Lebensdaten
1748 bis 1821
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Maler ; Kunsthistoriker ; Kunstschriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119224364 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fiorillo, Johann Dominik
  • Fiorillo, Johann Dominicus
  • Fiorillo, Johann Dominik
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Zitierweise

Fiorillo, Johann Dominicus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119224364.html [20.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ignazio (1715–87), aus Italien, Kapellmeister u. Komponist;
    M Petronilla Cosimi;
    B Federigo (1755-um 1824), Violinist, Kapellmeister u. Komponist;
    1) Sophie Piepenbringk ( 1818, ev.), 2) 1818 Elisabeth ( 1858, ev.), T d. Schuhmachermeisters Barthold Struck;
    K aus 1).

  • Leben

    F. erhielt ersten Unterricht auf der Bayreuther Akademie seit 1759, entscheidende Einflüsse in Italien: 1761-65 in Rom bei Pompeio Batoni und Guiseppe Bottani, dann in Bologna. Dort wurde er 1769 Mitglied der|Akademie. Im gleichen Jahr kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Maler am Braunschweiger Hof. 1781 mußte er Braunschweig verlassen und ging als Privatlehrer nach Göttingen. Hier wurde er 1785 Aufseher der Kupferstichsammlung der Universität, ab 1796 unterstand ihm auch deren Gemäldegalerie. Für beide Sammlungen erarbeitete er umfangreiche Kataloge. Neben seiner meist historisch-heroischen Motiven gewidmeten Malerei stark theoretisch interessiert, erhielt er 1799 eine außerordentliche, 1813 eine ordentliche Professur. Mit ihm beginnt an der Georgia Augusta die Reihe der Dozenten für Kunstgeschichte, die dort von Anfang an selbständige Disziplin gewesen ist. Seine Vorlesungen wie literarischen Arbeiten umfaßten das gesamte Gebiet der bildenden Künste. Er hat weithin Einfluß auf die künstlerisch interessierte Generation seiner Zeit ausgeübt, unter seinen Schülern sind vornehmlich Rumohr und Wackenroder zu nennen. Die Akademien zu Augsburg, Wien, München und Kassel ernannten ihn zum Mitgliede.

  • Werke

    W u. a. Gesch. d. zeichnenden Künste v. ihrer Wiederauflebung bis auf d. neuesten Zeiten, 5 Bde., Göttingen 1798-1808;
    Beschreibung d. Gem.slg. d. Univ. Göttingen, 1805;
    Gesch. d. zeichnenden Künste in Dtld. u. d. vereinigten Niederlanden, 4 Bde., 1815-20; Gesamtverz. d. Schrr.
    in: Hamburger Schriftsteller-Lex. II, 1854.

  • Literatur

    ADB VII;
    J. St. Pütter, Versuch e. ac. Gel.-Gesch. v. d. Georg-Augustus-Univ. zu Göttingen, 2. T., Göttingen 1788, S. 198;
    J. Ch. F. Saalfeld, Fortsetzung v. Pütter, 1820, S. 370 f.;
    G. H. Oesterley, Fortsetzung von Saalfeld, 1838, S. 293;
    W. Waetzoldt, in: Dt. Kunsthistoriker, 1921, S. 287-92;
    G. v. Seile, in: Die Georg-August-Univ. zu Göttingen 1737–1937, 1937, S. 167, 238, 306;
    W. van Kempen, Die Pflege d. Kunstgesch. an d. Georg-August-Univ. zu Göttingen, in: Mitt. Univ.bund Göttingen, 1951, H. 1, S. 1 f., 12, 16;
    ThB. – Zu V Ignazio u. B Federigo: U. Lehmann, in: MGG IV, Sp. 258-61 (W, L).

  • Portraits

    Miniatur-Selbstbildnis (Göttingen, Univ., Kunstgeschichtl. Seminar), Abb. in: M. Voit, Bildnisse Göttinger Professoren, 1937, Nr. 72;
    Gipsbüste v. J. Ch. Ruhl (ebd., Aula).

  • Autor/in

    Wilhelm van Kempen
  • Empfohlene Zitierweise

    Kempen, Wilhelm van, "Fiorillo, Johann Dominicus" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 167-168 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119224364.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Fiorillo: Johann Dominik F., Maler und Kunstschriftsteller, geb. 13. Oct. 1748 zu Hamburg, gest. 10. Sept. 1821 zu Göttingen. Als Künstler erhielt er den ersten Unterricht an der Malerakademie zu Baireuth, worauf er sich 1761 nach Rom begab und vier Jahre daselbst unter eifrigen Studien verblieb. In Bologna, wohin er 1765 übersiedelte, widmete er sich unter Ercole Nelli mit großem Eifer dem Studium der Anatomie, Architectur und Perspective. Seine Studien sind denn auch von dem besten Erfolge gekrönt worden; nicht allein daß er verschiedene Preise erhielt, wurde er auch 1769 zum Mitglied der Akademie von Bologna ernannt. In eben diesem Jahre kehrte er nach Deutschland zurück und nachdem ihn einige Zeit der Hof von Braunschweig als Historienmaler beschäftigt hatte, siedelte er 1781 nach Göttingen über. Hier entwickelte er eine reiche Thätigkeit. Als ausübender Künstler befaßte er sich wol bis in sein spätes Alter mit der Malerei, aber nicht auf diesem Gebiete sind seine vorzüglichsten Verdienste zu suchen. Er malte gern Bilder heroischen Inhalts und insbesondere wurde eine Composition sehr gerühmt, die Auslieferung der Briseis, ganz in Homer's Geiste aufgefaßt. Größere Verdienste erwarb er sich als Lehrer und Kunstforscher. Zuerst ertheilte er Zeichenunterricht in Göttingen und gründete auch ein Atelier, in welchem nach dem Nackten gemalt wurde, dann war er als Lehrer, später, 1813 als ordentlicher Professor an der Universität angestellt, nachdem er in demselben Jahre Doctor der Philosophie geworden war. Als Professor trug er die Geschichte der Malerei und der zeichnenden Künste vor. In weiten Kreisen ist er aber durch seine kunstschriftstellerische Thätigkeit bekannt. Schon in Italien sammelte er Material zur Geschichte der Malerei, vielleicht angeregt durch den Eifer Winkelmann's auf dem Gebiete der Alterthumswissenschaft. In Göttingen erschien seine erste Arbeit 1785: „La satira della pittura di Salvatore Rosa“, dann gab er größere Werke heraus, in denen er die Geschichte der italienischen Malerei, dann die „Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland und den Niederlanden“ (4 Bde., 1815—1820) und in einem früheren Werke die Geschichte der Malerei in Frankreich, Spanien und England behandelte. Seine Forschungen sind freilich durch die Arbeiten der Neuzeit auf diesen Gebieten weit überflügelt worden, doch ist das von ihm gelieferte Material noch immer beachtenswerth. Er begann seine Thätigkeit als Forscher, als diese Wissenschaft sich noch in der Wiege befand und so verdient er als einer der fleißigsten Bahnbrecher immerhin die Achtung der Nachwelt.

    • Literatur

      S. Pütter's Gelehrtengeschichte der Universität Göttingen II. S. 198. III. S. 370.

  • Autor/in

    Wessely.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Joseph Eduard, "Fiorillo, Johann Dominicus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 27 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119224364.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA