Lebensdaten
1866 bis 1922
Geburtsort
Merseburg
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
sozialistischer Politiker
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 123494494 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Däumig, Ernst Friedrich
  • Däumig, Ernst Friedrich
  • Däumig, Ernst
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Däumig, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123494494.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Martha Stollberg.

  • Leben

    D. besuchte nach der Bürgerschule das Gymnasium in Halle und diente ab 1887, wohl ohne einen Beruf erlernt zu haben, lange Jahre in der Fremdenlegion. Um 1898 der SPD beigetreten, arbeitete er seit 1901 an sozialdemokratischen Zeitungen in Gera, Halle und Erfurt und wurde 1911 als Mitarbeiter für militärtechnische und Arbeiterbildungsfragen vom „Vorwärts“ übernommen, mußte aber 1916 ausscheiden. Seitdem für die USPD agitierend, gewann er bedeutenden Einfluß auf die Berliner Radikalen und stand treibend hinter den großen Streikbewegungen, die er zur Revolution auszuweiten trachtete. Seine Verhaftung am 8.11.1918 löste bei den Radikalen den Entschluß aus, am 9. November loszuschlagen. Als einer der „revolutionären Obleute“ und maßgebendes Mitglied des Vollzugsrates der Groß-Berliner Arbeiterräte versuchte er, das Rätesystem zur Grundlage der Verfassung zu machen, unterlag jedoch im Dezember auf der 1. Reichskonferenz der Arbeiter- und Soldatenräte den Anhängern der Nationalversammlung. Jedoch gelang es ihm, die USPD auf das Rätesystem festzulegen und große Teile zu radikalisieren. Seit Juni 1920 im Reichstag, nahm er am 2. Kongreß der III. Internationalen in Moskau im Juli 1920 teil und vertrat auf dem Parteitag in Halle Oktober 1920 die Annahme der 21 Bedingungen der Bolschewiki, welche die USPD spaltete. Seit Dezember neben P. Levi Vorsitzender der Vereinigten Kommunistischen Partei, verlor er schon im Frühjahr 1921 jeden Einfluß und mußte wegen Differenzen über die Parteitaktik im Januar 1922 ausscheiden.

  • Werke

    Maifeier, Soz. Drama, 1901;
    Moderne Landsknechte, Erzählungen a. d. Kolonial-Soldatenleben, 1904/05;
    Kriegführung, Heer, Flotte, Milit. Fachausdrücke, 1914;
    Freier Volks-Katechismus, 1918;
    Der 1. Akt d. dt. Revolution, 1919;
    Der Aufbau Dtld.s u. d. Rätesystem, 1919;
    Das Rätesystem, 1919;
    Hie Gewerkschaft! Hie Betriebsorganisation! 2 Reden v. E. D. u. R. Müller, o. J.;
    Vorwort zu K. Geyer u. a., Für d. 3. Internationale! Die USPD am Scheidewege, 1920;
    Mitarbeiter, z. T. auch Hrsg. v.: Kommunistische Rdsch., Der Arbeiter-Rat, Die Republik.

  • Literatur

    Allg. Kongreß d. Arbeiter- u. Soldatenräte, Dez. 1918, Stenogr. Ber.;
    J. Fischart (= E. Dom-browski), in: Köpfe d. Gegenwart, 1920, S. 257 bis 261;
    USPD: Protokolle d. Parteitage;
    Protokoll d. II Weltkongresses d. Kommunist. Internationale, 1921;
    Ber. üb. Verhh. d. Vereinigungsparteitages d. USPD u. d. KPD … in Berlin, 1921;
    E. Prager, Gesch. d. USPD, 1921;
    Das Werk d. Untersuchungsausschusses d. Verfassunggebenden Nat.versammlung u. d. Dt. Reichstages, 4. R., II Abt., bes. Bd. 5, 1928;
    A. Rosenberg, Die Entstehung d. dt. Republik, 1928;
    O. Flechtheim, Die KPD in d. Weimarer Republik, 1948: W. Tormin, Zwischen Rätediktatur u. soz. Demokratie, = Btrr. z. Gesch. d. Parlamentarismus u. d. pol. Parteien 4, 1955.

  • Autor/in

    Georg Kotowski
  • Empfohlene Zitierweise

    Kotowski, Georg, "Däumig, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 472 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123494494.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA