Lebensdaten
1872 bis 1914
Geburtsort
Gmain bei Bad Reichenhall
Beruf/Funktion
Architekt ; Stadtbaurat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119442051 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erlwein, Hans Jakob
  • Erlwein, Hans
  • Erlwein, Hans Jakob
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Zitierweise

Erlwein, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119442051.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Jakob, Hotelier;
    M Elise;
    Vt Georg s. (1);
    München 1899 Marie (kath.), T des Postoberpackers Hirsch;
    1 T.

  • Leben

    Nach seiner Ausbildung auf der TH München und mehreren Studienreisen im In- und Ausland war E. bei den bayerischen Staatsbahnen, als Bauassessor in Amberg, als Regierungsbauführer in der bayerischen Militärverwaltung und seit 1898 als Stadtbaurat in Bamberg tätig, bis er im Januar 1905 das Amt eines Stadtbaurates in Dresden antrat, das er bis zum Tode inne hatte. Berufungen unter anderem zum Stadtbaurat von Köln sowie von Industriegesellschaften lehnte er ab. – In Bamberg entwickelte E. die besten Bautraditionen der Stadt mit ihren Spätrenaissancegiebeln weiter (unter anderem Luitpoldschule, 1899-1901, Chirurgisches Krankenhaus In Dresden erwarteten ihn neben ähnlichen Aufgaben ungelöste städtebauliche Probleme. Mit neuen Ideen und süddeutschem Einschlag an den Putzbau des 18. Jahrhundert anschließend, überwand er den Historismus der vorhergehenden Jahrzehnte. Zweckmäßigkeit, Klarheit, Schlichtheit, lockere Gliederung des Aufbaus und Einordnung in die Umgebung zeichnen viele seiner Bauten, im besonderen die 32. Bezirksschule aus. Bildhauer wie Georg Wrba und K. Groß, Maler wie O. Gußmann und P. Rößler aus der Vereinigung der „Zunft“ lieferten den Schmuck. Die alte Farbigkeit, im 19. Jahrhundert eintönigem Grau gewichen, kehrte ins Stadtbild zurück. Im Vieh- und Schlachthof (1906-10, fast 70 Einzelbauten) gelang der Versuch, ein ganzes Stadtviertel künstlerisch durchzuorganisieren. Weitere gelungene Lösungen waren unter anderem die Abrundung des Theaterplatzes durch das „Italienische Dörfchen“ (1910–13), mit seiner locker gegliederten Gebäudegruppe und der Innenausgestaltung durch Dresdener Künstler ein Höhepunkt künstlerischen Schaffens vor 1914, sowie der Neubau der Löwenapotheke (1945 zerstört) neben dem Alten Rathaus. Unter E.s Stadthäusern, Industriebauten, Oberschulen und zahlreichen Volksschulen zeigen die Spätwerke, im besonderen die hufeisenförmig angelegte Studienanstalt für Mädchen (Weintraubenstraße, 1913-15) mit großem Vorhof die errungene architektonische Freiheit. Die Bauten büßten einen Teil ihrer charakteristischen Heiterkeit durch den Verlust ihrer Farbigkeit seither ein. E.s eigene Arbeit ist von der seiner Mitarbeiter schwer zu scheiden, da sämtliche Entwürfe des Amtes seinen Namen tragen und die eigenen zeichnerisch nicht selbst von ihm ausgeführt wurden; er konnte sie jedoch zum „Stil der Erlwein-Zeit“ verbinden. Die Fülle seiner Werke vermochte das Gesicht Dresdens in einem Maße zu verändern, für das sich in anderen Städten kein Vergleich findet.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bamberg: Elektrizitätswerk, Zentralschlachtviehhof; Erlangen: Haus d. Corps Baruthia, 1902-03;
    Dresden: Plan z. Gestaltung d. Königsufers d. Neustadt;
    Kg.-Georg-Gymnasium, 1906-07 (Festsaal v. O. Gußmann ausgemalt);
    Mädchenschule Zinzendorffstr. (1945 zerstört);
    Feuerwache d. Louisenstr., 1913-16;
    Wasserwerk Hosterwitz, 1907-08;
    Wartehalle am Neustädter Markt, 1912;
    Aussichtsturm Wolfshügel, 1913; Artesischer Brunnen. – Ratsherren-Trinkstube u. Sitzungszimmer im Neuen Rathaus sind bes. schwere Kriegsverluste. – Schr. Der Vieh- u. Schlachthof zu Dresden, 1907.

  • Literatur

    R. Bruck, Dresdner Kommunalbauten, = Der Profanbau, 1909, H. 1 (1. E.-H.);
    H. Weyer, Der neue städt. Vieh- u. Schlachthof zu Dresden, in: Der Industriebau, 1911, H. 1/2;
    ders., Neue Bauwerke d. Stadt D., ausgest. i. d. Gal. E. Arnold, 1913 (mit Vorwort v. E.);
    C. Gurlitt, H. E., Das Ital. Dörfchen in D., 1913;
    ders., Einfache Städt. Nutzbauten in D. v. H. E., = 107. Flugschr. d. Dürerbundes z. Ausdruckskultur, 1913;
    F. Leitschuh, Bamberg, 1914, S. 298f.;
    R. Schumann, Dresden, 21922, S. 320-30;
    F. Löffler, Das alte Dresden, 31958;
    ThB;
    H. Vollmer, Künstler-Lex. d. 20. Jh., II, 1955, S. 51 (L).

  • Portraits

    Bronzebüste v. G. Wrba, 1910, Abb. in: Die Kunst 24, 1911, S. 436.

  • Autor/in

    Fritz Löffler
  • Empfohlene Zitierweise

    Löffler, Fritz, "Erlwein, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 597-598 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119442051.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA