Lebensdaten
1862 bis 1914
Geburtsort
Sakuschak bei Sankt Lorenzen (Kreis Pettau, Untersteiermark)
Sterbeort
Zagreb (Agram, Kroatien)
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121673995 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Puh, Janez
  • Puch, Johann
  • Puh, Janez

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Zitierweise

Puch, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121673995.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franc Puh (1833–1911), Kleinhäusler, S d. Tomaž (1807-70), Kleinhäusler, u. d. Ana Lovrec (1804–54);
    M Agnes (Neža) (1829-1912), T d. Jožef Cizerl Oblaki (* 1807), Bauer, u. d. Ana Čeh (1799-1867);
    B Martin (* 1858), Werkmeister d. Johann Puch Fahrradfabrik in Graz;
    Graz 1889 Maria Anna (1868–1932), T d. Karl Reinitzhuber (1813–91), Gärtnereibes. in Graz, u. d. Anna Schmölzer (1831–1915); kinderlos.

  • Leben

    P. arbeitete seit seinem achten Lebensjahr als Handlanger bei einem Müller. Nach seiner Ausbildung zum Schlosser in Pettau und anschließender Wanderschaft war er in einigen Grazer Fahrradherstellungs- und -reparaturbetrieben beschäftigt und machte sich 1889 unter dem Firmennamen „Johann Puch, Fahrrad-Fabrik“ in Graz selbständig. Als Werkmeister arbeitete bei ihm sein Bruder Martin, dessen Nachkommen zum Teil in den Folgeunternehmen tätig wurden. Seit 1890 präsentierte P. seine eigene Produktion mit der Marke „Styria“ – schon vornehmlich als Niederrad- und vollzog betriebsorganisatorisch den Schritt vom Handwerker zum Fabrikanten. Neues Kapital für den Ausbau der Firma brachte die „Bielefelder Maschinenfabrik, vormals Dürkopp & Co.“ 1897 ein, aber nach wenigen Monaten verkaufte P. seinen Anteil mit der Auflage, zwei Jahre lang keinen Konkurrenzbetrieb zu errichten. Er veranlaßte jedoch zwei seiner langjährigen Mitarbeiter, die Firma „Grazer Fahrradwerke Anton Werner & Comp.“ zu gründen. Nach Ablauf der Konkurrenzklausel erwarben P. und seine Ehefrau dieses Unternehmen und brachten es 1899 in die von P. neu gegründete und geführte „Johann Puch, Erste steiermärk. Fahrrad-Fabriks AG. in Graz“ ein. Europ. Ruf erlangte er mit den Erfolgen seiner Fahrräder bei internationalen Rennen. P. beschäftigte sich nun auch mit der Konstruktion von Motoren. 1900 baute er ein dreirädriges Motorrad, 1903 wurde die serienmäßige Produktion von einspurigen Motorrädern und 1906 von Autos an mehreren Standorten aufgenommen. Seine beste Werbung waren seine Rennfahrer, die mit den Puch-Motorrädern bei internationalen Konkurrenzen erste Plätze belegten, insbesondere 1906 bei dem „Coupe International“ in Patzau (Böhmen). Ein Herzleiden zwang P., 1912 die Leitung des Unternehmens aufzugeben, für das er jedoch weiterhin tätig blieb. Etwa 1200 Beschäftigte produzierten damals jährlich ca. 10 000 Fahrräder, 750 Motorräder, 360 Sport- und Luxusautos. Zu den Großkunden zählte auch die k. u. k Armee. Die Wirtschaftskrise erzwang 1928 die Fusion mit der „Österr. Daimler-Motoren AG“ und 1934 mit der „Steyr-Werke AG“ zur „Steyr-Daimler-Puch AG“, heute „Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik AG. & Co. KG.“.|

  • Auszeichnungen

    Gründungsmitgl. d. Steiermärk. Automobil-Clubs; Präs. d. Grazer Trabrennver.

  • Literatur

    Die Groß-Ind. Österr., IV, 1910, S. 37;
    Grazer Tagbl. (Abendausg.) v. 20.7.1914, (Morgenausg.) v. 21., 22. u. 23.7.1914;
    Allg. Automobil-Ztg. v. 26.7.1914;
    Neue Freie Presse (Morgenausg.) v. 21.7.1914;
    Presse v. 18./19.7.1964;
    H. Seper, 100 J. Steyr-Daimler-Puch A.G., 1964, S. 40-54 (P);
    J. Mentschl u. G. Otruba, Österr. Industrielle u. Bankiers, 1965, S. 181-85;
    G. Pferschy, J. P., Ein Pionier d. Fahrzeugbaues, in: Steir. Unternehmer d. 19. u. 20. Jh., 1965, S. 58-64 (P);
    A. Wandruszka u. P. Urbanitsch, Die Habsburgermonarchie 1848-1918, I, S. 252, 268, 273;
    F. F. Ehn, Das gr. Puch-Buch, Die Puch-Zweiradproduktion v. 1890-1987, 1988, 31993, S. 9-18 (P);
    ders., Puch-Automobile, 1991, S. 12-15 (P);
    H. Harrer, J. P. als Motorradfabr., in: Hist. Jb. d. Stadt Graz 27/28, 1998, S. 357-85;
    P. Eigner u. A. Helige (Hg.), Österr. Wirtschafts- u. Sozialgeschzialgesch. im 19. u. 20. Jh., 1999, S. 101;
    K. Šamperl-Purg, Janez Puh – J. P., 2 Bde., 1999 (Qu, L, P);
    ÖBL;
    Österr. Lex., 1995. |

  • Quellen

    Qu Wien, Österr. StA u. Kriegsarchiv; Mitt. H. Völker, Wien.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Empfohlene Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Puch, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 755-756 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121673995.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA