Lebensdaten
1891 bis 1963
Geburtsort
Waldshut (Baden)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
General der Panzertruppe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11941886X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Senger und Etterlin, Fridolin von (seit 1919)
  • Senger, Frido Edler von
  • Senger und Etterlin, Fridolin von (seit 1919)
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Zitierweise

Senger, Frido Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11941886X.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1858–1927), bad. Geh. Reg.rat, Oberamtmann in Offenburg, S d. Otto (1816–84), bad. Oberamtmann, u. d. Maria Cordel (1826–1905);
    M Maria Magdalena Siefert-Schlund (1865–1911), T e. Kaufm.;
    Ur-Gvv Fridolin (1782–1866, s. Einl.);
    2 B u. a. Johann (1894–1917 ⚔), Jagdflieger, 2 Schw u. a. Elisabeth (1893–1974, ⚭ Viktor Waenker v. Dankenschweil, 1883–1944, preuß. Lt. d. Landwehr);
    Dessau 1919 Hilda (* 1891), T d. Friedrich v. Kracht (1844–1933), preuß. Gen.lt., Ehrenbürger v. Zerbst, u. d. Elisabeth Freiin v. Schröder (1856–1913);
    1 S Ferdinand (s. 2; L), 1 T Maria Josepha (* 1926, Cesare Gf. Gani, * 1925).

  • Leben

    S. trat nach dem Abitur 1910 als Einjährig-Freiwilliger in das 5. Bad. Feldartillerie-Rgt. Nr. 76 ein. 1911/12 studierte er in Freiburg, dann bis 1914 als Rhodes Scholar am St. John's College in Oxford Geschichte, Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Den 1. Weltkrieg erlebte er als Artillerist (1914 Lt. d. Res., 1917 aktiver Offz.) an der Westfront. Im Freiwilligen Landesjägerkorps nahm er 1919 an der Niederschlagung kommunistischer Aufstände in Sachsen teil. 1920 in die Reichswehr übernommen, diente er im üblichen Wechsel von Stabs- und Truppenführerverwendungen bis zum 2. Weltkrieg als Kavallerieoffizier (1924 Rittmeister, 1934 Major, 1936 Oberstlt., 1939 Oberst). Die von ihm bei der Invasion Hollands 1940 befehligte 2. Kavalleriebrigade wurde im Krieg gegen Frankreich zu einem motorisierten Verband umgerüstet. S. fungierte 1940–42 als Führer der Verbindungsdelegation (1941 Gen.major) zwischen der dt.-franz. Waffenstillstandskommission in Wiesbaden und der ital.-franz. Waffenstillstandskommission in Turin. 1942/43 befehligte er die 17. Panzerdivision beim erfolglosen Entsatzversuch der in Stalingrad eingekesselten 6. Armee sowie bei den Rückzugskämpfen um Rostov/Don (1943 Gen.lt.). Im Juni 1943 zum dt. Verbindungsoffizier bei der 6. Ital. Armee ernannt, führte er nach der alliierten Landung in Sizilien zeitweise die dort stationierten dt.|Truppen. Als Wehrmachtsbefehlshaber auf Korsika weigerte sich S., auf Initiative seines Ersten Generalstabschefs nach dem Frontwechsel Italiens im Sept. 1943, gefangene ital. Offiziere, die Befehle ihrer rechtmäßigen Regierung befolgt hatten, als Freischärler zu erschießen. Er zählte somit zu den wenigen dt. Offizieren, die es ablehnten, verbrecherische Befehle auszuführen. Bis Kriegsende führte er als Kommandierender General das XIV. Panzerkorps (1944 Gen. d. Panzertruppe) in Italien. Aufgrund adeligen Herkommens, kath. Bindungen und traditionellen soldatischen Ethos hielt S. Distanz zum Nationalsozialismus. In seinen Erinnerungen bezeichnete er sich als Wissender um die Verschwörung des 20. Juli 1944. Als Chefunterhändler bei den Kapitulationsverhandlungen der dt. Truppen in Italien geriet S. Anfang Mai 1945 in brit. Kriegsgefangenschaft.

    Nach seiner Entlassung 1948 übte er auf Vermittlung Kurt Hahns (1886–1974) eine Leitungsfunktion im Internat von Salem am Bodensee aus. Im Zuge der westdt. Aufrüstungsdebatten seit 1950 betätigte er sich als Militärkorrespondent bei Presse und Rundfunk. Mit anderen pensionierten Generalen der Wehrmacht berief ihn Bundeskanzler Adenauer in einen Expertenausschuß zur Vorbereitung eines westdt. Verteidigungsbeitrags, der im Okt. 1950 im Kloster Himmerod tagte; S. leitete den Ausbildungsauschuß. 1955 wurde S. in den vom Dt. Bundestag geschaffenen Personalgutachterausschuß für die Streitkräfte berufen, der die Offiziere überprüfte, die sich für Spitzenverwendungen in der Bundeswehr beworben hatten.

  • Auszeichnungen

    Rr.kreuz (1943) u. Eichenlaub (1944) z. E. K. I. Kl.

  • Werke

    Krieg in Europa, 1960 (Memoiren, P;
    engl. 1963);
    zahlr. mil.hist. u. -techn. Art., u. a. in: Außenpol.;
    Qu
    BA-Mil.archiv, Freiburg (Personalakte u. Nachlaß);
    Inst. f. Zeitgesch., München (Ber. v. 22. 6. 1942 als Chef d. dt. Verbindungsdelegation b. d. Dt.-ital. Waffenstillstandskomm. in Turin z. franz. Waffenstillstand).

  • Literatur

    FAZ v. 10. 1. 1963;
    H.-J. Rautenberg u. N. Wiggershaus, Die „Himmeroder Denkschr.v. Okt. 1950, Pol. u. mil. Überlegungen f. e. Btr. d. Bundesrep. Dtld. z. westeurop. Verteidigung, in: Mil.geschichtl. Mitt. 21, 1977, S. 135–206;
    Ferdinand v. Senger u. Etterlin, in: C. Barnett (Hg.), Hitler's Generals, 1989, S. 375–92 (P);
    G. Schreiber, Die ital. Mil.internierten im dt. Machtbereich 1943–1945, 1990;
    ders., Dt. Kriegsverbrechen in Italien, Täter, Opfer, Strafverfolgung, 1996;
    Anfänge westdt. Sicherheitspol. 1945–1956, III, 1993;
    F. Thomas, Die Eichenlaubträger 1940–1945, II, 1998, S. 315 (P);
    Munzinger;
    Baden-Württ. Biogr. II;
    zur Fam.:
    Gotha. Geneal. Tb. (Briefadel), 1910;
    GHdA 78, Adelige Häuser B 14, 1981;
    ebd. 128, Adelslex. 13, 2002.

  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wolfgang, "Senger, Frido Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 258-259 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11941886X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA