Lebensdaten
1727 bis 1782
Geburtsort
Detmold
Sterbeort
Detmold
Beruf/Funktion
Graf zur Lippe-Detmold ; Graf zu Schwalenberg und Sternberg ; Erbburggraf zu Utrecht ; Herr von Vianen und Ameiden
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 189485582 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Simon August
  • Simon August zur Lippe
  • Simon August Graf zur Lippe-Detmold
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Zitierweise

Simon August Graf und Edler Herr zur Lippe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd189485582.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Fam. d. Edelherren u. Grafen zur Lippe (s. NDB 14);
    V Simon Henrich Adolf, Fürst, bis 1720 Gf. z. L.-Detmold (1694–1734, s. NDB 14, Fam.art. zur Lippe), S d. Friedrich Adolph, Gf. z. L.-Detmold (1667–1718), u. d. Johanna Elisabeth, Prn. v. Nassau (1663–1718);
    M Johannette Wilhelmine (1700–56), T d. Georg August Samuel I., Fürst, bis 1688 Gf. v. Nassau-Idstein (1665–1721, s. ADB VIII; Nassau. Biogr.), u. d. Henriette Dorothea v. Oettingen (1672–1728);
    B Ludwig Heinrich Adolf, Gf. z. L. (1732–1800), Regent f. Leopold I. (s. u.), Wilhelm Albrecht Ernst, Gf. z. L. (1735–91), Schw Elisabeth Henriette Amalie (1721–93), Äbtissin v. Cappel u. St. Marien zu Lemgo, Henriette Auguste (1725–77, Friedrich, Hzg. v. Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, 1701–66, dän. Gen., s. Biogr. Lex. Schleswig-Holstein VIII);
    1) Kirchheim 1750 Polyxena Louise (1733–64), T d. Karl August, Fürst, bis 1737 Gf. v. Nassau-Weilburg (1685–1753, s. ADB 15; Nassau. Biogr.), u. d. Auguste Friederike Wilhelmine, Prn. v. Nassau-Idstein (1699–1750), Schw d. Johannette Wilhelmine, Prn. v. Nassau-Idstein (s. o.), 2) Dessau 1765 Maria Leopoldine (1746–69), T d. Leopold II., Fürst, bis 1747 Gf. v. Anhalt-Dessau (1700–51), preuß. GFM, Gouverneur v. Magdeburg, Domdechant ebd., u. d. Gisela Agnes, Prn. v. Anhalt-Köthen (1722–51), 3) Dessau 1769 Casimire, Prn. v. Anhalt-Dessau (1749–78), Schw d. Maria Leopoldine, Prn. v. Anhalt-Dessau (s. o.), Gründerin d. Unterstützungskasse f. lipp. Bauern (s. NDB XI), 4) Braunfels 1780 Christine Charlotte (1744–1823), seit 1789 Reichsfürstin, T d. Friedrich Wilhelm, Fürst, bis 1742 Gf. v. Solms-Braunfels (1696–1761), u. d. Magdalena Henriette, Prn. v. Nassau-Weilburg (1691–1725);
    1 T aus 1) (früh †), 1 S aus 2) Leopold I., Fürst u. Edler Herr z. L. (1767–1802, s. NDB 14, Fam.art. zur Lippe, Pauline, Prn. v. Anhalt-Bernburg, 1769–1820, 1802 Regentin u. Fürstin z. L. in Detmold, s. ADB 25; NDB 14, Fam.art. zur Lippe; Frauen gestalten Diakonie, hg. v. A. M. v. Hauff, II, 2006, T d. Friedrich Albrecht, Fürst, bis 1765 Gf. zu Bernburg, 1735–96, preuß. Gen.lt., s. ADB VII), 1 S aus 3) August, Fürst z. L. (1777–1809).

  • Leben

    Nach dem frühen Tod des Vaters 1734 erhielt S. in Lausanne eine gründliche Ausbildung und Vorbereitung auf sein künftiges Amt. Sein Erzieher Ferdinand Wilhelm du Val de la Pottrie (1696–1768), ein schweizer. Offizier in dän. Diensten, stand S. ebenso wie der lipp. Regierungspräsident Dietrich Johann v. Hillensberg (1748–52) auch in der Zeit der vormundschaftlichen Regentschaft und nach Übernahme der Regierung 1747 als persönlicher Ratgeber Seite. Während seiner Regierungszeit nahm S. politische Maßnahmen in Angriff, um die desolate Haushaltssituation der Grafschaft zu konsolidieren. Mit Hilfe seiner Berater (1752–57 Kanzler Sigismund Magnus Cracau, 1760–73 Kanzler Johann Wilhelm Reymann, 1774–96 Regierungspräsident Ferdinand Bernhard v. Hoffmann) brachte S. neue, zukunftsweisende Regierungsgrundsätze zur Geltung.

    Die wichtigsten Reformen des aufgeklärten Landesherrn galten einer planvollen Finanzwirtschaft zur Eindämmung der Schulden sowie einer Regelung des Verhältnisses zwischen Regierung und den lipp. Landständen. Der Konflikt um Ansprüche gegenüber der verwandten Linie Schaumburg-Lippe (1777), einer Abfindung der Linien Lippe-Biesterfeld und Lippe-Weißenfeld, wurde rechtlich statt militärisch gelöst. Sozialpolitische und kulturelle Maßnahmen wie die Verbesserung der schulischen Situation (1767), Verordnungen zur Versorgung der Armen, Vormundschaftsverordnungen zur Sicherung des Vermögens der Waisen, die Witwen- und Waisenkasse (1770), Medizinalordnungen (1756 und 1769) und die allgemeine Brand-Assekurations-Sozietät (1752) waren Merkmale eines fortschrittlichen Staates. Das 1781 gegründete Lehrerseminar diente der Verbesserung der Bildungssituation der ländlichen Bevölkerung. Weitere Reformen betrafen die Gerichtsverfahren (1768), die Weiterführung der Revision des Steuerkatasters und der Hypotheken-und Zwangsvollstreckung, die Zehntordnung (1771), die Errichtung einer Unterstützungskasse für bäuerliche Darlehen (1775), die Einschränkung der landesherrlichen Rechte, die Konkursordnung (1779) und die Verordnung über Leibzuchten (1781). Der Katalog von Maßnahmen, die S. auf Anraten seines Kabinetts (v. Hillensberg u. v. Hoffmann) auf den Weg brachte, bildete die Voraussetzung für die spätere Reformpolitik unter Fürstin Pauline (reg. 1802–20). S.s dritte Ehefrau, Gräfin Casimire, setzte sich für eine verbesserte Krankenfürsorge ein, die zu der Medizinalordnung von 1789 führte. Initiativen wie der Ausbau der Bäder Meinberg und Salzuflen oder die Förderung neuer Kolonate und Dorfanlagen (Augustdorf 1775/80, Leopoldsthal 1783) verfolgten wirtschaftliche, gesundheits- und bevölkerungspolitische Ziele. Die seit 1720 betriebene Erhebung der Gfsch. Lippe in den Reichsfürstenstand erfolgte 1789 nach S.s Tod.

  • Literatur

    B. Fritzemeier (Schiefer), Die Gfsch. Lippe unter d. Regierung Gf. S. A.s (1734–1782), 1958;
    dies., Das Schulwesen unter d. Regierung Gf. S. A.s (1743–1782), 1965;
    J. Arndt u. P. Nitschke (Hg.): Kontinuität u. Umbruch in Lippe, Soz.pol. Verhältnisse zw. Aufklärung u. Restauration 1750–1820, 1994;
    D. Hellfaier, S. A., ein aufgeklärter Landesherr in Lippe, 1989;
    zur Fam.:
    G. u. M. Huberty, L'Allemagne Dynastique, II, 1979;
    D. Schwennicke, Europ. Stammtafeln, N. F. I/1, 1998;
    ebd. I/2, 1999;
    ebd. I/3, 2000;
    Bibliogr.:
    W. Hansen, Lipp. Bibliogr., 1957.

  • Portraits

    Öl/Lwd., anon., o. J. (Detmold, Schloß, Ahnensaal);
    Reiterbild, S. in rotem Rock, Öl/Lwd., anon., 1755 (ebd., Saalgang);
    S. im Harnisch, Öl/Lwd. v. F. W. Güte, 1756 (ebd.);
    Reiterbild in blauem Rock, Öl/Lwd. v. dems., 1766 (ebd.);
    – Medaille, 1742 (Genf, Münster Landesmus.);
    – Relief, 1789 (Bad Meinberg, Kurpark).

  • Autor/in

    Lore Blanke
  • Empfohlene Zitierweise

    Blanke, Lore, "Simon August Graf und Edler Herr zur Lippe" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 425-426 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd189485582.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA