Lebensdaten
1905 bis 1974
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Koblenz-Horchheim
Beruf/Funktion
Jurist ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121181758 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Süsterhenn, Adolf Philipp Alexander
  • Süsterhenn, Adolf
  • Süsterhenn, Adolf Philipp Alexander
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Zitierweise

Süsterhenn, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121181758.html [07.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf ( v. 1939), kaufm. Angest., 1934–37 Kolonialwarenhändler in K.-Deutz, S e. Schuhmachermeisters aus Burgen (Hunsrück);
    M Maria Tewildt (1874–1960), aus Uedem /Niederrhein;
    B Alois, Lebensmittelhänder in K.;
    – ⚭ Magdalena Renard;
    4 S1 T (früh †).

  • Leben

    S. studierte nach dem Abitur 1923 in Köln Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg (Br.) und Köln. Er war Mitglied der kath. Studentenverbindungen Hohenstaufen in Freiburg bzw. Rappoltstein in Köln im CV und seit seiner Schul-

    und Studienzeit durch das kath. Milieu seiner Heimatstadt geprägt, namentlich von dem später im KZ ermordeten Hochschullehrer und Sozialpolitiker Benedikt Schmittmann (1872–1939). Auch S. gehörte zu den christlich motivierten Gegnern des Nationalsozialismus. 1933 zog er bei den letzten Wahlen für das Zentrum in den Stadtrat ein, legte aber sein Mandat nieder, um nicht bei der NSDAP-Fraktion hospitieren zu müssen. Als Rechtsanwalt verteidigte er in politischen Prozessen v. a. Geistliche und unterhielt Kontakt zu Widerstandskreisen.

    1945 engagierte sich S. als CDU-Mitgründer in Bad Honnef. 1946 konzipierte er, Verfechter des christlichen Naturrechts, der sich auch publizistisch v. a. im „Rheinischen Merkur“ profilierte, als Vorsitzender der Vorbereitenden Verfassungskommission Rheinland-Pfalz wesentlich die Verfassung von Rheinland-Pfalz und wurde erster Justiz- und Kultusminister des neuen Landes. Sein Einsatz für das Elternrecht und die Konfessionsschule war heftig umstritten. Er vertrat Rheinland-Pfalz 1948 im Verfassungskonvent von Herrenchiemsee und zählte anschließend als stellv. Vorsitzender der Unionsfraktion zu den führenden Köpfen im Parlamentarischen Rat. Er setzte sich nachdrücklich für den Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes ein, ebenso für die naturrechtliche Begründung der Grundrechte, das Prinzip der Subsidiarität und die starke Stellung des Bundesrats. Als Föderalist (Erster Vors. d. Bundes Dt. Föderalisten, gegr. 1947) wollte S. zur Sicherung der Freiheit eine „pluralistische Gestaltung von Staat und Gesellschaft“.

    Nach einem schweren Autounfall 1949 wechselte er 1951 in die Justiz und übernahm das Amt des Präsidenten von Verfassungsgerichtshof und Oberverwaltungsgericht in Koblenz. Gleichzeitig bekleidete er eine Honorarprofessur an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer und gehörte 1954–74 als dt. Mitglied der Europ. Kommission für Menschenrechte in Straßburg an. S. blieb bis 1965 im CDU-Landesvorstand und wurde 1960 auch Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Der enge Weggefährte Adenauers und des Ministerpräsidenten Peter Altmeier (1899–1977) kehrte zwar 1961–69 als Bundestagsabgeordneter in die Politik zurück, allerdings nicht mehr in die erste Reihe. Im Streit um die „moralische Verwilderung“ im Illustrierten- und Filmgeschäft forderte der kirchennahe Konservative 1965 erfolglos, die im Grundgesetz|garantierte Freiheit der Kunst an die „allgemeine sittliche Ordnung“ zu binden, was S. scharfe Angriffe von Schriftstellern wie Günter Grass, aber auch aus den eigenen Reihen eintrug.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenbürger d. Univ. Mainz (1953); Silbermedaille d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz (1961); Gr. BVK mit Stern (1962) u. Schulterband (1965); Großkreuz mit Stern u. Schulterband d. Ordens v. Hl. Silvester (1965); Dr. theol. h. c. (Trier 1974); Vizepräs. d. Dt. Atlant. Ges.

  • Werke

    W Das poln. Konkordat v. 10. Febr. 1925, Diss. Köln 1928; Kommentar d. Vfg. f. Rheinland-Pfalz unter Berücksichtigung d. Grundgesetzes f. d. Bundesrep. Dtld., 1950 (mit Hans Schäfer); Der supranat. Schutz d. Menschenrechte in Europa, 1962; Schrr. z. Natur-, Staats- u. Vfg.recht, hg. v. P. Bucher, 1991;
    Nachlaß: Archiv f. Christl.-Demokrat. Pol., St. Augustin; Landeshauptarchiv Koblenz.

  • Literatur

    W. Baumgart, in: Zeitgesch. Lb. VI, 1984, S. 189–99 (P);
    H. Bickel, in: 50 J. Vfg.- u. Verw.ger.barkeit in Rheinland-Pfalz, hg. v. K.-F. Meyer, T. 1, 1997, S. 213–21;
    R. Uertz, in: In Verantwortung vor Gott u. d. Menschen, Christl. Demokraten im Parl. Rat 1948/49, hg. v. G. Buchstab u. H. O. Kleinmann, 2008, S. 355–64;
    Ch. v. Hehl, A. S. (1905–1974, Vfg.vater, Weltanschauungspol., Föderalist, 2012 (Qu, L, P);
    Schumacher, M. d. B.;
    Lex. Christl. Demokratie.

  • Portraits

    zahlr. Fotos im BA u. Landeshauptarchiv Koblenz.

  • Autor/in

    Theo Schwarzmüller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarzmüller, Theo, "Süsterhenn, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 687-688 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121181758.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA