstag und seit 1924 dessen Auswärtigem Ausschuß an. Er wirkte am Währungsplan des Reichstagsabgeordneten Karl Helfferich 1923 maßgeblich mit und führte für die Zolltarifnovelle von 1925 die Vorarbeiten durch. Außerdem befaßte er sich mit den Reparationen, mit Rohstoff- und Währungsfragen, Statistik, internationalen Preisvergleichen sowie Kartell- und Handelspolitik und setzte sich für einen Eisenzoll ein. 1930 verließ er die DNVP, da er mit Alfred Hugenbergs Kurs gegen Brünings Notverordnungen nicht einverstanden war, und beteiligte sich an der Gründung der Volkskonservativen Vereinigung. Seit der Umwandlung des „Vereins Dt. Eisen- und Stahl-Industrieller“ in die „Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie“ war R. 1935-45 – bei sinkendem Einfluß – deren Hauptgeschäftsführer. In die 1942 gegründete „Reichsvereinigung Eisen“ wurde er nicht übernommen, wohl weil er kein Mitglied der NSDAP war.

    Vom 26.8.1946 bis 4.10.1947 war R. in Zeugenhaft in Nürnberg bei den Flick- und Krupp-Prozessen. Seine 1945 begonnene Geschichte der dt. Stahlindustrie blieb unvollendet.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Vorläufigen Reichswirtschaftsrats, d. NS-Juristenbundes, d. Ver. f. Socialpol. u. d. Friedrich-List-Ges.

  • Werke

    Sozial- u. wirtschaftspol. Vorgänge d. letzten Zeit u. d. gegenwärtige Lage, in: Stahl u. Eisen 39, 1919, S. 1604 f.;
    Dtld.s Eisenwirtsch. u. d. Ver. Dt. Eisen- u. Stahlindustr., ebd. 44, 1924, S. 1356-63;
    Wirtsch.krise u. Eisenverbrauch, ebd. 51, 1931, S. 671-75;
    Einfluß d. dt. Zollver. 1834 bis 1918 auf d. dt. Eisenwirtsch., ebd. S. 947;
    Wiederaufstieg d. dt. Eisen- u. Stahlind. 1933, ebd. 54, 1934, S. 11 ff.;
    Kriegsanstrengungen d. feindl. Eisenind., ebd. 63, 1943, S. 836;
    Der engl. Außenhandel, ebd. 65, 1945, S. 148 ff.;
    Rathenaus Reparationspol., 1922;
    Handelsvertragspol. Dtld.s, in: Wirtschaftl. Nachrr. f. Rhein u. Ruhr 7, 1926, Nr. 42, S. 1295-1300;
    Wirtsch.system u. Arbeitslosigkeit, ebd. 12, 1931, Nr. 46, S. 964-68;
    Arbeitskampf u. Arbeitsfriede in d. Stahlind., in: Arbeitgeber 18, 1928, Nr. 1, S. 4-9;
    Internat. Wirtsch.lage, 1928;
    Young-Plan, Finanzen u. Wirtsch., 1930;
    Nat. u. internationale Kartelle, 1936.

  • Literatur

    H. Dichgans, 100 J. stahlwirtschaftl. Verbände, in: Stahl u. Eisen 94, 1974, S. 994-1005;
    E. Jonas, Die Volkskonservativen 1928-1933, 1965;
    F. Pudor, Nekrologe aus d. Rhein.-Westfäl. Ind.gebiet, Jg. 1939-1951, 1955, S. 158 f.;
    Kurzbiogrr. z. Gem.slg. im Stahlhochhaus Düsseldorf, hg. v. D. Brandenburg, 1996 (P);
    H. Uebbing, Stahl schreibt Gesch., 125 J. Wirtsch.vereinigung Stahl, 1999.

  • Portraits

    Foto in: Stahl u. Eisen 68, 1948, S. 102;
    Ölgem. v. H. Kröger, 1955, u. v. O. Petersen, 1970 (beide Stahl-Zentrum, Düsseldorf).

  • Autor/in

    Beate Brüninghaus
  • Empfohlene Zitierweise

    Brüninghaus, Beate, "Reichert, Jakob Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 313 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126384002.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA