Lebensdaten
1390 oder 1400 bis 1454 oder 1455
Beruf/Funktion
Baumeister ; Wiener Dombaumeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118793640 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Puchspaum, Hans
  • buxböm, Hanns
  • Buxböm, Hanns
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Zitierweise

Puchsbaum, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118793640.html [20.08.2019].

CC0

  • Leben

    P. wird 1417-21 erstmals im „Ulmer Bauhüttenbuch“ als Meister der Baurisse zur Vor- und Turmhalle des Münsters erwähnt. Nach 1430 wurde er Parlier des Wiener Dombaumeisters Hans von Prachatitz ( 1439), dessen Nachfolge er antrat; spätestens seit 1446 arbeitete er als leitender Baumeister. Zu seinen Hauptwerken an St. Stephan gehören die Vorhalle vor dem Singertor (ca. 1440/50), der „Friedrichsgiebel“ über dem Singertor als frühester Giebel der Südseite (um 1440) und die Einwölbung des Langhauses (begonnen 1446). Hierzu kamen der Altarbaldachin („Puchheimbaldachin“) im Langhaus (vollendet 1447, Reste erhalten), sowie Planung und Baubeginn des Nordturmes (begonnen 1467, eingestellt 1511). P.s innenarchitektonisches Hauptwerk wurde die „Barbarakapelle“ im Nordturm des Stephansdomes, die erst 1474 postum vollendet wurde. Mit der Lösung dieser architektonisch differierenden Aufgaben eröffnete P. gewissermaßen leitmotivisch die letzte innovative Phase der Spätgotik in Österreich. Zeitgleich mit St. Stephan entstanden Baurisse für den Neubau der Pfarrkirche von Steyr (1443) und für die Zápolyakapelle in Donnersmarkt (Spišský Štvrtok, Slowakei) (1473). Gewölbeverschleifung und Rippenführung seiner Einwölbungen folgen zwar noch dem Vorbild Peter Parlers, in der Überwindung des „weichen Stils“, der das erste Jahrhundertdrittel prägte, liegt aber P.s stilgeschichtliches Verdienst, das sein späterer Nachfolger Anton Pilgram über Wien hinaus weiterführte. Die Besonderheit P.s liegt, neben dieser Emanzipation der Wiener Bauhütte aus der Parler-Nachfolge, in der Überlieferung eines ungewöhnlich reichen, in derartiger Geschlossenheit selten überlieferten Bestandes an fein gezeichneten, von individueller Handschrift geprägten Baurissen.

  • Werke

    u. a. Baurisse f. d. Ulmer Münster;
    f. d. Bau d. Wiener Rathauses (heute Bibl. d. Ak. d. Bildenden Künste u. Stadtarchiv Wien);
    „Spinnerin am Kreuz“ (Tabernakelpfeiler 1451/52, weitgehend erneuert).

  • Literatur

    ADB 26;
    B. Grimschitz, H. P., 1947;
    H. Koepf, Forsch. z. Frage d. Urheberschaft d. Wiener Planrisse v. St. Stephan, in: FS K. Oettinger z. 60. Geb.-tag, 1967, S. 177-91;
    ders., Die got. Planrisse d. Wiener Slgg., 1969;
    R. Wagner-Rieger, Architektur. in: Gotik in Österr., hg. v. H. Kühnel u. a., Ausst.-kat. Krems 1967, S. 351-59;
    J. Bureš, On the Beginning of Late Gothic Architecture in Slovakia. in: Ars 1, 1968, S. 81-110;
    ders., Die Meister d. Pressburger Domes, in: Acta historica Academiae Scientiarum Hungaricae 28, 1972, S. 85-105;
    R. Perger, Die Baumeister d. Wiener Stephansdomes im Spät-MA, in: Wiener Jb. f. Kunstgesch. 23, 1970, S. 66-107;
    E. Marosi, Wege z. spätgot. Architektur in Ungarn, in: Evolution générale et développements régionaux en histoire de l'art. I, 1972, S. 543-49;
    F. Dahm u. M. Koller, Die Wiener Spinnerin am Kreuz, in: Forsch. u. Btrr. z. Wiener Stadtgesch. 21, 1991;
    R. Koch, Die Baugesch. d. Stadtpfarrkirche v. Steyr im MA, in: Stadtpfarrkirche Steyr, 1993, S. 23-55;
    ThB (unter Buchsbaum);
    Lex. MA;
    Dict. of Art;
    Hist. Lex. Wien.

  • Autor/in

    Jörg Deuter
  • Empfohlene Zitierweise

    Deuter, Jörg, "Puchsbaum, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 756 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118793640.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Puchsbaum: Heinz P., Baumeister am Dome zu St. Stephan in Wien zwischen den Jahren 1432—1455. In die Zeit seiner Ballführung füllt 1446 die Einwölbung des Langhauses und 1450 die Grundsteinlegung zum nördlichen Thurm. Im J. 1452 baute P. die steinerne Denkfäule „Spinnerin am Kreuz“ am Wiener Berg, welche noch heute besteht, jedoch schon wiederholt restauriert wurde. Von einzelnen Kunstforschern wurde P. auch die Conception und der Bau der schönen Kanzel im Innern des Domes von St. Stephan zugeschrieben, wozu jedoch bestimmte Anhaltspunkte fehlen Er erscheint im J. 1455 als Besitzer des Hauses Or.-Nr. 4 (Conscr. Nr. 410) am Judenplatz in der Stadt. Wann derselbe starb, ist unbekannt.

  • Autor/in

    K. W.
  • Empfohlene Zitierweise

    W., K., "Puchsbaum, Hans" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 685 unter Puchsbaum, Heinz [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118793640.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA