Lebensdaten
1583 bis 1631
Geburtsort
Ehrenberg bei Heinsheim/Neckar
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Bischof von Würzburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119536455 | OGND | VIAF: 64819666
Namensvarianten
  • Philipp Adolf von Ehrenberg
  • Philipp Adolf, Würzburg, Bischof
  • Ehrenberg, Philipp Adolf von
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Philipp Adolf von Ehrenberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119536455.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus ritterl. Fam.;
    V Hanns Heinrich d. Ä.(1547-84, luth.), S d. Johann-Heinrich u. d. Amalia v. Wittstadt;
    M Margarete (1549–1611, kath.), T d. Peter Echter v. Mespelbrunn (1520–76), kurmainz. Geh. Rat, Oberamtmann, RTgesandter, u. d. Gertrud v. Adelsheim (1525–83);
    8 Geschw (5 früh†), u. a. Peter (1578–1617), würzburg. Rat, Oberschultheiß zu W.;
    Om Julius Echter v. Mespelbrunn (1545–1617), 1573-1617 Bf. v. Würzburg (s. NDB X).

  • Leben

    P.s Werdegang wurde maßgeblich durch seinen Onkel und Vormund Fürstbf. Julius Echter v. Mespelbrunn bestimmt. Gegen die Absicht des früh verstorbenen luth. Vaters wurde P. im alten Glauben erzogen. Er besuchte Schulen in Würzburg (1590/93-95), Pont-à-Mousson (1596), Douai und Paris (1598/99). Zunächst nicht für den geistlichen Stand bestimmt, trat er nach der Resignation seines älteren Bruders Peter in dessen Pfründen ein und wurde 1600 Domizellar in Würzburg und Bamberg. Kavalierstour und Studien führten ihn nach Rom (1602/03), Salamanca und Valladolid (1603/04) sowie abermals nach Paris (1605[?]/06). 1607 empfing er in Würzburg die niederen Weihen und das Subdiakonat, 1609 wurde er Domkapitular, 1619 Domdekan. Am 6.2.1623 wurde er zum Bischof von Würzburg gewählt. Die erstmals unter seinem Vorgänger Johann Gottfried v. Aschhausen (1575–1622) hergestellte Verbindung mit dem Bamberger Bischofssitz wurde entgegen dem kaiserl. und bayer. Wunsch gelöst.

    P. übernahm ein durch erste Einwirkungen des 30jährigen Krieges hoch verschuldetes Bistum. Der Unterhalt eigener Truppen, Zahlungen an die Liga sowie wiederholte Einquartierungen ligistischer und kaiserl. Regimenter seit 1625 belasteten das Hochstift schwer. Reichspolitisch gewann P. kein eigenständiges Profil, sondern orientierte sich an Bayern. Gespannt blieb sein Verhältnis zum Bistum Bamberg. Innenpolitisch verfolgte P. beharrlich zwei eng verknüpfte Ziele, die territoriale Abrundung und die konfessionelle Vereinheitlichung des Hochstifts. Dies führte ihn in einen scharfen Gegensatz zu den Markgraftümern Ansbach und Bayreuth sowie zur fränk. Ritterschaft. Etwa 200|Dörfer wurden unter P. rekatholisiert. Untrennbar mit P. verknüpft ist die Hexenverfolgung im Hochstift Würzburg, die 1626-29 kulminierte. Der Ausdruck „wirzburgisch werck“ wurde im Reich zu einem Synonym für ein scharfes Vorgehen gegen Hexen. Ein „eyfferer der Gerechtigkeit“, fromm, sparsam, zäh und unerbittlich, hinterließ P. bei seinem Tod ein ungefestigtes Werk, das mit dem Vorstoß der Schweden an den Main zunichte gemacht wurde.

  • Literatur

    J. P. Ludewig, Geschicht-Schreiber v. dem Bischoffthum Wirtzburg, 1713 (P);
    W. Möller, Die 32 Ahnen d. Bf. P. A. v. W., in: Der Dt. Herold 60, H. 11, 1929, S. 102-04;
    ders., Der Werdegang Bf. P. A. v. W. u. seiner Brüder, in: Archiv d. Hist. Ver. v. Unterfranken u. Aschaffenburg 68, 1929, S. 187-98;
    O. Dürr, P. A. v. E., Bf. v. W. 1623-1631, 1935;
    E. Soder v. Güldenstubbe, Die Restitution unter Fürstbf. P. A. v. E. 1623-1631, in: Würzburger Diözesangesch.bll. 43, 1981, S. 343-96;
    H. Schwillus, „Der bischoff läßt nit nach, bis er die gantze statt verbrennt hat“, Bemerkungen zu d. 1745 veröff. Liste d. unter Fürstbf. P. A. v. E. wegen angebl. Hexerei hingerichteten Menschen, ebd. 49, 1987, S. 145-54;
    Unterfränk. Gesch., III, hg. v. P. Kolb u. E.-G. Krenig, 1995;
    D. Albrecht, Maximilian I. v. Bayern 1573-1651, 1998;
    H. Flachenecker, in: Gatz III.

  • Portraits

    Kupf. v. L. Kilian, 1625 (Hss.abt. d. Univ.bibl. Würzburg);
    Kupf. v. J. Salver, 1713, in: Ludewig, s. L, danach in: Würzburg, Gesch. in Bilddok., hg. v. A. Wendehorst, 1981, S. 201, Die Porträtslg. d. Hzg. August Bibl. Wolfenbüttel, A 28, Nr. A 24.584;
    Marmordenkmal v. J. Ph. Preiß, 1669 (Würzburg, Dom).

  • Autor/in

    Hans-Wolfgang Bergerhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergerhausen, Hans-Wolfgang, "Philipp Adolf von Ehrenberg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 387 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119536455.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA