Lebensdaten
1725 bis 1781
Sterbeort
Danzig
Beruf/Funktion
Musiktheoretiker ; Pädagoge ; Komponist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 123536405 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lelei, Georg Simon
  • Loehlein, Georg Simon
  • Löhlein, Georg Simon
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Zitierweise

Löhlein, Georg Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123536405.html [21.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Michael ( 1765), Organist u. Lehrer in N., S d. Müllers Michael in Heubisch;
    M Rosina (1698–1781), T d. Andreas Müller, Handelsmann u. Bgm. in N., u. d. Barbara Schwartz;
    1) N. N. ( 1761), 2) Leipzig n. 1763 Joh. Elisabeth, T d. Leinwandhändlers Noack in Breslau.

  • Leben

    L. erhielt seinen ersten musikalischen Unterricht wahrscheinlich von seinem Vater. 1741 wurde er auf einer Reise nach Kopenhagen wegen seiner stattlichen Figur in die preuß. Garde eingezogen; als Soldat Friedrichs des Großen diente er hier bis zur Schlacht bei Kolin (1757), bei der er angeblich schwer verwundet wurde. Nach kurzem Aufenthalt in seiner Heimatstadt ging er 1758 zum Studium nach Jena, wo er sich vermutlich als Musiker ausbilden ließ. 1761 wurde er Akademischer Musikdirektor, als Nachfolger von E. W. Wolf erhielt er die Leitung des „Collegium musicum“ an der Universität. In dieser Zeit betätigte sich L. auch als Komponist. Seit 1763 lebte er in Leipzig, wo er u. a. bei Gellert Vorlesungen über Philosophie, Moral und Poesie hörte und unter der Leitung J. A. Hillers im „Großen Konzert“ als Violin-Ripienist wie auch als Klaviersolist musizierte. 1771 vertraute ihm dort Hiller die Aufgabe des Musikdirektors an. Seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch hauptsächlich durch privaten Musikunterricht. L.s musikpädagogische Fähigkeiten schlugen sich nieder in seiner „Clavierschule“ (1765, 41782, russ. Übers. 1773/74), deren zweiter, 1781 erschienener|Band besonders große Wirkung hatte (Umarbeitungen und Neuausgaben durch J. G. Witthauer 1791, A. E. Müller 1804, C. Czerny 1825, F. Knorr 1848). Ebenso verfaßte er „Anweisungen zum Violinspielen“ (1774, 31797, hrsg. v. J. F. Reichardt). Beide Werke entstanden während des Aufenthalts in Leipzig, wie auch viele seiner – meist bei Breitkopf verlegten – Kompositionen. Besondere Beachtung fanden wohl seine heute kaum mehr bekannten Bühnenmusiken. Auch die seit 1764 mit seinen Schülern nach Hillerschem Vorbild aufgeführten „Wöchentlichen Liebhaberkonzerte“ nahmen einen bedeutenden Platz im damaligen Leipziger Musikleben ein. 1781 ging L. als Kapellmeister nach Danzig an die Marienkirche. Hier starb er noch im selben Jahr.

    L.s Hauptverdienst liegt im musikpädagogischen Bereich. Bedeutungsvoll ist vor allem seine im Aufbau sich an Quantz oder C. Ph. E. Bach orientierende „Clavier-Schule“. L. hat sie allerdings im Gegensatz zu C. Ph. E. Bachs „Versuch“ eher für den musikalischen Laien und Anfänger konzipiert. Die Beliebtheit und weite Verbreitung dieses nach Schwierigkeitsgraden geordneten Lehrwerks zeigt sich in seiner hohen Auflagenzahl und den zahlreichen Imitationen (z. B. durch G. F. Wolf und D. G. Türk). Weniger Beachtung fanden seine vielfach an Leopold Mozarts Violinschule angelehnten „Anweisungen zum Violinspielen“. L.s Kompositionen, zu denen verschiedene Instrumentalwerke für Klavier, Kantaten und Oratorien wie auch Lieder (L. soll als erster ein Gedicht Goethes vertont haben) zählen, sind von geringer Bedeutung; seine Klavier-Quartette, die frühen Triosonaten und die späten, von süddeutschem Einfluß geprägten Klaviertrios hat L. primär für pädagogische Zwecke geschrieben.

  • Literatur

    ADB 19;
    F. v. Glasenapp, G. S. L., 1937 (W-Verz., L, P);
    P. Benary, Die dt. Komp.lehre d. 18. Jh., 1961;
    MGG VIII (W-Verz., P);
    The New Grove (1980);
    Riemann.

  • Autor/in

    Mechthild Albus
  • Empfohlene Zitierweise

    Albus, Mechthild, "Löhlein, Georg Simon" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 37 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123536405.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Loehlein: Georg Simon L. wurde geboren 1727 in Neustadt an der Heide im Coburgischen. Ueber seine Erziehung ist nichts bekannt geworden, man weiß nur, daß er seiner außerordentlichen Größe wegen bereits in seinem 16. Lebensjahre in Potsdam mit Gewalt zum Soldaten ausgehoben wurde, eben als er auf einer Reise nach Kopenhagen begriffen war. In der Schlacht bei Collin blieb er schwer verwundet unter den Todten liegen, wurde aber von den Kaiserlichen in ein Hospital gebracht und kehrte nach erfolgter Heilung in die Heimath zurück, wo er sich den Wissenschaften widmete und im Clavier- und Violinspiel vervollkommnete. 1760 ging er nach Jena, um dort zu studiren, scheint aber hauptsächlich Musik getrieben zu haben, da er 1761, als Musikdirector Wolf nach Weimar berufen wurde, an dessen Stelle trat. Zu jener Zeit wird sein Harfenspiel gerühmt. — Nach dem Hubertusburger Frieden wendete sich L. nach Leipzig, ertheilte dort Musikunterricht und erhielt bald eine Stelle bei der ersten Violine im „großen Concert“, in welchem er auch als Claviervirtuos auftrat. Nebenher errichtete er ein „wöchentliches Liebhaberconcert“, das Mittwochs stattfand und in welchem fast alle Instrumente von seinen Schülern besetzt waren, componirte fleißig, radirte viele seiner Werke selbst in Kupfer und reparirte sogar alte Violinen. Zu bedeutendem Ansehen gelangt, erhielt er 1779 einen Ruf als Kapellmeister an die Oberpfarrkirche zu St. Marien nach Danzig, starb aber dort bereits am 16. December 1781. Die Compositionen Loehlein's erschienen von 1766 an bei Breitkopf in Leipzig und Guera in Lyon. Dieselben bestanden aus Partiten, Sonaten, 3 Trio's (op. IV), einem Quartett (op. VI) und 7 Concerten (op. V, VII und VIII) für Clavier mit Begleitung von Streichinstrumenten, beziehentlich Orchester. Am bekanntesten wurde er durch seine Schulen, welche damals und noch geraume Zeit nachher sehr geschätzt wurden. Eine Clavierschule oder „Kurze und gründliche Anweisung zur Melodie und Harmonie, durchgehends mit praktischen Beyspielen erkläret“ erschien zuerst 1765 in Leipzig und Züllichau. Dieselbe erlebte noch vier Auflagen (1772, 1779, 1781 und 1797), zuletzt umgearbeitet und vermehrt von J. G. Witthauer. Der zweite Band von Loehlein's „Clavierschule, worinnen eine vollständige Anweisung zur Begleitung der unbezifferten Bässe, und andern im ersten Bande fehlenden Harmonien gegeben wird: durch sechs Sonaten, mit Begleitung einer Violine, erklärt. Nebst einem Zusatze vom Recitativ“ erschien 1781 ebenfalls in Leipzig und Züllichau. Diese Schulen, namentlich der zweite Theil, lagen der von A. E. Müller im J. 1804 bei Frommann in Jena herausgegebenen Clavierschule zu Grunde, welche wiederum 9 Auflagen erlebte. — In Leipzig und Züllichau ließ L. 1774 noch folgendes Werk erscheinen: „Anweisung zum Violinspielen, mit praktischen Beyspielen und zur Uebung mit 24 kleinen Duetten erläutert“. Diese Violinschule erschien zum zweiten Male 1781 und zum dritten Male 1797 mit Verbesserungen und Zusätzen, auch mit 12 Balletstücken aus der Oper „Brenno“ vermehrt, herausgegeben von J. Fr. Reichardt.

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Löhlein, Georg Simon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 19 (1884), S. 125 unter Loehlein [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123536405.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA