Lebensdaten
1749 bis 1778
Sterbeort
Detmold
Beruf/Funktion
Gräfin zur Lippe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122144708 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lippe-Detmold, Kasimire Gräfin von
  • Anhalt-Dessau, Kasimire Gräfin von (geborene)
  • Anhalt-Dessau, Kasimire Prinzessin von (geborene)
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Zitierweise

Kasimire, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122144708.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fürst Leopold II. v. A.-D. (1700–51, s. ADB 18), S d. Fürsten Leopold I. v. A.-D. ( 1747);
    M Gisela Agnes (1722–51), T d. Fürsten Leopold v. A.-Köthen (1694–1728) u. d. Prn. Friederike Henriette v. A.-Bernburg;
    B Hzg. Leopold v. A.-D. (1740–1817);
    - Dessau 1769 Gf. Simon August zur L. (1727–82, s. L), S d. Gf. Simon Heinrich Adolf zur L. (1694–1734) u. d. Prn. Johanna Wilhelmine v. Nassau-Idstein;
    1 S;
    1 Stief-S Gf. Leopold I. zur L. (1767–1802, Pauline, 1769–1820, Regentin v. L.).

  • Leben

    Stark ausgeprägte Offenheit für religiöse Fragen und daraus abgeleitetes Interesse an sozialen Problemen legten die Grundlage für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Reformen, die K. in der Grafschaft Lippe anstrebte und teilweise durchsetzte. Sie hatte nach dem Tod ihrer Schwester Maria Leopoldine ihren Schwager, Graf Simon August zur Lippe, geheiratet und sogleich die Lage der durch den 7jährigen Krieg in Not geratenen Bevölkerung erkannt. Ohne sich in die politischen Regierungsaufgaben einzumischen, ließ sie sich doch über zahlreiche Fragen der inneren Verwaltung unterrichten. Ihr Einfluß auf Simon August war groß, sie wurde zur stärksten Stütze des auf Reformen und geordnete Staatsverwaltung bedachten Kanzlers Hoffmann, der zugleich auch den Gefühlsüberschwang K.s zu mäßigen verstand. Anhand statistischer Erhebungen und mittels besonderer Kommissionen von Pfarrern, Ärzten und Verwaltungsbeamten nahm sie sich der Armen und Kranken an. Die unterstützten Personen sollten – statt zu betteln – zu einer nützlichen Beschäftigung herangezogen werden. Gebrechliche und alte Menschen erhielten eine Unterstützung aus dem Armenfonds (Erlaß einer Armenordnung 1770). Aus der Fürsorge für Arme entstand der Plan einer organisierten Krankenfürsorge, der die Grundlage für die Medizinalordnung von 1789 (Bestimmungen zur öffentlichen Gesundheitsfürsorge) darstellte. Die Reformideen auf agrarpolitischem Bereich umfaßten vor allem die Aufhebung der Leibeigenschaft, Ablösung der Dienste, Teilung der Gemeinheiten und die Umstellung des Anbaus. Waren hier ihre Erfolge gering beziehungsweise ihre Hoffnungen zu hoch gespannt, so gelang ihr doch durch Gründung der sogenannten Patriotischen Gesellschaft (1775) die Bildung eines Kreditinstituts (nach der 1770 gegründeten Schlesischen Landschaft Friedrich des Großen das älteste ländliche Kreditinstitut in Deutschland). Schließlich bemühte sich K. um eine Neuordnung des Schulwesens (anfänglich unter Einfluß Basedows, dann F. E. von Rochows) und nahm Einfluß auf die Gründung eines lippischen Lehrerseminars. K. gilt dank ihrer außerordentlichen karitativen und sozialen Reformtätigkeit als Wegbereiterin der Bestrebungen ihrer Schwiegertochter, der Fürstin Pauline.

  • Literatur

    G. F. W. Chapon, Leben u. letzte Stunden d. weiland Durchlauchtigsten Fürstin K. … Nebst einigen ihrer Briefe u. Fragmenten aus dens., 1780 (P);
    K[iewnin]g, Gfn. K. z. Lippe u. Herder, in: Mitt. a. d. lipp. Gesch. u. Landeskde. 4, 1906, S. 193-203;
    C. Staercke, Gfn. K. z. Lippe 1749–78, 1934 (P);
    dies., in: Menschen v. lipp. Boden, 1936 (auch f. Ehemann);
    W. Hansen, Lipp. Bibliogr., 1957, Sp. 1193 f.;
    V. Wehrmann, Die Aufklärung in Lippe, 1972 (P).

  • Portraits

    Gem. (Detmold, Lipp. Landesmus.);
    Abb. b. Chapon (Gem. v. Matthieu, Vignette v. D. Chodowiecki), Staercke u. Wehrmann, s. L.

  • Autor/in

    Günther Engelbert
  • Empfohlene Zitierweise

    Engelbert, Günther, "Kasimire" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 317 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122144708.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA